Biografie

Clemens Brentano

Der deutsche Schriftsteller gehörte zu dem engsten Kreis der Heidelberger Romantiker. Noch heute ist Clemens Brentano bekannt durch seine Volksliedsammlung "Des Knaben Wunderhorn" (1805/1808). Nach seiner Konversion zum Katholizismus konnte Brentano zeitgenössische Erfolge mit seinen Werken als katholischer Erbauungsschriftsteller feiern, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Brentanos Werk ist unter anderem von einem lyrischen Sprachstil mit ausgeprägter Musikalität und Bildlichkeit geprägt. Zusammen mit Achim Arnim schuf er den typischen Volksliedton der Lyrik im 19. Jahrhundert...
Clemens Brentano wurde am 9. September 1778 als Sohn des Frankfurter Kaufmanns Peter Anton Brentano und dessen zweiter Frau Maximiliane, geborene von La Roche, in Ehrenbreitstein geboren.

Seine Schulzeit verbrachte Brentano auf dem Koblenzer Jesuitengymnasium von 1787 bis 1790 und dem Philantropin in Mannheim von 1791 bis 1793. Nach der Schule besuchte er verschiedene Universitäten in Bonn, Halle, Jena und Göttingen und studierte dort Bergwissenschaft, Medizin und Philosophie. Doch seine Studien schloss er nicht ab. Mit dem Tod seiner Mutter (1793) und seines Vaters (1797) fiel ihm ein beträchtliches Erbe zu, das ihn unabhängig machte. In dem frühromantischen Zentrum Jena begegnete er Johann Gottlieb Fichte, Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling, die Brüder August Wilhelm und Friedrich Schlegel, Ludwig Tieck und Ernst August Friedrich Klingemann. Dieser Kreis beeinflusste seine Entwicklung, er begann als freischaffender Dichter tätig zu werden.

In Jena lernte er auch seine spätere erste Frau Sophie Mereau kennen, die er 1803 heiratete. Neben lyrischen Werken erschien 1800 die frühromantische Satire "Gustav Wasa", mit der er sich gegen August von Kotzebue wendete. Im Jahr 1801 begann die innige Freundschaft mit Achim von Arnim, mit dem ihm die gleichen frühromantischen Ziele verbanden. In dieser Zeit wurde auch sein "verwilderter Roman" "Godwi oder das steinerne Bild der Mutter" (1801) fertig, der gemäß der frühromantischen Gattungsbestimmung eine Vielfalt an Formen witzig-gefühlvoll in das Werk integriert. Auch in vielen seiner übrigen Werke bezog Brentano immer wieder lyrische Elemente mit ein. In den Jahren von 1804 bis 1808 arbeiteten er und Arnim in Heidelberg eng miteinander zusammen sowie mit weiteren Schriftstellern und Wissenschaftlern der Romantik wie Joseph Görres und Georg Friedrich Creuzer.

Aus dieser Zeit stammte die berühmte dreibändige Volkslied- und Gedichtsammlung "Des Knaben Wunderhorn" (1805/1808), die auf das Interesse an der alten deutschen Lyrik hervorging. Zusammen mit Arnim schuf er in dieser Weise den kunstvollen Volksliedton, der bestimmend wurde für die Lyrik des 19. Jahrhunderts. Auf Brentanos intrigantes Lustspiel "Ponce de Leon" (1804), das er mit viel Sprachwitz ausstattete, wurde Johann Wolfgang von Goethe aufmerksam. Mit Johann Heinrich Voß geriet Brentano in Heidelberg in einen heftigen literarischen Streit. Außerdem entwickelte sich zwischen dem Ehepaar Brentano ein ausgedehntes Zerwürfnis, das öffentlich ausgetragen wurde. Noch in Heidelberg starb Brentanos Frau 1806. Nach ihrem Tod heiratete Brentano kurzentschlossen Auguste Bußmann, trennte sich 1809 von ihr und ließ sich 1812 scheiden.

Diese Ereignisse waren für ihn Grund genug, den Ort 1809 zusammen mit Achim von Arnim zu verlassen. Brentano zog es für einige Zeit nach Bayern. Danach wechselte er häufig seine Aufenthaltsorte – Berlin (1809–1811), Böhmen (1811–1813), Wien (1813–1814) und wiederum Berlin (1814–1818). Beim ersten Berlin-Aufenthalt setzte er seine Arbeit an den unvollendet gebliebenem Versepos "Romanzen vom Rosenkranz" (1810), das als sein ehrgeizigstes Jugendwerk gilt, fort. In Böhmen entstand das historisch-romantische Drama "Die Gründung Prags" (1812). Schon vor seiner Rückkehr nach Berlin bewegte sich Brentano in Wien in Gesellschaft von katholischen Persönlichkeiten wie dem Historiker Adam Müller oder dem Theologen Clemens Maria Hofbauer. Zurück in Berlin verliebte sich Brentano 1816 unglücklich in die religiöse Pfarrerstochter Luise Hensel, wodurch er in eine tiefe Lebenskrise geriet und eine Generalbeichte ablegte.

Dieser Abschnitt bedeutete zugleich eine krasse Wende im Leben von Brentano – auch in literarischer Hinsicht. Er konvertierte nicht nur zum Katholizismus, sondern sagte sich auch los von seinem bisherigen literarischen Schaffen. Er suchte auf diesem Gebiet entsprechend seiner neuen rigorosen Religionsauffassung neue Aufgaben und fand sie 1819 in der Aufzeichnung der Visionen der stigmatisierten Nonne Anna Katharina Emmerick in Dülmen. Daraus gestaltete er die erfolgreiche Trilogie "Das bittere Leiden unseres Herrn Jesu Christi" (1833), "Das Leben der Heil. Jungfrau Maria" (1852) und "Das Leben unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi" (1858); die beiden letzten Teile wurden posthum veröffentlicht. Diese Werke begründeten der Ruf Brentanos als berühmten Erbauungsschriftsteller. Seine lyrischen Werke waren in dieser Zeit längst in Vergessenheit geraten.

Im Jahr 1817 entstand Brentanos erzählerisches Meisterwerk "Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl", das die Entfremdung des modernen Poeten von der Natur und vom Leben thematisiert. Im Jahr darauf verfasste er die "Chronika eines fahrenden Schülers" im romantisch-mittelalterlichen Stil. 1833 zog er nach München und bewegte sich in dem Kreis um seinen Freund Joseph Görres. Eine weitere Liebe zu der Malerin Emilie Linder aus Basel blieb unerfüllt. Einige seiner Werke blieben Fragmente so wie zum Beispiel der Roman "Der schiffbrüchige Galeerensklave", seine Märchen "Italienische Märchen" nach Giambattista Basile, die eine sagenhafte Welt mit kunstvoller und satirischer Sprache zur Darstellung bringen, sowie andere dramatische Werke.

Zu seinen weiteren Werken zählen unter anderem "Die lustigen Musikanten" (1803), "Wunderbare Geschichte von BOGS dem Uhrmacher" (1807), "Der Philister vor, in und nach der Geschichte" (1811), "Rheinübergang. Kriegsrundgesang" (1814), "Trutz Nachtigall" (1818), "Fr. Spee`s goldnes Tugendbuch" (1829) oder "Gockel, Hinkel und Gackeleia" (1838). Ab 1841 lebte er in Aschaffenburg im Haus seines Bruders.

Clemens Brentano starb am 28. Juli 1842 in Aschaffenburg.

NameClemens Brentano

Geboren am09.09.1778

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortEhrenbreitstein (D).

Verstorben am28.07.1842

TodesortAschaffenburg (D).