Biografie

José Carreras

Der spanische Tenor avancierte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Weltstar. 1970 debütierte er am Teatro Liceo seiner Heimatstadt Barcelona als Flavio in Bellinis Oper "Norma", worauf er zum Publikumsmagnet der großen Häuser in New York, London, Buenos Aires, und Wien aufstieg. Zu Beginn der 1980er Jahre übernahm José Carreras auch Partien wie Alvaro in Giuseppe Verdis "Die Macht des Schicksals", welche eine dramatische, feste Tongebung forderte; bemerkenswert war sein breites Spektrum des italienischen Opernrepertoires. Der katalanische Sänger gehört mit seiner unverwechselbaren Stimme und seinen überzeugenden Operninterpretationen, seit Beginn der 1990er Jahre, zusammen mit Plàcido Domingo und Luciano Pavarotti, zu den "drei Tenören", dem weltweit berühmtesten Sängertrio im internationalen Musiktheater...
Josep Maria Carreras Coll wurde am 5. Dezember 1946 in Barcelona (Spanien) geboren.

Schon in frühester Kindheit begeisterte er sich für Musik. Mit acht Jahren begann er das Konservatorium in seiner Heimatstadt zu besuchen. Seinen ersten öffentlichen Gesangsauftritt hatte er 1958 am Teatro Liceo. Nach weiteren kleinen Auftritten nahm Carreras ab 1964 eine professionelle Gesangsausbildung bei Francisco Puig, ab 1967 bei Juan Ruax in Barcelona auf. 1968 gab er sein Chemiestudium zugunsten der Gesangskarriere auf. Sein Tenordebüt vollzog er 1970 in einer Nebenrolle von Vincenzo Bellinis "Norma" am Teatro Liceo der katalanischen Hauptstadt.

Unter der Protektion der Opernsängerin Montserrat Caballé bot sich ihm noch im selben Jahr die erste Hauptrolle in der Oper "Lucrezia Borgia" von Domenico Donizetti. 1971 wurde Carreras in Busseto (Italien) mit dem ersten Preis des Verdi-Wettbewerbs ausgezeichnet. Erstmals sang er in Italien den Rodolfo in Giacomo Puccinis "La Bohème". Nach kleineren Auftritten in ganz Europa absolvierte der Tenor 1972 sein Debüt an der New York City Opera in "Madame Butterfly" von Giacomo Puccini. 1974 wirkte er an der Aufführung zweier Opern von Giuseppe Verdis mit: "La Traviata" am Royal Opera House Covent Garden und "Rigoletto" an der Wiener Staatsoper.

Im Jahr 1975 zog Carreras Erstauftritt an der Mailänder Scala - in einer Aufführung von Verdis "Un ballo in maschera" - die Aufmerksamkeit des Dirigenten Herbert von Karajan auf sich, der sich in der Folge maßgeblich für den Tenor einsetzen sollte. Von 1976 bis 1979 sang Carreras, dank mehrerer Engagements durch Karajan, in bedeutenden Verdi-Inszenierungen bei den Salzburger Opernfestspielen. Hier profilierte er sich mit seiner markanten Gesangsstimme als schönste Tenorstimme der Welt. 1981 sang er in Madrid, 1985/86 unter Karajan in Salzburg den Don José für Bizets "Carmen". Infolge seines umfangreichen Repertoires stieß der Tenor jedoch bereits Mitte der 1980er Jahre an die Grenzen seiner physischen Leistungsfähigkeit.

Seine Stimme litt unter zunehmenden Ermüdungserscheinungen, die zu einer Verengung ihres Spektrums beitrugen. Nachdem Carreras 1987/88 eine Leukämie-Erkrankung überwunden hatte, unterstellte er viele seiner nachfolgenden Auftritte dem nun einsetzenden Engagement zugunsten Leukämie-Kranker. 1988 gründete er die "Fundación Internacional José Carreras para la lucha contra la leucemia" mit Hauptsitz in Barcelona. 1989 schrieb er seine dramatische Auseinandersetzung mit der Krankheit in seiner Autobiographie "Singen mit der Seele" nieder. Inzwischen zählte Carreras, mit Luciano Pavarotti und Plàcido Domingo, zu den weltweit berühmtesten Tenören. Ihr erster gemeinsamer Auftritt als "Die drei Tenöre" datiert 1990, als sie die Fußballweltmeisterschaft in Italien durch ein denkwürdiges Konzert in den römischen Caracalla-Thermen künstlerisch begleiteten.

Der gemeinsame Auftrittserfolg wiederholte sich auch bei der nachfolgenden Fußballweltmeisterschaft von 1994 in Los Angeles. Ab 1995 gab es die "Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V." mit Sitz in München. Die Stiftung präsentierte jedes Jahr eine Benefizgala in Leipzig. 1996 unternahmen die drei virtuosen Sänger eine spektakuläre Welttournee, die zu einem sensationellen Publikumserfolg wurde. Im Dezember 2004 warb der Tenor bei der zehnten Benefizgala für leukämiekranke Menschen in Leipzig, die live in der ARD ausgestrahlt wurde und mehr als sechs Millionen Euro einnahm. Carreras wurde während der Veranstaltung selbst mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

José Carreras heiratete im Februar 2006 Jutta Jäger, mit der er sich in Barcelona niederließ. Am 8. Mai 2009 gab Carreras seinen Rückzug von der Opern-Bühne bekannt. Er erklärte aber weiterhin in Konzerten auftreten zu wollen.

NameJosé Carreras

Geboren am05.12.1946

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortBarcelona (ES).