Biografie

Yehudi Menuhin

Der US-amerikanische Violinist und Philanthrop zählte als Geiger zu den größten Virtuosen des 20. Jahrhunderts. Gefeiert als Wunderkind, erlangte er bereits im Alter von elf Jahren Weltrum mit Beethovens Violinkonzert in der New Yorker Carnegie Hall. Bald erreichte er mit persönlicher Interpretation, energischer, großzügiger Gestaltung die technische Vollendung. Trotz des Holocaust war er der erste bedeutende jüdische Künstler, der nach Ende des Zweiten Weltkrieges wieder Konzerte in Deutschland gab. Seit den 1960er Jahren trat er auch als Dirigent auf. 1963 gründete er die Yehudi Menuhin School in London. Er kämpfte für die Menschenrechte in der UdSSR und in China. Mit der Initiative "Live Music Now" rief Sir Baron Yehudi Menuhin of Stoke d´Abernon 1977 ein Programm ins Leben, um Konzertmusik an Arbeitsplätze, Krankenhäuser und in Gefängnisse zu bringen...
Yehudi Menuhin wurde am 22. April 1916 in New York als Sohn russisch-jüdischer Einwanderer geboren.

Menuhin wuchs in San Francisco auf. Der Vater war Mathematiker und Nachkomme chassidischer Rabbiner aus dem weißrussischen Ghetto von Gomel. Von seiner Mutter erhielt er den Vornahmen Yehudi, der für die frühe Bezeichnung für den jüdisch glaubenden Menschen steht. Yehudi galt als hochbegabtes Wunderkind. Er war Schüler von Enescu und Busch. Bereits im Alter von 7 Jahren debütierte der junge Menuhin vor 9000 Besuchern vor dem San Francisco Symphony Orchestra. Gefeiert als Wunderkind, erlangte er bereits im Alter von elf Jahren Weltrum mit Beethovens Violinkonzert in der New Yorker Carnegie Hall. Schon 1925 gab Menuhin sein erstes Solokonzert, weitere folgten 1926 in New York. 1927 zog er mit seiner Familie nach Paris, um fortan auf europäischen Bühnen zu wirken.

In Deutschland sorge Yehudi ab 1929 für Aufsehen. Im Alter von 13 Jahren gab er sein erstes "drei B" Konzert in Berlin unter der Leitung von Bruno Walter. Das Violinenkonzert mit Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven und Johannes Brahms begeisterte die Stadt und wurde legendär. Ab Anfang der 1930er Jahre begann Yehudi in London mit ersten Tonaufnahmen seiner Arbeiten. Seine Karriere als Konzertviolinist führte ihn um die ganze Welt. Bald erreichte er mit persönlicher Interpretation, energischer, großzügiger Gestaltung die technische Vollendung. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 mied Yehudi Menuhin Hitler-Deutschland und später Europa. 1935 begab sich Menuhin auf seine erste Welttournee, bei der er über ein Jahr unterwegs war und dabei in 63 Städten 110 Konzerte gab.

Bereits 1945 kehrte er nach Berlin zurück und gab unter der Leitung von Wilhelm Furtwängler erste Konzerte in der zerstörten Stadt. Am 19. Oktober 1947 heiratete er in zweiter Ehe die Primaballerina Diana Gould (1912-2003). Gemeinsam wurden sie Eltern von zwei Söhnen. Aus seiner ersten Ehe mit der australischen Industriellentochter Nola Nicholas war er bereits Vater von zwei Kindern. Seit Kriegsende war er auch in zahlreichen internationalen Organisationen humanitär tätig und wurde von 1956 bis 1996 Leiter des jährlichen Musikfestivals in Gstaad. In den Jahren von 1959 bis 1968 wurde er Künstlerischer Direktor des Bath-Festival England. Seit den 1960er Jahren trat er auch als Dirigent auf. 1963 gründete er die Yehudi Menuhin School of Music in Surrey, England. Als Philanthrop kämpfte er für die Menschenrechte in der UdSSR und in China.

Im Jahr 1969 wurde er Präsident des internationalen Musikrates der UNESCO. Von 1969 bis 1972 verdiente er sich als Künstlerischer Direktor der Festspiele Windsor. 1970 wurde er schweizerischer Staatsbürger. Mit der Initiative "Live Music Now" rief Menuhin 1977 ein Programm ins Leben, um Konzertmusik an Arbeitsplätze, Krankenhäuser und in Gefängnisse zu bringen. 1979 wurde Menuhin mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Seit dieser Zeit war er zunehmend als Dirigent aktiv. 1982 wurde er Präsident des Royal Philharmonic Orchestra London. Zur Förderung des Geiger-Nachwuchses rief er 1983 den Wettbewerb "Yehudi Menuhin International Competition for Young Violinists", meist abgekürzt zu "Menuhin Competition", ins Leben. 1984 wurde Menuhin mit dem Werner von Siemens-Musikpreis bedacht.

Ab Mitte er 1980er Jahre setzte sich Menuhin auch für zeitgenössische Komponisten ein und spielte ihre Werke. Einige dieser Arbeiten wurden eigens für den Vortrag durch Menuhin geschrieben. Dabei widmete er sich auch modernen Stücken aus dem Jazz. Überraschend war sein Musikverständnis für äußereuropäische Komponisten, so gab er auch Konzerte mit indischen Stücken. Seit 1985 war Yehudi Menuhin britischer Staatsbürger. Im selben Jahr wurde er zum Ritter geschlagen. 1993 erfolgte durch Queen Elizabeth II. die Ernennung von Yehudi Menuhin zum Baron of Stoke d'Abernon. Zugleich wurde er Mitglied des englischen Oberhauses. Zuletzt lebte Menuhin in London. Er war bis ins hohe Alter beruflich und sozial engagiert.

Yehudi Menuhin starb am 12. März 1999 in Berlin mit 82 Jahren an einer Lungenentzündung.

NameYehudi Menuhin

Geboren am22.04.1916

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortNew York (USA).

Verstorben am12.03.1999

TodesortBerlin (D).