Biografie

Ray Charles

Der Sohn eines amerikanischen Eisenbahnarbeiters erlitt in Kindheit und Jugend ein schweres Schicksal. Ray Charles verdiente noch als Teenager Mitte der 1940er Jahre sein erstes eigenes Geld am Piano, später erlangte er auch als Sänger, Saxophonist, Organist und Trompeter eine weltweite Popularität. Heute gilt der blinde Blues- und Soul-Musiker als Urgestein der Jazz-Geschichte, das gerade in seinem Todesjahr ein posthumes Revival erlebte. Seinen ersten großen Erfolg feierte Charles 1951 mit dem Song "Baby, Let Me Hold Your Hand" und mit Hits wie "What'd I Say" und "The Night Times is the Right Time" wurde er zum Star...
Ray Charles Robinson wurde am 23. September 1930 in Albany im US-Bundesstaat Georgia, als Sohn eines Eisenbahnarbeiters und einer Wäscherin geboren.

Aufgewachsen ist er in Armut zur Zeit der Rassentrennung. Als er fünf Jahre alt war wurde er hilflos Zeuge, wie sein Bruder George in einem Waschzuber ertrank. Im Alter von sechs Jahren erkrankte das Kind am Grauen Star. Nachdem er sich keiner Behandlung der Krankheit unterziehen konnte erblindete er ab seinem siebten Lebensjahr. Charles besuchte daher die Blindenschule in San Augustine in Florida, wo er auch aufwuchs. Bereits hier wurden seine musischen Neigungen offenbar: Er lernte mehrere Instrumente zu spielen, darunter auch Klavier und Klarinette. Auch machte er sich mit ersten Kompositionen vertraut.

Im Alter von 15 Jahren wurde Charles zum Waisenkind. Er brach die Schule ab, um sich als Pianist in Musikbands über Wasser zu halten, mit denen er durch Florida tourte. 1947 rief Ray Charles mit dem "McSon Trio" in Seattle seine erste eigene Band ins Leben, die sich in der Folge vor allem in den Clubs des amerikanischen Westens einen Namen machte. Seinen ersten großen Hiterfolg feierte Charles 1951 mit dem Song "Baby, Let Me Hold Your Hand". Ab 1952 arbeitete er mit der Plattenfirma "Atlantic" zusammen, mit der er bis 1960 einige Erfolge erlebte. In frühen Aufnahmen orientierte er sich an Charles Brown und Nat King Cole.

Auf Konzerten eines Trios bestehend aus Lowell Fulson, Guitar Slim und Ruth Brown, faszinierte Charles als Sänger, Pianist, Trompeter, Saxophonist und Organist ein wachsendes Publikum mit seiner einzigartigen Kombination von Stilelementen des Gospels und des Blues, die auch bestimmte Jazz-Richtungen beeinflussten. 1858 beteiligte er sich am "Newport Jazz Festival". Im selben Jahr erschien auch sein Live-Album "Ray Charles in Person". Indes wurde er mit Hits wie "What'd I Say" und "The Night Times is the Right Time" zum Star. Damit wurde Charles Wegbereiter der Soul-Musik. Ab 1960 nahm Charles in Zusammenarbeit mit der Plattenfirma "A.B.C. Records" auch andere Musikrichtungen wie Pop und Country in sein Programm auf.

In jener Zeit zwangen ihn eine Drogenaffäre und eine Haftstrafe zur Unterbrechung seiner künstlerischen Tätigkeit. 1962 eröffnete Charles ein eigenes Aufnahmestudio in Los Angeles und veröffentliche das Studio-Album "Modern Sounds in Country and Western Music". Weiter folgten Hits wie "You Are My Sunshine", "Crying Time" und "These Chains From My Heart". 1965 wurde er erneut wegen dem Besitz von Heroin zu fünf Jahren auf Bewehrung verurteilt. Im selben Jahr folgte die Gründung seiner Plattenfirma "Tangerine Record Company", ab 1973 "Crossover Records Company", mit der er sich in den folgenden Jahrzehnten ein weltweites Publikum schuf.

Ende der 1970er Jahre unterzog sich der heroinabhängige Ray Charles erfolgreich einer Entziehungskur. Noch mit 66 Jahren gab Charles 1996 eine Europatournee, die ihn auch nach Bremen führte, wo der blinde Musiker von einem begeisterten Publikum gefeiert wurde. Er wurde Mitglied der "Rock'n' Roll Hall of Fame" und 1982 der "Blues Hall of Fame". Charles wurde mit zahlreichen Musikpreisen geehrt. 10 Mal wurde der Künstler mit dem "Grammy Award" ausgezeichnet. 1993 verlieh man Charles die "Kunstmedaille" der USA. 1996 erhielt er die Ehrendoktorwürde des Occidental College in Los Angeles und 1998 ehrte man ihn mit dem "Polar Music Prize".

Ray Charles starb am 10. Juni 2004 in Beverly Hills, Los Angeles an einem Leberleiden. Der geschiedene Musiker hinterließ neun Kinder.

Zu seinen Ehren fand am 8. Oktober 2004 im Staples Center in Los Angeles ein Konzert unter dem Titel "Genius: A Night For Ray Charles" statt: Inszeniert von Quincy Jones, Tom Cruise, Morgan Freeman und Jamie Foxx, trugen Elton John, Stevie Wonder und andere Weltstars zwölf der größten Songs von Ray Charles vor. Postum wurde das Album "Genius Loves Company", das eine Grammy-Nominierung für das beste Album 2004 erhielt, zu einem Riesenerfolg. Ebenfalls 2004 feierte der biographische Film über den jungen Ray Charles unter der Regie von Taylor Hackford und mit Jamie Foxx in der Hauptrolle, einen großen Erfolg, bei der internationalen Filmkritik und beim Kinopublikum.
1957:
Ray Charles

1959:
What’d I Say

1961:
The Genius Sings The Blues

1963:
Sweet And Sour Tears

1969:
I’m All Yours, Baby

1971:
Volcanic Action Of My Soul

1972:
25 Anniversary Salute

1973:
My Kind Of Jazz

1974:
Come With Me

1978:
True To Life

1980:
Brother Ray

1983:
Wish You Were Here Tonight

1984:
Do I Ever Cross Your Mind

1985:
Friendship

1986:
From The Pages Of My Mind

1988:
Just Between Us

1990:
Would You Believe?

1991:
Genius Soul-Jazz

1993:
American Superstars - The Best of Ray Charles

1998:
Ray Charles At Newport

2001:
The Definitive Ray Charles

2002:
Thanks For Bringing Love Around Again

2004:
Ray Charles & Friends;
Genius Loves Company

NameRay Charles Robinson

AliasRay Charles

Geboren am23.09.1930

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortAlbany, Georgia (USA).

Verstorben am10.06.2004

TodesortLos Angeles, Kalifornien (USA).