Biografie

Charles Aznavour

Der französische Sänger und Liedschreiber armenischer Abstammung wurde im Kreis um Edith Piaf einer der erfolgreichsten Chansonniers. Er hatte über 1.000 Lieder aufgenommen, von denen er rund 800 selbst geschrieben hatte; "La Bohème" zählte zu den populärsten. Im Laufe seiner Karriere verkaufte er rund 200 Millionen Platten weltweit. Auf einzigartige Weise verstand er es, die einfachen Gedanken mit Poesie zu großer Ausdruckskraft zu erheben und ihnen so eine ihm typischen Charakter zu geben. Als Schauspieler wurde Charles Aznavour ebenso ein international beachteter Star. Zu den erfolgreichsten Filmen, an denen er mitwirkte, zählten "Schießen sie auf den Pianisten", "Die Phantome des Hutmachers", "Die Blechtrommel" und "Ararat". Weiter war er armenischer Botschafter in der Schweiz und ständiger Vertreter Armeniens bei den Vereinten Nationen in Genf...
Charles Aznavour wurde am 22. Mai 1924 in Paris als Sohn armenischer Einwanderer geboren.

Hier wuchs er in armen Verhältnissen auf und besuchte die Schule. Seine Eltern, ein Künstlerpaar, war 1915 aus deren Heimat Smyrna geflüchtet, um dem Völkermord an den Armeniern zu entgehen. Während der deutschen Besatzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg wurde er in verschiedenen Berufen tätig. Aznavour blieb in der Hauptstadt und zu Kriegsende verbrachte er einige Zeit im Untergrund. Bereits zu dieser Zeit war seine Leidenschaft zur Musik geweckt. Eine Kollegin von Edith Piaf entdeckte damals sein Talent und förderte ihn fortan. Kurz darauf wurde Piaf selbst auf ihn aufmerksam und für sie und Maurice Chevalier schieb er erste Chansons. Nach dem Ende der Kriegswirren erhielt Aznavour selbst erste Anstellungen als Sänger und Schauspieler. Weiter gefördert durch Edith Piaf avancierte Aznavour zu einem der populärsten Chansonniers Frankreichs. Sein höfliches Wesen als ehrlicher Charmeur in Kombination mit seiner unverwechselbar melodischen Stimme ließen ihn als "Napoleon des Chansons" zum Star aufsteigen.

Erste Kinoerfolge ließen lange auf sich warten. Seine erste kleine Filmrolle aus dem Jahr 1938 fand so gut wie keine Beachtung. Der Durchbruch gelang ihm ab Ende der 1950er Jahre. 1958 stand er für Georges Franju in "Mit dem Kopf gegen die Wände" vor der Kamera. 1959 folgte Jean Pierre Mockys "Die nach Liebe hungern". Seine erste Glanzrolle als Schauspieler vollzog er als Charlie Kohler in François Truffauts "Schießen sie auf den Pianisten" aus dem Jahr 1959. 1960 folgte der Film "Jenseits des Rheins" sowie Jean Cocteaus "Das Testament des Orpheus". Sein Stück "Du lässt dich geh'n" von 1962 wurde in Deutschland ein Klassiker. 1963 feierte er eine glänzende Premiere an der New Yorker Carnegie Hall. Sein melodisches Gespür sowie sein Talent, scheinbar Alltägliches und Banales poetisch und bedeutend wirken zu lassen, fasziniert die Menschen bis heute. 1965 stand er für "Ganoven rechnen ab" vor der Kamera. Gemeinsam mit Lino Ventura entstand 1969 "Schüsse aus der Manteltasche". Am 11. Januar 1967 heiratete er die Schwedin Ulla Ingegerd Thorssell. Sie wurden Eltern von drei Kindern. Aus zwei früheren Ehen war er bereits Vater von drei Kindern.

In den 1970er Jahren folgten Filme wie "Die letzten Abenteurer", "Die verrückten Reichen", "Auf der Fährte des Adlers" und 1979 "Die Blechtrommel", der zu seinen erfolgreichsten Arbeiten zählt. Im den 1980er stand Aznavour für Filme wie "Der Zauberberg", "Das Geld bleibt unter uns" und "Das Geheimnis des Dirigenten" vor der Kamera. "Das Herz einer Mutter" entstand 1994 und "Hinter den Horizonten des Paradieses" 1995. 1997 wurde Aznavour mit einem Ehren-Cesar für sein Lebenswerk als Schauspieler ausgezeichnet. 2002 spielte er in Atom Egoyans eindrucksvollem Drama "Ararat" einen Regisseur, der sich in seinem Film mit dem Völkermord an den Armeniern beschäftigt. Im März 2004 startete Aznavour seine vier Städte umfassende Deutschland-Tournee. 2006 stand er nach über 70 Filmen für "The Colonel" zuletzt vor der Kamera. Im Dezember 2008 wurde Aznavour, der auch Vertreter Armeniens bei der UNICEF war, die armenische Staatsbürgerschaft verliehen.

Weiter wurde er ständiger Vertreter Armeniens bei den Vereinten Nationen in Genf. Bald zählt er damit zu den prominentesten Armeniern weltweit. Er hatte sich vor allem seit dem Erdbeben 1988 in Armenien immer wieder für das Land eingesetzt. 2009 wurde er in Genf armenischer Botschafter in der Schweiz. Am 7. Oktober 2011 wurde in Jerewan in seiner Gegenwart sowie der des französischen und des armenischen Präsidenten ein nach ihm benanntes Kulturzentrum eröffnet. Zu seinem 90. Geburtstag, am 22. Mai 2014, gab Charles Aznavour im Rahmen einer Tournee, nach mehr als einem Jahrzehnt, erstmals wieder ein Konzert in Deutschland. 2015 erschien mit "Encores" bei Universal Music sein inzwischen 46. Album. Sein letztes Konzert gab er am 19. September 2018 in Osaka. Bis dahin hatte er über 1000 Chansons aufgenommen, von denen er rund 800 selbst geschrieben hatte.

Charles Aznavour starb am 1. Oktober 2018 in Mouriès, Frankreich.
1938 - "Das Geheimnis von St. Agil"

1958 - "Mit dem Kopf gegen die Wände"

1958 - "Die nach Liebe hungern"

1959 - "Jenseits des Rheins"

1960 - "Das Testament des Orpheus"

1959 - "Schießen sie auf den Pianisten"

1982 - "Die Fantome des Hutmachers"

1960 - "Taxi nach Tobruk"

1965 - "Ganoven rechnen ab"

1969 - "Schüsse aus der Manteltasche"

1970 - "Die letzten Abenteurer"

1975 - "Die verrückten Reichen"

1976 - "Auf der Fährte des Adlers"

1979 - "Die Blechtrommel"

1981 - "Der Zauberberg"

1983 - "Das Geld bleibt unter uns"

1986 - "Safe Breaker"

1988 - "Das Geheimnis des Dirigenten"

1994 - "Das Herz einer Mutter"

1995 - "Hinter den Horizonten des Paradieses"

1996 - "Le comedien"

2000 - "Angelina"

2001 - "Passage du Bac"

2002 - "Ararat"

NameCharles Aznavurijan

AliasCharles Aznavour

Geboren am22.05.1924

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortParis (F).

Verstorben am01.10.2018

TodesortMouriès (F).