Biografie

Peter Behrens

Der deutsche Maler, Designer und Architekt entdeckte die ästhetischen Möglichkeiten der Industriearchitektur und war ein Vorreiter der funktionalen Baukunst. Sein Arbeitsbereich als künstlerischer Beirat der AEG umfasste den Fabrik- und Anlagenbau ebenso wie die Formgebung von Werksuhren oder der Typografie der Unternehmenspost. Peter Behrens begründete in repräsentativen Verwaltungsbauten einen neuzeitlichen Architekturstil. Seine Stilentwicklung reichte vom monumentalen Neoklassizismus (Deutsche Botschaft, St. Petersburg 1911/12) bis zur expressionistischen Raumgestaltung (Zentrallager der Gutehoffnungshütte 1921/26). In der Malkunst orientierte er sich mit seinen ausdrucksstarken Linien am Symbolismus...

Die einflussreichsten Architekten des 20. Jhs.
Peter Behrens wurde als Sohn des Gutsbesitzers Peter Behrens und seiner Frau Luise, geborene Burmeister, am 14. April 1868 in Hamburg-Borgfelde geboren.

Behrens besuchte in der Zeit von 1886 bis 1888 die Gewerbeschule in Hamburg. Danach wechselte er 1888 an die Kunstschulen in Karlsruhe, Düsseldorf und München, die er 1891 abschloss. Zusätzlich ließ er sich von anderen Malern ausbilden. In der Zeit von 1891 bis 1899 war Behrens als hauptberuflicher Maler in München tätig. 1893 befand er sich unter den Mitbegründern der Münchner Sezession. Danach befasste er sich mit der Gestaltung industrieller Produkte. Behrens orientierte sich am Jugendstil. Er folgte 1899 einer Berufung durch Großherzog Ernst Ludwig II. von Hessen an die Darmstädter Künstlerkolonie.

Dort nahm er an der Eröffnungsausstellung von 1901 mit einem architektonischen Entwurf zu einem Wohnhaus teil, der Furore machte. Von 1900 bis 1902 war er Mitglied der Künstlerkolonie Darmstadt. 1903 wurde Behrens Leiter der Kunstgewerbeschule in Düsseldorf. Zu seinen Verdiensten zählte die Reform dieser Einrichtung. Außerdem trieb er die Reformierung der architektonischen Gartengestaltung voran. In der Zeit von 1905 bis 1908 entwarf und realisierte er seine ersten Wohnhäuser. 1907 gründete er mit anderen den Deutschen Werkbund. In den Jahren von 1907 bis 1914 war Behrens Mitglied im künstlerischen Beirat der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft (AEG).

Als leitender Architekt und künstlerischer Berater plante er für die AEG Bauten wie zum Beispiel Arbeiterwohnsiedlungen oder die Turbinenhalle in Berlin-Moabit, die von einer außergewöhnlichen Form geprägt ist. Behrens beschäftigt sich auch mit dem Design von Haushaltsgeräten und anderen industriellen Massenwaren wie Lampen. Die Formgebung fiel einfach und zweckmäßig aus, womit Behrens ein "corporate identity" gelang. Für ihn offenbarte sich die gesellschaftliche Bedeutung der Industrie unter anderem in der Zusammenführung von Kunst und Technik. 1908 entwarf Behrens die Inschrift am Giebel des Reichstagsgebäudes in Berlin – "Dem deutschen Volke".

Acht Jahre später wurde der Giebel damit ausgestattet. Zu Behrens Schülern zählten unter anderem die Bauhauskünstler Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe, die in seinem Büro arbeiteten. Weiterhin gehörte dazu der berühmte französische Architekt, Maler und Designer Le Corbusier (Charles Edouard Jeanneret-Gris). In den beiden Jahren 1911 und 1912 gestaltete Behrens die deutsche Botschaft in Sankt Petersburg. Das Werk rief ambivalente Reaktionen hervor. In den beiden folgenden Jahren plante er das Verwaltungsgebäude der Mannesmann-Röhrenwerke in Düsseldorf und die Continental-Gummiwerke in Hannover.

Darüber hinaus widmete er sich dem Design von Stoffen, Gläsern oder Schrifttypen. In der Zeit von 1920 bis 1924 befasste sich Behrens mit dem Bau des Verwaltungsgebäudes der Hoechst AG. Es stellt ein Gesamtkunstwerk expressionistischer Baukunst dar. 1922 wurde er Leiter der Meisterklasse für Architektur an der Wiener Akademie. In dieser Funktion entwarf Behrens Siedlungsbauten. Der Entwurf des Wohnhauses "New Ways" im englischen Northampton fiel in die Zeit von 1923 bis 1925. Der Bau ist im sogenannten International Style realisiert. Behrens war in dieser Zeit unter den Mitbegründern des "Zehner-Rings", der es sich zur Aufgabe machte, unter anderem alle modernen Architekturstile zu vereinen.

Im Jahr 1925 lieferte Behrens den Entwurf für das Grabmal von Friedrich Ebert ab. Drei Jahre später übernahm er die Gestaltung des Collegiumsbaus der Erzabtei St. Peter in Salzburg. 1932 wurden die Geschäftshäuser "Berolina" und "Alexander" am Berliner Alexanderplatz nach den Entwürfen von Behrens erstellt. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Januar 1933 ergab sich eine Zusammenarbeit zwischen Behrens und Hitlers Architekt Albert Speer. Behrens lehnte eine Verbindung zwischen Kunst, Architektur und Politik jedoch ab. 1936 wurde er Direktor des Meisterateliers an der Preußischen Akademie der Künste. Zwei Jahre später übernahm er den Auftrag zu einem Entwurf einer neuen AEG-Firmenzentrale in Berlin.

Behrens erkannte die Ästhetik der Industriearchitektur und machte sie sich zunutze, indem er sie vereinnahmte, weiterentwickelte oder auf andere Bereiche übertrug. In seinem Schaffen engagierte er sich für eine funktionale Baukunst. In der Malkunst näherte er sich dem Symbolismus an und bevorzugte eine ausdrucksstarke Linienführung.

Peter Behrens starb am 27. Februar 1940 in Berlin.


Die einflussreichsten Architekten des 20. Jhs.

NamePeter Behrens

Geboren am14.04.1868

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortHamburg-Borgfelde (D).

Verstorben am27.02.1940

TodesortBerlin (D).