Biografie

Karl-Heinz Köpcke

Der Nachrichtensprecher und Luftwaffenfunker prägte als Moderator maßgeblich die Geschichte der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten des westlichen Nachkriegsdeutschlands. Als Nachrichtensprecher der "Tagesschau" verlieh Karl-Heinz Köpcke von 1959 bis 1987 dem ARD-Format jenen halbamtlichen Charakter, der ihn und die Sendung zur Institution im bundesdeutschen Fernsehalltag werden ließ...

Prominente Vertreter der deutschen Fernsehkultur
Karl-Heinz Köpcke wurde am 29. September 1922 in Hamburg geboren. Sein Vater war als Techniker tätig.

Nach dem Abitur begann Köpcke in seiner Heimatstadt eine kaufmännische Ausbildung. Im Zuge der nationalsozialistischen Aufrüstungs- und Kriegspolitik musste er jedoch die Ausbildung abbrechen, da er 1941 zum Arbeitsdienst eingezogen wurde. Nach einer Ausbildung zum Luftwaffenfunker kam Köpcke im Zweiten Weltkrieg als Funktruppführer zum Einsatz. 1945 kam er in französische Kriegsgefangenschaft. Nach Kriegsende trat Köpcke 1946 bei Radio Bremen ein, wo er als Sprecher für Hörspiel- und Schulfunksendungen tätig wurde. Außerdem moderierte er dort Quizsendungen. 1948 heiratete Köpcke die Rundfunkkollegin Gertie Kelkenberg.

Schließlich wurde Köpcke zum Nordwestdeutschen Rundfunk, später Norddeutschen Rundfunk (NDR), nach Hamburg berufen, wo er im April 1949 zum Ersten Nachrichtensprecher avancierte. Ein Jahrzehnt später, am 2. März 1959, sprach Köpcke erstmals eine "Tagesschau" im ARD-Fernsehen, zu deren Chefsprecher er zu Jahresbeginn 1964 avancierte. In dieser Funktion entdeckte und beeinflusste er viele ihm nachfolgende Nachrichtensprecher. Die zentrale Nachrichtensendung des ARD-Fernsehens wurde seit den 1950er Jahren ausgestrahlt und hatte in einem halben Jahrhundert bisher nur fünf Chefsprecher: Köpcke, Werner Veigel, Dagmar Berghoff, Jo Brauner und seit Oktober 2004 Jan Hofer.

In mehr als 5.000 "Tagesschau"-Sendungen erlangte Köpcke in den folgenden 28 Jahren einen Bekanntheitsgrad, der an den des Bundeskanzlers heranreichte. Die ARD-Nachrichtensendung selbst erhielt in der bundesdeutschen Fernsehkultur der 1960er und 1970er Jahre, die noch vom Monopol der öffentlich-rechtlichen Sender geprägt war, den Charakter einer amtlichen Verlautbarung. Der Sendetermin der "Tagesschau" um 20 Uhr entwickelte sch zu einer festen Institution im Lebensalltag zahlreicher Bundesbürger. Köpcke erschien den Zuschauern mit der Autorität eines Regierungssprechers. Kam es jedoch zu unerwarteten Vorkommnissen in der öffentlichen Erscheinung des "Tagesschau"-Chefsprechers, wie etwa Versprecher oder ein Urlaubsbart Köpckes, so löste dies vehemente Debatten in der Öffentlichkeit aus.

Als 1978 in der gerade eingeführten zweiten ARD-Nachrichtensendung "Tagesthemen" der Nachrichtensprecher gegenüber der neuen Figur des Moderators in den Hintergrund gerückt wurde, protestierte Köpcke in der so genannten "Gähn- und Raschelaffäre" durch auffälliges Verhalten gegen das veränderte Sendekonzept. Köpcke verlas am 10. September 1987 seine letzte "Tagesschau"-Sendung. Er zog sich in den Ruhestand zurück und erkrankte an Krebs.

Karl-Heinz Köpcke starb am 27. September 1991 in Hamburg.


Prominente Vertreter der deutschen Fernsehkultur

NameKarl-Heinz Köpcke

Geboren am29.09.1922

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortHamburg (D).

Verstorben am27.09.1991

TodesortHamburg (D).

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