Biografie

Jil Sander

Die deutsche Modeschöpferin avancierte in den 1970er Jahren zu einer der international bekanntesten Designerinnen. Über 30 Jahre lang hat sie sich in der Modebranche einen Namen aufgebaut, der sie weltweit populär werden ließ. Jil Sander begann 1967 mit einer Modeboutique in Hamburg, die sie zu einem der bedeutendsten Modeunternehmen ausbaute, mit dem sie lange Jahre Trends setzte. Sie verhalf dabei der deutschen Mode zur Anerkennung. Sander realisierte ihre Vorstellungen in klaren, strengen Linien als eleganten Stil, der in feinsten Materialien sichtbar wurde...

Die einflussreichsten Mode-Designer des 20. Jhs.
Menschen und Marken
Jil Sander wurde als Heidemarie Jiline Sander am 27. November 1943 in Wesselburen bei Hamburg geboren.

Ihre Kinder- und Jugendjahre verbrachte Jil Sander in Wesselburen. Bereits in jungen Jahren zeigte sie ein außergewöhnliches Modebewusstsein, als sie in den 1950er Jahren statt Petticoats Hosen anzog. Nach dem Besuch der Realschule begann Sander ein Studium des Textilingenieurswesens. Nach ihrem Abschluss siedelte sie in die Vereinigten Staaten über. Dort war sie in Los Angeles als Redaktionsassistentin bei der Zeitschrift "McCalls" tätig. Zwei Jahre später kehrte sie nach Deutschland zurück. Sie ließ sich in ihrer Heimatstadt Wesselburen nieder und arbeitete als Modejournalistin in Hamburg für die Zeitschrift "Constanze" und später bei "Petra".

Im Jahr 1967 machte Sander sich selbstständig. Sie eröffnete ihre erste Modeboutique im Hamburger Stadtteil Pöseldorf in der Milchstraße, in der sie neben Mode aus Paris auch eigene Entwürfe anbot. 1974 stellte sie erstmals ihre eigene Kollektion in der Öffentlichkeit vor, mit der sie aber zunächst nicht den großen Wurf machte. Erst zwei Jahre später verhalf ihr der Zwiebel-Look beziehungsweise Lagen-Look & Kombinationsmode zum großen Erfolg. Schon zwei Jahre später, 1978, ergänzte Sander als erste deutsche Designerin ihre Mode mit der berühmten Pflegeserie "Jil Sander Woman Pur". Für ihr Parfum warb sie mit ihrem eigenen Gesicht. Im gleichen Jahr führte die japanische Modezeitschrift "High Fashion" Sander als eine der zwölf weltbesten Modedesignerinnen auf. In den Vereinigten Staaten machte sie sich mit der betonten Schlichtheit ihres Stils einen Namen als "Queen of the Less".

Im Jahr 1983 fasste Sander mit ihrer Mode auf dem italienischen Markt Fuß. Es folgten Niederlassungen in New York, in asiatischen Metropolen und in Paris. 1984 entwarf sie Accessoires und Brillen, und 1986 komplettierten Ledermäntel, Strickwaren, Krawatten und Einstecktücher das Kreativangebot Sanders. Längst waren ihre Produkte zu angesehenen Markenwaren geworden. Sie wurde eine der bedeutendsten Führungspersönlichkeiten im internationalen Modemarkt und machte die deutsche Mode nicht nur im Inland und weltweit populär, sondern setzte dabei auch neue Trends. Sander wurde zur bekanntesten deutschen Modedesignerin. Sie legte dabei viel Wert auf die Qualität nicht nur des Materials, sondern auch der Verarbeitung und des Entwurfs. Die Modezarin bevorzugte persönlich Hosenanzüge und einfache Blazer. Überhaupt neigte sie zur Schlichtheit in der Mode.

Sander vermied überflüssige Details, wobei sie dennoch zur Avantgarde tendierte. Diese Auffassung hatte sie sich zur Maxime gemacht und zeichnete ihr Design aus. Sander realisierte ihre Vorstellungen in klaren, strengen Linien als eleganten Stil, der in feinsten Materialien sichtbar wurde. Neben dem großen Erfolg in der Mode glänzte Sander auch als Unternehmerin. Sie baute sich ein internationales Unternehmen auf. 1989 wurde ihre Firma zur Aktiengesellschaft und an der Börse notiert. 1993 eröffnete sie den ersten Flagshipstore in der internationalen Modemetropole Paris, mit dem sie auf über 900 Quadratmetern auf vier Stockwerken verteilt aktuelle Modetrends präsentierte. 1997 nahm sie erstmals Herrenmode in ihre Kollektion auf. 1999 ging das Unternehmen Sanders in den italienischen Prada Konzern über, der die Aktienmehrheit erlangt hatte.

Zunächst sollte die Designerin weiterhin für den Entwurf der Kollektionen verantwortlich sein, doch diese Tätigkeit gab sie wegen Missverständnissen mit der neuen Geschäftsführung schnell auf. Zum Jahresbeginn 2000 schied Sander als Vorstandsvorsitzende der Jil Sander AG aus. Der Jil-Sander-Konzern galt mit einem Umsatz von 226,6 Millionen D-Mark als einer der profitabelsten auf dem internationalen Modemarkt. Im Mai 2003 kehrte Sander als Designerin in ihr früheres Unternehmen zurück. In dieser Funktion bescherte sie Prada mit der Präsentation ihrer Damenkollektion im Herbst 2003 einen neuen Geschäftserfolg. Wegen anhaltender Differenzen mit dem ehemaligen Gucci-Manager Gian Giacomo Ferraris, der die Leitung von Jil Sander übernommen und einen umstrittenen Sparkurs angeordnet hatte, trennte sich Sander jedoch Mitte November 2004 erneut und endgültig von der durch sie gegründeten Hamburger Modefirma.

Kurz zuvor war ihre Frühjahrskollektion 2005 noch begeistert gefeiert worden.

Jil Sander ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und lebt in Hamburg.


Die einflussreichsten Mode-Designer des 20. Jhs.
Menschen und Marken

NameJiline Sander

AliasJil Sander

Geboren am27.11.1943

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortWesselburen, Dithmarschen (D).