Biografie

Le Corbusier

Der französisch-schweizerische Architekt trug zentral zur Durchsetzung des funktionalen, auf kubischen Elementen aufgebauten, ersten sogenannten "Internationalen Styl" der 1920er und 1930er Jahre bei. Er verdiente sich somit den Ruf, einer der führendsten Architekten des 20. Jahrhunderts gewesen zu sein. Als Maler entwickelte er den puristischen Stil. Seine Bilder vereinigen die Stile des Kubismus, Neoplastizismus und Dadaismus. Seine Gegenstände waren technische Objekte, die mit maschineller Präzision gemalt wurden. Dieses Konzept verfolgte er auch im Wohnungsbau. Seine Vorstellungen gipfelten im Gedanken einer funktionalen "Wohnmaschine". Weiter verfasste er bahnbrechende theoretische Schriften; seine Möbelentwürfe avancierten zu weltweit populären Design-Klassikern...

Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.
Le Corbusier (mit eigentlichem Namen Charles Edouard Jeanneret-Gris) wurde am 6. Oktober 1887 als Sohn eines Designers und einer Musiklehrerin im Schweizerischen La Chaux-de Fonds geboren.

Im Jahr 1900 ließ sich Le Corbusier an der Kunsthochschule École d`Art in seinem Geburtsort zum Maler, Graveur und Goldschmied ausbilden. Ab 1904 begann er dort das Studium der Architektur. In den Jahren von 1907 bis 1911 reiste er durch Europa. Währenddessen war er in namhaften Baubüros in unterschiedlichen Städten beschäftigt. 1914 gelang ihm die Entwicklung eines Skelettsystems aus Eisenbeton mit Namen "Domino", das für den Einsatz von Mehrgeschossbauten gedacht war. 1917 ließ sich der Maler und Architekt in Paris nieder. Im Jahr darauf entstand Le Corbusiers erstes Ölgemälde. Es folgten weitere Bilder, in denen er sein bevorzugtes Motiv, das strukturierte Stillleben malte, wie zum Beispiel in den Werken "Vertikale Gitarre" oder "Stillleben mit einem Stapel Teller".

Im Jahr 1919 gab er die Zeitschrift "L`Esprit Nouveau" heraus. Darin veröffentlichte er seine avantgardistischen Architekturkonzepte. Erstmals in dieser Zeit kennzeichnete er dabei seine Beiträge mit dem Pseudonym "Le Corbusier". Im selben Jahr veröffentlichte er sein "Manifest des Purismus", in dem er die elementaren, geometrischen Formen propagierte. Le Corbusiers "Strahlende Stadt", ein städtebauliches Konzept einer Stadt mit drei Millionen Einwohnern, erschien 1922. Herausragendes und wegweisendes Merkmal dabei waren die getrennten Verkehrswege für Autos und Fußgänger sowie große Wohneinheiten in Kombination mit Handel und Gewerbebetrieben. Auch diese architektonischen Konzepte entwarf er in geometrischen Grundformen. Die Reaktionen in der Fachwelt über Le Corbusiers Entwürfe waren geteilt.

Bis zum Jahr 1922 widmete sich Le Corbusier der Malerei. Seine Bildgegenstände sind technische Objekte, die er in einer Mischung aus kubistischer, neoplastizistischer und dadaistischer Stilsprache realisierte. Danach kam er nur noch gelegentlich auf das Malen zurück. Sein Schaffen umfasste darüber hinaus auch Möbelentwürfe und bahnbrechende theoretische Schriften. Im Jahr 1923 erschien Le Corbusiers Werk unter dem Titel "Vers une Architecture" als Sammlung seiner Fachschriften. Darin versteht der Baumeister Architektur als "kluges, korrektes und herrliches Spiel vereinter Körper im Licht". In seiner Baukunst verwendete er sowohl funktionalistische als auch künstlerische Elemente. Im selben Jahr beteiligte er sich an einer Ausstellung des Bauhauses in Weimar.

Er hatte Kontakte zu den Architektenkollegen Walter Gropius und Bruno Taut. 1927 war Le Corbusier mit einigen Entwürfen am Bau der Weißenhofsiedlung in Stuttgart beteiligt. Im Jahr darauf befand er sich unter den Mitbegründern der "Congrès Internationaux d´Architecture Moderne", kurz CIAM genannt. Le Corbusier wurde ein gefragter Stadtplaner, der ab 1929 weltweit tätig wurde. So entwarf er überall bedeutende Gebäude, wie zum Beispiel das Nachtasyl der Heilsarmee in Paris, das in der Zeit von 1929 bis 1933 fertig gestellt wurde. Oder er plante das Schweizer Haus der Cité universitaire in Paris, das von 1930 bis 1932 gebaut wurde. 1930 heiratete Le Corbusier Yvonne Gallis. Von 1936 bis 1945 lieferte er den Entwurf zum Bildungsministerium in Rio de Janeiro. Das provozierend Neue daran war der Einsatz von Sonnenschutzelementen als Fassadengestaltung.

Damit setzte Le Corbusier wegweisende Akzente in der Formgestaltung nach funktionalen Vorgaben. Als Anhänger der französischen Vichy-Regierung, kehrte der Architekt 1943 nach Paris zurück. Dort rief er die "Vereinigung der Konstrukteure für eine architektonische Erneuerung" ins Leben. Ziel dieser Einrichtung war, nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges, zusammen mit jungen Architekten beim Wiederaufbau mitzuhelfen. Ab dem Jahr 1946 baute Le Corbusier in einem Stil, der sich den Skulpturformen näherte. Davon gibt etwa die Unité d`habitation in Marseille ein Beispiel. In der Zeit von 1950 bis 1954 wurde nach seinen Plänen die Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut in Ronchamps erbaut. Von 1961 bis 1964 wurde das von ihm geplante Gebäude des Carpenter Center for Visiual Art der Harvard University in Cambridge fertig gestellt.

Le Corbusier starb am 27. August 1965 in der Nähe von Cap Martin in Frankreich.


Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.

NameCharles Edouard Jeanneret-Gris

AliasLe Corbusier

Geboren am06.10.1887

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortLa Chaux-de Fonds (CH).

Verstorben am27.08.1965

TodesortCap Martin (F).