Biografie

Jörg Immendorff

Der deutsche Maler und Grafiker wurde mit seinen politischen Bildern bekannt. Jörg Immendorff machte revolutionäre und demokratische Ideen zu seinem Bildgegenstand. Zu seinen künstlerischen Themen zählen gleichfalls die Teilung von Deutschland und ihre Folgen, mit der er sich in seinem expressiv-symbolischen Werk "Café Deutschland" (1977) beschäftigte. Seine metaphorische Zeichensprache übertrug er auch auf die Skulpturkunst. Immendorffs "Akademie"-Bilder stellen in Selbstironie seine akademischen Lehrtätigkeiten dar. Sein spätes Werk ähnelte in der Verwendung einer verschlüsselten Symbolsprache der italienischen Arte Cifra...
Jörg Immendorff wurde am 14. Juni 1945 in Bleckede bei Lüneburg geboren.

Immendorff studierte von 1963 bis 1964 an der Kunstakademie Düsseldorf das Fach Bühnenkunst. Er war Schüler des Bühnenbildners, Malers und Grafikers Teo Otto sowie des Objektkünstlers und Zeichners Joseph Beuys. Bereits in dieser Zeit organisierte er in Düsseldorf öffentliche Kunstaktivitäten unter der Bezeichnung "LIDL", die er auch in anderen Städten und im Ausland inszenierte. In den Jahren von 1968 bis 1980 war er Kunsterzieher an der Dumont-Lindemann-Hauptschule in Düsseldorf. In dieser Zeit besuchte Immendorff den Maler, Zeichner und Bildhauer Ralf Winkler, besser bekannt unter dem Künstlernamen A. R. Penck, in Ostberlin.

Penck lebte damals in Dresden. Aus diesem Treffen ergaben sich Gemeinschaftsarbeiten unter der Bezeichnung "Kollektiv Immendorff-Penck". Von den Werken des italienischen Malers Renato Guttuso holte sich Immendorff wegweisende Anregung, so zum Beispiel die Polemik, die er für sein Schaffen vereinnahmte. Im Besonderen ist diesbezüglich der Werktitel "Café Gréco" (1976) des Italieners zu nennen. In Anlehnung an dieses Werkvorbild begann im Jahr 1977 Immendorffs Serie "Café Deutschland". Es befasst sich mit der Teilung Deutschlands und ihren Folgen für Kunstbetrieb und Gesellschaft. Zudem wurde diese Arbeit durch die Begegnung mit dem Künstler A. R. Penck motiviert. Immendorff besuchte ihn zum zweiten Mal im Jahr 1977 in der DDR.

Seine Arbeitsweise kennzeichnete Immendorff als einen Repräsentanten der Postavantgardisten. In der zweiten Hälfte der siebziger Jahre näherte er sich dem Kreis der "Neuen Wilden" an. 1979 erfolgte ein dritter Besuch bei A. R. Penck in Dresden. In dieser Zeit arbeitete Immendorff in der Grünen/Bunten-Bewegung "Initiative Bunte Liste Düsseldorf" (ILB) mit. Es folgten verschiedene Gastlehrtätigkeiten. 1981 nahm er eine Gastprofessur an der Konsthögskolan in Stockholm an. Von 1982 bis 1983 übte er eine Gastlehrtätigkeit an der Kunstakademie Hamburg aus, in der "Klasse F+F" in Zürich und an der Kunstakademie Trondheim. In den beiden Jahren 1984 und 1985 war er Gastlehrer an der Werkschule Köln und an der Akademie der Bildenden Künste in München. 1984 eröffnete Immendorff die Paloma-Bar im Hamburger Stadtteil St. Pauli.

Im Jahr darauf stellte er seine große Plastik von dem Schauspieler Hans Albers fertig, durch die er einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde. 1986 lieferte er den Entwurf zum Bühnenbild und zu den Kostümen der Richard Strauss-Oper "Elektra" am Bremer Stadttheater. In den Jahren 1987 und 1988 hielt sich der Künstler in Auckland, Neuseeland auf. 1987 stattete er den phantastischen Rummelplatz "Luna Luna" von André Heller aus. Immendorff wurde Professor für Malerei am Städelschen Institut in Frankfurt a.M. Ab dem Jahr 1996 wurde er Professor in Düsseldorf. Ein Jahr später wurde er mit dem Marco-Preis des Monterrey-Museums in Mexiko, dem höchstdotierten Kunstpreis der Welt, geehrt.

Jörg Immendorff realisierte eine Malerei im erzählenden Stil. Seine Themen stammten aus der Kultur, Geschichte, Gesellschaft und Politik. In seinen Kunstwerken setzte er sie mit schwarzem Humor um. Die Gegenstände seiner Bildwerke sind im realistischen Stil wiedergegeben. Immendorffs Bilderstimmungen sind größtenteils düster. Oftmals integrierte er in seine Bildräume bekannte Personen aus der Öffentlichkeit, Politik oder Kunst und verlieh ihnen somit eine bestimmte Intention. Viele seiner Werke sind reflexiv, wie zum Beispiel der Titel "Treffen zu Ehren des dogmatischen Bildes – Das Reden von Beuys wird überbewertet" (1989) signalisiert. Damit wird auf ein Werk von Joseph Beuys mit dem Titel "Das Schweigen von Marcel Duchamp wird überbewertet" verwiesen.

Zitate von Werken anderer Künstler in Immendorffs Bildern, andere Bezüge aus der Kunstgeschichte oder überhaupt Verweise sind ein bezeichnendes Merkmal im Kunstschaffen von Immendorff. Seine praktische künstlerische Tätigkeit wurde von zahlreichen Publikationen begleitet. Im Folgenden ein Titelauszug daraus: "Immendorff besucht y. Deutschland mal Deutschland - Ein Deutsch-Deutscher Vertrag" (1979), "Interview mit Joseph Beuys, Fortsetzung" (1979), "Brandenburger Tor – Weltfrage" (1982), "FF-bringts" (1983), "FF-bringts 'La Paloma'" (1984), "Ein Gedicht" (1986), "Monolog im Malerhauptquartier" (1987) oder "Dem alten Wahnsinn entgegen" (1989). 1997 wurde er Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Salzburg.

Im selben Jahr nahm er eine Gastprofessur an der Academy of Fine Arts in Tianjin in der Volksrepublik China an. 1999 wurde seine 25 Meter hohe Skulptur "Elbquelle" in Riesa offiziell eingeweiht. Jörg Immendorff war seit Juli 2000 mit der Malerin Oda Jaune verheiratet. Sie bekamen eine gemeinsame Tochter namens Ida. Nachdem die Polizei Immendorff am 16. August 2003 mit neun Prostituierten und Kokain in der Luxus-Suite eines Düsseldorfer Hotels überrascht hatte, sah sich der Künstler mit staatsanwaltlichen Ermittlungen wegen Drogenbesitzes konfrontiert. Außerdem drohte ihm der Verlust seines Beamtenstatus und damit auch des Lehrstuhls an der Kunstakademie. Ungeachtet dessen eröffnete der Maler bereits Mitte September 2003 wieder eine Ausstellung in einer Galerie in Berlin-Mitte.

Anfang August 2004 wurde Immendorff vom Düsseldorfer Landgericht wegen Kokainbesitzes zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Des Weiteren musste er 150.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Aufgrund des schlechten Gesundheitszustandes Immendorffs, er litt an der neurologischen Krankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), verzichtete das Gericht auf die Inhaftierung und setzte die Strafe zur Bewährung aus. Am 19. Mai 2005 bekam Immendorff den Medienpreis "Goldene Feder" der Bauer Verlagsgruppe verliehen. Bei der Verleihung des Medienpreises "Bambi" im Dezember 2006 wurde er in der Kategorie "Kunst" ausgezeichnet.

Jörg Immendorff verstarb am 28. Mai 2007 an den Folgen seiner Krankheit.
1997 - Premio Marco 1996

1998 - Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland

2000 - Preis der Kulturstiftung Dortmund

2005 - Goldene Feder für sein Lebenswerk

2006 - Goslarer Kaiserring

2006 - Bambi Kunst

NameJörg Immendorff

Geboren am14.06.1945

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortBleckede bei Lüneburg (D).

Verstorben am28.05.2007

TodesortDüsseldorf (D).