Biografie

Matthias Platzeck

Der Umweltwissenschaftler und Politiker war vom 2002 bis 2013 Ministerpräsident des Landes Brandenburg. Er engagierte sich in der Zeit von "Wende" und Wiedervereinigung zunächst beim Bündnis 90, um nach dessen Fusion mit den westdeutschen "Grünen" vorübergehend als Parteiloser und ab 1995 bei der SPD weiter zu arbeiten. Matthias Platzeck stellte von 1990 bis 1998 im Kabinett von Manfred Stolpe den brandenburgischen Umweltminister, der sich beim Oderhochwasser 1997 als "Deichgraf" bewährte. Als Oberbürgermeister von Potsdam (1998-2003) stieg er Mitte 2000 zum Landesvorsitzenden der SPD in Brandenburg auf. In der Nachfolge Stolpes amtiert Platzeck dann als Ministerpräsident Brandenburgs. Zudem stellte er von November 2005 bis April 2006 den Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD)...

Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland
Matthias Platzeck wurde am 29. Dezember 1953 in Potsdam (DDR) geboren.

Sein Vater war als Arzt tätig, seine Mutter arbeitete als medizinisch-technische Assistentin. Platzeck besuchte Schulen in Potsdam und Kleinmachnow. 1972 legte er sein Abitur ab. In der Zeit von 1972 bis 1974 leistete er den Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee (NVA). 1974 nahm Platzeck ein Studium an der TH Illmenau auf, wo er 1979 als Diplomingenieur für biomedizinische Kybernetik abschloss. Platzeck wurde 1979 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Institut für Lufthygiene nach Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz) berufen. 1980 wechselte er an das Kreiskrankenhaus Bad Freienwalde, wo er als Direktor für Ökonomie und Technik tätig wurde. 1982 trat Platzeck als Abteilungsleiter für Umwelthygiene in die Hygieneinspektion Potsdam ein. Diese Funktion nahm er bis 1990 wahr.

In diesen Jahren absolvierte Platzeck ein Aufbaustudium der Umwelthygiene an der Akademie für Ärztliche Fortbildung in Berlin(-Ost), das er 1987 abschloss. Im Vorfeld der Herbstunruhen von 1989, die zur Auflösung der DDR führten, war Platzeck bereits im umweltpolitischen Bereich engagiert. Im April 1988 gehörte er zu den Gründern der Potsdamer Bürgerinitiative "Arbeitsgemeinschaft für Umweltschutz und Stadtgestaltung". Im November 1989 gründete Platzeck mit weiteren Gesinnungsgenossen die "Grüne Liga", die er bis Februar 1990 als Sprecher bei den Verhandlungen des "Runden Tisches" in Berlin vertrat, an denen Vertreter aller Bürgerbewegungen und Parteien der DDR teilnahmen. Nach der Installation des Kabinetts Hans Modrow wurde Platzeck als Minister ohne Geschäftsbereich in die letzte SED-Regierung berufen, der er von Februar bis April 1990 angehörte.

Nach den ersten demokratischen Volkskammer-Wahlen vom März 1990, zog Platzeck in das Parlament der DDR ein, in dem er als Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktionsgemeinschaft Bündnis 90/Grüne tätig war. Im Oktober 1990 zog Platzeck, infolge der brandenburgischen Landtagswahlen, für Bündnis 90 in den Landtag von Potsdam ein. Einen Monat später wurde er als Minister für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung in die Ampelkoalition unter Ministerpräsident Manfred Stolpe berufen. In den Jahren von 1991 bis 1993 war er Mitglied des Bundessprecherrates der Partei Bündnis 90. Platzeck stellte von 1991 bis 1994 den brandenburgischen Vertreter im Bundesrat. Von 1994 bis 1998 war er stellvertretendes Bundesratsmitglied. Angesichts des Zusammenschlusses von Bündnis 90 mit der westdeutschen Partei Die Grünen schied Platzeck 1993 aus der Partei aus, da er diese Fusion nicht befürwortete.

Als parteiloser Minister führte er jedoch das brandenburgische Umweltministerium weiter. Nach den Landtagswahlen 1994 wurde Platzeck als parteiloser Umweltminister in die SPD-Regierung unter Stolpe berufen. Anfang Juni 1995 trat er der SPD bei. In der folgenden Legislatur machte sich Platzeck anlässlich des Oderhochwassers vom Sommer 1997 als kompetenter Krisenmanager einen Namen: Die effektiven Maßnahmen zur Bekämpfung des Hochwassers bescherten ihm den Spitznamen "Deichgraf". Im Juni 1998 wurde Platzeck Mitglied des Landesvorstandes der brandenburgischen SPD. Im September des Jahres trat er als SPD-Kandidat bei der Oberbürgermeisterwahl in Potsdam gegen die PDS an, gegenüber der er einen deutlichen Sieg davontrug. Platzeck legte im November 1998 sein Amt als Umweltminister nieder, um nun als Oberbürgermeister von Potsdam zu fungieren.

Im Dezember 1999 trat Platzeck in den Bundesvorstand der SPD ein. Im Juli 2000 erhob man ihn zum Landesvorsitzenden der SPD in Brandenburg. In dieser Funktion war er neben Ministerpräsident Manfred Stolpe zum "Kronprinzen" der brandenburgischen SPD aufgestiegen. Infolge des Rücktritts Stolpes wurde Platzeck im Juni 2002 zum Ministerpräsidenten Brandenburgs gewählt. Das Amt des Potsdamer Oberbürgermeisters gab er auf. Nach dem erneut erfolgreichen Krisenmanagement beim Elbhochwasser vom Sommer 2002, konnte Platzeck bei den Landtagswahlen 2004 die Regierungsmacht in Brandenburg verteidigen. Er zog erneut in den Landtag zu Potsdam ein und wurde für eine weitere Legislatur als Regierungschef des Landes bestätigt. Platzeck nam seit November 2004, im einjährigen Turnus, auch das Amt des Bundesratspräsidenten wahr.

In der Nachfolge von Franz Müntefering übernahm Matthias Platzeck im November 2005 den SPD-Parteivorsitz, welchen er jedoch aus gesundheitlichen Gründen bereits im April 2006 an Kurt Beck abgab. 2007 hatte er seine Frau Jeanette Jesorka geheiratet. Am 6. November 2009 wurde Platzeck vom brandenburgischen Landtag im Amt des Ministerpräsidenten bestätigt. 2011 erhielt er das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland. Nach vier Jahren im Amt kündigte er, aus gesundheitlichen Gründen, am 29. Juli 2013 zum 28. August 2013 seinen Rücktritt von allen politischen Ämtern an. Am 19. März 2014 übernahm er auf der Mitgliederversammlung nach erfolgreicher Kandidatur und einstimmiger Wahl den Vorsitz des Deutsch-Russischen Forums e.V.

Matthias Platzeck ist aus erster Ehe Vater von drei Kindern.


Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland

NameMatthias Platzeck

Geboren am29.12.1953

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortPotsdam (D).