Biografie

Carlo Carrà

Der Italiener war einer der führenden Repräsentanten des Futurismus und der metaphysischen Malerei. Er fand sich unter den Mitunterzeichnern des "Manifestes der futuristischen Malerei", das Berühmtheit erlangte. Zugleich war Carlo Carrà in seiner Stilistik offen für geometrische Strukturen und neutrale Farbtöne des Kubismus. Mit stark überzogenen Raumperspektiven und unheilvoll erscheinendem Licht bewirkte er geheimnisvolle Bildstimmungen. Nach dem metaphysischen Schaffensabschnitt folgte die Annäherung an die Bewegung "Valori Plastici", zu Deutsch: Plastische Werte. Sie stand der Pittura metafisica nahe, kehrte sich aber gegen den Futurismus, Expressionismus und Kubismus...
Carlo Carrà wurde am 11. Februar 1881 in Quargneto, Alessandria, geboren.

Carrà begann in Mailand ein Kunststudium. 1900 reiste er erstmals nach Paris. 1909 hatte er Kontakt mit dem italienischen Schriftsteller Emilio Filippo Tommaso Marinetti und dem italienischen Maler, Bildhauer und Schriftsteller Umberto Boccioni. Zusammen begründeten sie den Futurismus. Im Jahr darauf, 1910, unterzeichnete Carlo Carrà das berühmt gewordene "Manifest der futuristischen Malerei". Zugleich realisierte er in seinem Schaffen stark geometrische Strukturen, seine Tendenz zum Kubismus offenbart sich in der Verwendung neutraler Farbtöne. Die kubistische Ausdruckskraft kommt besonders in seinem Tuschewerk mit dem Titel "Scomposizione di bicchiere" (zu Deutsch: Auflösung eines Glases) zum Tragen.

Carrà entwickelte sich zu einer der herausragendsten Figuren der Künstlergruppe. Er verfasste unter anderem zahlreiche Beiträge für die Zeitschrift "Lacerba". 1911 begegnete ihm der Schriftsteller und Kritiker Guillaume Apollinaire (Wilhelm Apollinaris de Kostrowitzky), und er machte Bekanntschaft mit kubistischen Künstlern. Doch schon im Jahr 1916 wandte er sich vom Futurismus ab. Auslöser für Carràs Stilwechsel war eine Begegnung mit dem italienischen Maler Giorgio de Chirico in Ferrara, der er im Jahr 1915 beim Militärdienst kennen lernte. Nach einer kurzen Periode eines archaisierenden Stils fand er zur Pittura metafisica oder metaphysischen Malerei. Sie ist eine italienische Strömung zwischen den Jahren 1910 und 1920, die dem surrealistischen Stil rund zehn Jahre vorausging und später in ihn mündete.

Die metaphysischen Werke sind geprägt aus einer Mischung von realen und imaginären Elementen, wobei stark die Phantasie des Künstlers gefragt ist. Die Traumbilder weisen einen assoziativen Bildaufbau auf und stellen eine magische Bildstimmung her. Die metaphysische Malerei konkretisierte Carlo Carrà in Bildern wie "Das verzauberte Zimmer" oder "Die metaphysische Muse", die er beide im Jahr 1917 malte. Sie sind gekennzeichnet durch eine überzogene Raumperspektive und unheilvoll wirkendes Licht, die zusammen eine schauerliche Stimmung hervorrufen. Heute sind die Werke in Mailand im Privatbesitz. Nach dem metaphysischen Schaffensabschnitt folgte die Annäherung an die Bewegung "Valori Plastici", zu Deutsch: Plastische Werte. Sie stand der Pittura metafisica nahe, kehrte sich aber gegen den Futurismus, Expressionismus und Kubismus.

Die Bezeichnung der Strömung wurde von der gleichnamigen Zeitschrift von Mario Broglio abgeleitet. Der Künstler fand in dieser Stilphase Anregungen aus den Werken des toscanischen Malers Masaccio (Tommaso di Ser Giovanni di Simone Guidi Cassai). Damit verbunden war eine Ablehnung der internationalen Avantgarde und eine Hinwendung zur klassischen "italianità". In seiner späteren Phase wandte er sich dem Stillleben und der Landschaftsmalerei zu. In dieser Phase ließ er sich von Werken des italienischen Malers und Baumeisters Giotto die Bondone und von Paul Cézanne inspirieren.

Carlo Carrà starb im Jahr 1966 in Mailand.

NameCarlo Carrà

Geboren am01.01.1881

GeburtsortQuargneto, Alessandria (I).

Verstorben am01.02.1966

TodesortMailand (I).