Biografie

Otto Sander

Der Schauspieler und Sprecher zählte zu den profiliertesten Mimen des deutschen Films. Nach dem Studium der Theaterwissenschaft begann er seine Karriere 1965 an den Düsseldorfer Kammerspielen. Im Laufe der 1970er Jahre avancierte Otto Sander zu einem der herausragendsten Bühnenschauspieler Deutschlands. Seine Karriere ist eng mit der Schaubühne in Berlin unter der Leitung von Peter Stein verbunden. Sander spielte vor allem in anspruchsvollen Produktionen mit, wie in Volker Schlöndorffs "Die Blechtrommel" (1979) oder Wolfgang Petersens "Das Boot" (1981). Für seine Hauptrolle in "Der Mann im Pyjama" wurde er 1982 mit dem Ernst-Lubitsch-Preis ausgezeichnet. Zu seinen erfolgreichsten Filmen zählen weiter "Der Himmel über Berlin" (1987), "In weiter Ferne, so nah!" (1993), "Sass" (2001) und "Bis zum Horizont, dann links!" (2012)...
Otto Sander wurde am 30. Juni 1941 in Hannover geboren.

Sander verbrachte seine Kindheit und Jugend in Hannover und Kassel. Dort ging er auch zur Schule und machte 1962 das Abitur. Nach seinem Wehrdienst bei der Marine studierte er bis 1967 Theaterwissenschaft, Germanistik, Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie. Sein Theaterdebüt gab Sander 1965 an den Düsseldorfer Kammerspielen. Danach spielte er Rollen am Heidelberger Theater und der Freien Volksbühne Berlin. Ab 1970 war Sander an der Schaubühne am Hallerschen Ufer in Berlin engagiert; dort trat er nicht nur auf, sondern war auch an Inszenierungen beteiligt. Zeitgleich neben seiner Theaterarbeit startete Otto Sander auch seine Karriere beim Film. Er spielte 1965 den Bauersohn und Steinbrucharbeiter in Roland Klicks "Ludwig" und feierte damit sein Leinwanddebüt.

Sander besuchte die Schauspielschule und stand nebenbei auf der Bühne des Münchner Rationaltheaters. Dort zeigte er bestes Kabarett und erhielt gute Kritiken für seine witzigen, spontanen und wortgewandten Auftritte. 1971 heiratete er die Schauspielerin Monika Hansen; er wurde Stiefvater von Ben und Meret Becker. In den 1970er Jahren wurde Sander bundesweit als Film- und Fernsehschauspieler bekannt. Er wirkte mit in Stücken und Filmen wie Heinrich von Kleists "Prinz Friedrich von Homburg" (1972), die "Optimistische Komödie" (1973) und "Die Bakchen" (1974). 1974 hatte Sander die Rolle eines Kriegsheimkehrers in "Lehmanns Erzählungen", spielte den strengen Junker in "Die Marquise von O." (1975), den Musiker Meyn in Volker Schlöndorffs "Die Blechtrommel" (1979) und den Ritterkreuzträger in Wolfgang Petersens Kriegs-Epos "Das Boot".

Sander erhielt für seine Hauptrolle in Hartmut Schmieges und Christian Rateukes "Der Mann im Pyjama" 1982 den Ernst-Lubitsch-Preis. Er konzentrierte sich aber nicht nur aufs Schauspiel, sondern war mit Freund und Kollege Bruno Ganz auch aktiv an der Verwirklichung des Schauspielerporträts "Das Gedächtnis" über Curt Bois beteiligt. Seine Arbeit setzte er in den 1980er und 1990er Jahren konsequent fort und war immer wieder in Filmen zu sehen, beispielsweise in "Der Himmel über Berlin" (1986) und "In weiter Ferne so nah" (1993) - beide mit Bruno Ganz. Sander war auch als Moderator, Synchron- und Radio-Sprecher tätig und trat bei Lesungen auf. Auch mit seinen Ziehkindern Ben Becker und Meret Becker stand er oft gemeinsam vor der Kamera - unter anderem in den Kinofilmen "Marlene" (2000) und "Sass" (2001).

Im Jahr 2005 war er unter der Regie von Régine Provvedi in "Little Spoon" zu sehen. 2007 spielte er auf der Bühne des Renaissance-Theaters in Berlin in "Das letzte Band" von Samuel Beckett und in Bochum im Stück "Der Ignorant und der Wahnsinnige" von Thomas Bernhard. Als Erzähler gestaltete er 2006 und 2008 die Kinoproduktionen "Das Parfum" und "Krabat". 2012 glänze er nochmals in der Filmkomödie "Bis zum Horizont, dann links!" von Bernd Böhlich. "Soko Wien" und "Polizeiruf 110" (2013) wurden seine letzten TV-Produktionen.

Otto Sander starb am 12. September 2013 in Berlin.
1964: Ludwig (Kurzfilm)
1970: Nicht fummeln, Liebling
1973: Einer von uns beiden
1974: Meine Sorgen möcht' ich haben
1975: Lehmanns Erzählungen
1975: Sommergäste
1976: Die Marquise von O.
1976: Vier gegen die Bank
1979: Phantom (Kurzfilm)
1979: Die Blechtrommel
1980: Palermo oder Wolfsburg
1980: Die Ursache (TV)
1981: Im Schlaraffenland. Ein Roman unter feinen Leuten (TV)
1981: Ein Fall für Otto Spalt (Kurzfilm)
1981: Das Boot
1981: Der Mann im Pyjama
1981: Kalt wie Eis
1986: Rosa Luxemburg
1986: Miko – Aus der Gosse zu den Sternen
1987: Der Himmel über Berlin
1987: Wahnfried
1987: Zum Beispiel Otto Spalt
1988: Der Bruch
1993: In weiter Ferne, so nah!
1994: Das Loch
1994: Totes Gleis (Polizeiruf 110)
1995: Das Versprechen
1995: Nikolaikirche
1995: Matulla und Busch (TV)
1996: Kondom des Grauens
1996: Gespräch mit dem Biest
1997: Comedian Harmonists
1997: Das Wunder von Wustermark (Polizeiruf 110)
1998: Bin ich schön?
1998: Untersuchung an Mädeln
1999: Der Einstein des Sex
2000: Les Misérables – Gefangene des Schicksals
2000: Marlene
2001: Sass
2002: Tödliches Vertrauen
2003: Dettmanns weite Welt (Polizeiruf 110)
2005: Little Spoon

Als Erzähler

1980: Eine Liebe in Deutschland
1990: Werner – Beinhart!
1993: Der olympische Sommer
1998: Der Laden (TV)
2000: Der Grinch
2003: Werner – Gekotzt wird später!
2006: Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders
2008: Krabat

NameOtto Sander

Geboren am30.06.1941

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortHannover (D).

Verstorben am12.09.2013

TodesortBerlin (D).