Biografie

Giuseppe Verdi

Der Musiker und Komponist schrieb mit seinen zahlreichen Opern ein großes Stück europäischer Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts. Der Stoff von Giuseppe Verdis Inszenierungen verwies im Zuge der Romantik mitunter auch auf eine politische Botschaft, deren Gegenwartsbrisanz im unterdrückten Italien vor der Einigung die Opernhäuser in Orte der nationalen Konspiration verwandelte. Seine künstlerisch hochrangigen Bühnenwerke zählen zu den bedeutendsten in der Geschichte der Oper. Den späten Höhepunkt seines Schaffens markierten die vier Opern "Don Carlos" (1863), "Aida" (1871), "Otello" (1887) und "Falstaff" (1893)...
Giuseppe Fortunino Francesco Verdi wurde am 10. Oktober 1813 im Dorf Roncole bei Busseto in der Emilia (Italien) als Sohn eines Einzelhandelskaufmanns geboren.

Aufgrund seiner frühen Begabung genoss der junge Verdi dank der großzügigen Unterstützung einiger Gönner eine Ausbildung in der Musikschule von Busseto. In jungen Jahren begann er bereits, Musik zu komponieren. Mit 15 Jahren konnte er erstmals eine Komposition im Musiktheater von Busseto zur Aufführung bringen. 1832 wechselte Verdi nach Mailand, wo ihm jedoch die Aufnahme in das Konservatorium verweigert wurde. Stattdessen nahm ihn der Konzertmeister und Komponist V. Lavigna als Schüler am "Teatro della Scala" auf, wo er bis 1835 in die Lehre ging. In der Folge übernahm er für drei Jahre die Leitung der Musikkappelle seines Dorfes und trat er gelegentlich als Pianist in den umliegenden Ortschaften auf. 1836 heiratete Verdi Margherita Barezzi, mit der er in den beiden folgenden Jahren zwei Kinder hatte, die jedoch - wie auch die junge Mutter - kurz darauf verstarben.

Im November 1839 bescherte ihm die Aufführung seiner ersten Opernkomposition "Oberto" an der Mailänder Scala einen guten Anfangserfolg. Marelli, der Impresario des Hauses, beauftragte daraufhin Verdi mit der Komposition dreier Opern. Infolge der Todesfälle in seiner Familie misslang ihm das erste Werk, das als komische Oper "Il finto Stanislao" ein Misserfolg wurde. Marelli gelang es jedoch bald darauf, Verdi mit T. Soleras Libretto über "Nabucco" zu begeistern. Der Komponist schuf aus dem biblischen Stoff ein eindrucksvolles Opernerlebnis, das nach seiner Erstaufführung an der Mailänder Scala 1842 in nur vier Monaten 57 Vorstellungen erfuhr. In den folgenden neun Jahren komponierte der Meister 13 Opern, deren Aufführung er persönlich leitete und die seinen Ruhm in ganz Italien begründeten und bis nach Paris und London verbreiteten.

In dieser Zeit begann er mit der Opernsängerin Giuseppina Strepponi (verst. 1897) zusammenzuleben, die an der erfolgreichen Nabucco-Aufführung mitgewirkt hatte und die er 1859 heiratete. Beide ließen sich auf dem Gut Sant’Agata bei Busseto, in seiner Heimat, nieder. In den Jahren von 1851 bis 1862 brachte Giuseppe Verdi weitere acht Opern in italienischen Häusern und in Paris und Petersburg zur Aufführung. Seine Sympathien für die italienische Nationalbewegung war bereits durch die für die Romantik typische Hinwendung zu mittelalterlichen Opernstoffen zum Ausdruck gekommen: Inszenierungen wie "I Lombardi alla prima crociata" (1843), "La Battaglia di Legnano" (1849) und "I Vespri Siciliani" (1855) verklärten mittelalterliche Erhebungen Italiens gegen die Fremdherrschaft, die sie dem italienischen Publikum des 19. Jahrhunderts als eindrucksvolle Handlungsanweisung in der historischen Gegenwart vor Augen führten.

Der Erfolg dieser Opern verband sich auch mit ihrer gegenwartsbezogenen politischen Botschaft, die die damalige Öffentlichkeit zwischen den Zeilen der Aufführungen herauslas und gegen die aktuelle österreichische Fremdherrschaft wandte. 1859 spielte Giuseppe Verdi als angesehener Vertreter seiner Heimatprovinz eine aktive Rolle bei deren Integration in den neuen italienischen Nationalstaat. 1861 wurde er als Abgeordneter von Busseto in das Nationalparlament des Königreichs Italien in Turin gewählt. Unter dem Eindruck der italienischen Einigung verfasste er seine "Hymne der Nationen". 1874 trat er in den italienischen Senat ein. Die späten Höhepunkte seines Schaffens waren vier weitere Opern, die er 1863 ("Don Carlos"), 1871 ("Aida"), 1887 ("Otello") und 1893 ("Falstaff") aufführen ließ.

Giuseppe Verdi starb am 27. Januar 1901 in Mailand und wurde dort in der Kapelle des von ihm geschaffenen Altersheims für Musiker beigesetzt.
Opern

Oberto, Mailand 1839

Un giorno di regno, Mailand 1840

Nabucco, Mailand 1842

I Lombardi alla prima crociata (Die Lombarden), Mailand 1843

Ernani, 1844

I due Foscari (Die zwei Foscari), Rom 1844

Giovanna d'Arco (Jeanne d'Arc), 1845

Alzira, Rom 1845

Attila, Venedig 1846

Macbeth, Florenz 1847, Neufassung 1865

I Masnadieri (Die Räuber), London 1847

Jerusalem, Paris 1847

Il Corsaro, Triest 1848

La Battaglia di Legnano, Rom 1849

Luisa Miller, Neapel 1849

Stiffelio, Triest 1850

Rigoletto, Venedig 1851

Il trovatore, Rom 1853

La traviata, Venedig 1853

Les vêpres siciliennes, I vespri siciliani, 1855

Aroldo, Rimini 1857

Simon Boccanegra, 1857, Neufassung 1881

Un ballo in maschera, Rom 1859

La forza del destino, 1862, Neufassung 1869

Don Carlos, Paris 1867

Aida, Kairo 1871

Otello, Mailand 1887

Falstaff, Mailand 1893


Geistliche Musik

Messa per Rossini, 1869

Messa da Requiem (Manzoni-Requiem), 1874

Pater noster für fünfstimmigen Chor, 1880

Ave Maria für Sopran und Streichquartett, 1880

Quattro pezzi sacri, 1898

Ave Maria (Messa di Gloria), 1833

NameGiuseppe Verdi

Geboren am10.10.1813

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortRoncole (I).

Verstorben am27.01.1901

TodesortMailand (I).