Biografie

Amedeo Modigliani

Der italienische Bildhauer, Maler und Zeichner war ein Vertreter der École de Paris. Seine Bekanntheit beruht vor allem auf seinen, damals skandalösen, Aktgemälden. Er wurde zeitlebens als Künstler verkannt; in seinem Selbstverständnis als Künstler war er ein "superuomo" (dt: "Übermensch") sowie ein Auserwählter der Gesellschaft. Seine Bildfiguren sind hauptsächlich durch die überlängten Gestalten und ihre extremen Haltungen gekennzeichnet. Amedeo Clemente Modigliani bevorzugte dabei grau-blaue und rötliche Töne. Seine Stilrichtung orientiert sich am Kubismus. Unter Modiglianis Werken befinden sich nur wenige Landschaftsbilder. Seine Hauptmotivik widmete sich dem weiblichen Akt und dem Porträt. Sein Œuvre umfasst etwa 420 Gemälde, von denen nur 14 datiert sind, sowie etwa 25 Skulpturen. Der Künstler führte ein Leben, das für die Kunst von Krankheit, Armut, Alkohol und Drogen geprägt war...
Amedeo Clemente Modigliani wurde am 12. Juli 1884 als Sohn einer großbürgerlichen Familie im italienischen Livorno geboren.

Seine Familie lebte in bescheidenen Verhältnissen. Sie gehörte dem aufgeklärten jüdischen Bürgertum an. Einer seiner Brüder war Giuseppe Emanuele Modigliani, der später Politiker des Partito Socialista Italiano und Abgeordneter des italienischen Parlaments wurde. Im Alter von elf Jahren litt Amedeo Modigliani an einer schweren Rippenfellentzündung. Zwei folgende Tuberkuloseerkrankungen setzten Amedeo Modiglianis Gesundheit so schlimm zu, dass er Zeit seines Lebens daran litt. Von 1898 bis 1900 war er Schüler des späteren Plein-air-Malers Guglielmo Micheli. Er studierte in den Jahren 1902 und 1903 an den Kunstakademien in Florenz und in Venedig. Dort kam er auch erstmals mit den internationalen Kunstrichtungen in Berührung. 1906 zog er nach Paris und besuchte dort die Freie Akademie Calarossi. Dort machte er die Bekanntschaft mit Pablo Picasso, Cornelis Kees van Dongen, Henry de Toulouse-Lautrec, Henri Matisse, Pierre Bonnard, Juan Gris und Paul Cezanne, die ihn allesamt mit ihren Werken beeindruckten.

Hier pflegte er das Bild eines jüdischen Außenseiters. Besonderen Einfluss auf Modigliani übten 1909 die Begegnung mit dem rumänisch-französischen Bildhauer Constantin Brancusi sowie seine Werke aus. Daraus entwickelte sich eine tiefe Freundschaft, aus der sich wechselseitige künstlerische Anregungen ergaben. Brancusi brachte ihn nicht nur zur Bildhauer-Kunst, sondern leitete ihn auch zu den afrikanischen Negerplastiken. Aus dieser außereuropäischen Stilrichtung entwickelten sich Modiglianis großflächige Formen der Porträts, die er in ganzen Zyklen schuf. Er fand dazu seine eigene Ausdruckssprache. Seine intensive Bildhauertätigkeit dauerte bis zum Jahr 1915 an. In dieser Zeit schuf er unter anderem auch Frauenköpfe. Doch wegen der Staubentwicklung während der Bildhauerarbeiten, die seiner ohnehin angegriffenen Gesundheit nicht gut tat, musste er diese Technik aufgeben. Ab den Jahren 1914 und 1915 widmete er sich dann der Malerei, auf die er seine aus der Bildhauerei gewonnenen Stilmerkmale übertrug.

Modigliani porträtierte viele seiner Künstlerfreunde, woraus gleichnamige Bildtitel entstanden, wie zu Beispiel "Pablo Picasso" (1915), "Henri Laurens" (1915) oder "Jean Cocteau" (1917). Diese Porträts, in denen er es verstand, eine grundsätzliche Formensprache mit manieristischen Elementen miteinander zu einen, begründeten seine bleibende Berühmtheit. Die Figuren gerieten ihm zu überlängten Gestalten mit extremen Körperhaltungen in einem melancholischen Stil. Die Gesichter sind oft mit blind wirkenden oder nach unten gesenkten Augen ausgestattet, wie zum Beispiel bei dem Titel "Sitzender Frauenakt". Seine dabei vereinfachten Umrisslinien sind typisch für den Künstler. Oftmals wählte Amedeo Modigliani rostige Farben. Charakteristisch für seine Malweise sind stilisierte Formen mit verlängerten Proportionen und ovalen Gesichtern mit mandelförmig-undefinierten Augen.

Vor allem seine weiblichen Porträts, für die seine eigene Frau häufig Modell saß, kennzeichnen seine lyrisch-zarte Melancholie. Modiglianis Werke sind in den renommiertesten Museen der Welt zu sehen, so zum Beispiel im Pariser Musée d’Art Moderne, dem Museum of Modern Art in New York und der Londoner Tate Gallery. Da seine Werke keinen Käufer fanden, wurden fast alle Arbeiten an Freunde verschenkt. Eine große Zahl der Bilder wurde von Modigliani aus Verzweiflung verbrannt.

Amedeo Modigliani starb am 24. Januar 1920 36-jährig in Paris in bitterer Armut an den Folgen seiner Tuberkuloseerkrankung und des Alkohols. Am folgenden Tag beging seine hochschwangere Verlobte Jeanne Hébuterne Selbstmord. Ihre gemeinsame Tochter Jeanne wurde von Modiglianis Schwester in Florenz adoptiert. Erst postum wurde ihm die erste Einzelausstellung gewidmet.

NameAmedeo Modigliani

Geboren am12.07.1884

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortLivorno (I).

Verstorben am24.01.1920

TodesortParis (F).