Biografie

André Heller

Der österreichische Aktionskünstler, Kulturmanager, Autor, Schauspieler und Liedermacher wurde durch die spektakuläre Umsetzung phantastischer und visionärer Ideen bekannt. Zu seinen bekanntesten Projekten zählten 1976 der "Zirkus Roncalli", 1981 das "Poetische Varieté Flic Flac" und 1985 die chinesische Artistenshow "Begnadeter Körper". 1998 realisierte er das Projekt "Meteorit" in Essen, eine unterirdische Halle mit Wunderkabinetten und Multimedia-Shows. Außerdem ist André Heller als Autor von Liedern, Büchern und Theaterstücken sowie als Filmregisseur bekannt...
André Heller wurde mit bürgerlichem Namen Franz Heller als Sohn eines Süßwarenfabrikanten am 22. März 1947 in Wien geboren.

Aufgewachsen in wohlhabenden Verhältnissen besuchte er zunächst eine Jesuitenschule in Wien. Danach ließ er sich im Schauspiel ausbilden. 1967 wurde der Rundfunksender Ö3 gegründet, an dessen anfänglichen Programmgestaltung Heller beteiligt war. In dieser Zeit trat er häufig als Liedermacher auf und wurde einem breiten Publikum bekannt. In den 1970er Jahren steigerte Heller seine Popularität als Interpret poetischer Liedertexte in düsterer, makaberer Aufmachung und typischem Wiener Dialekt. 1970 heiratete er die Schauspielerin und Sängerin Erika Pluhar, mit der er bis zur Scheidung 1984 insgesamt 14 Jahre verheiratet sein sollte. 1968 kam Hellers erste Langspielplatte (LP) heraus.

In der Folgezeit besang er weitere LPs wie beispielsweise "Die wahren Abenteuer sind im Kopf" und "Abendland" (1976), "Basta" (1978), "Verwunschen" (1980), "Stimmenhören" (1983) und die "Narrenlieder" (1985). Berühmt wurde Heller jedoch als Visionskünstler in der Umsetzung märchenhafter Ideen. So inszenierte er publikumswirksam künstlerische Veranstaltungen, Happenings und Multimedia-Shows. Eine Grundtendenz seiner Eventshows war deren poetische Note, mit der er einen Gegenakzent zur versachlichenden, rationalistischen Welt der modernen Technologie setzen wollte. Mit diesem Anspruch verpflichtete sich Heller 1976 beim Zirkus Roncalli, um sein Publikum unter dem Zirkuszelt zu verzaubern.

Es folgten weitere phantasievoll-poetische Illusionsveranstaltungen wie etwa 1981 das Varieté Flic Flac. Eine begeisterte Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erregte das Großfeuerwerk "Theater des Feuers", das Heller in den Jahren 1983 und 1985 veranstaltete. 1986 präsentierte er der Öffentlichkeit die chinesische Akrobatenshow "Begnadete Körper". Im gleichen Jahr kreierte Heller die Luftskulpturen "Drachenfisch, Halbmond und Traumstation". 1987 eröffnete Heller den Vergnügungspark "Luna Luna" in Hamburg, in dem er moderne Kunst vorstellte. Im gleichen Jahr folgte die Clownparade "Lachenmachen". Ebenfalls 1987 stellte er in der Veranstaltung "Body and Soul" die Kultur der Afroamerikaner vor.

Im Jahr 1990 führte Heller durch das Varietéprogramm "Wintergarten", das unter dem Titel "Wonderhouse" am Broadway zur Aufführung kam. 1992 präsentierte er die Monumentalskulptur "Bamboo Man" in Hongkong. Der Aktionskünstler versetzte 1993 sein Publikum mit dem Spektakel "Sein und Schein" am Wiener Burgtheater in Illusion. Im gleichen Jahr führte Heller in München die Revue "Magneten", wodurch er sein Publikum für die Kultur der Roma sensibilisierte. Für den Kristallglashersteller Swarovski in Tirol inszenierte er 1995 die unterirdischen "Swarovski-Kristallwelten" in Innsbruck. Diese erfolgreiche Darstellung wurde von einem Millionenpublikum besucht. Das Thema der asiatischen Kultur hatte die 1997 realisierte Vorstellung "Yume – Reise in eine magische Welt" zum Gegenstand.

Heller führte 1998 das Projekt "Meteorit" in Essen durch. Bei diesem Aktionsprojekt präsentierte er auf der Fläche von 15.000 Quadratmetern in einer unterirdischen Halle Wunderkabinette, eine Kinderzone und Multimedia-Shops. Das 35 Millionen DM teure Ereignis wurde vom Stromkonzern Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerke (RWE) finanziert. Schließlich betätigte sich Heller auch als Filmemacher: 2002 drehte er zusammen mit Othmar Schmiederer den Dokumentarfilm "Im toten Winkel – Hitlers Sekretärin", der durch ein Interview mit Traudl Junge die Lebenserinnerungen der Privatsekretärin von Adolf Hitler auf beeindruckend authentische Weise zum Ausdruck bringt.

Neben seiner Betätigung als Liedermacher und Aktionskünstler trat Heller auch vielfach als Schriftsteller an die Öffentlichkeit. So erschienen von ihm unter anderem Titel wie "Es werde Zirkus" (1976), "Auf und davon" (1979), der Photoband "Das Jahr ohne Widerruf" (1979), "Sie nennen mich den Messerwerfer" (1979), "Die Sprache der Salamander. Lieder 1971-1981" (1981), "Schattentaucher – 60 Beschreibungen aus dem Leben des Ferdinand Alt" (1987), "Schlamassel" (1993), "Bilderleben" (2000) und "Als ich ein Hund war" (2001). Ob Visionär oder Selbstdarsteller – so die Meinungsbandbreite des nicht unumstrittenen Künstlers –, seine oft kostspieligen Projekte und Ideen, die stets etwas Magisches und Traumhaftes vermitteln, feiern bis heute internationale Erfolge.

Im Jahr 2004 beteiligte sich Heller mit der Kreation eines Riesenfußballs in Form eines Globus an der Werbung für die Fußballweltmeisterschaft 2006: Das Bauwerk wurde in einer Wanderausstellung bis zum WM-Beginn in allen deutschen Spielorten präsentiert. Der öffentlich begehbare Globus wurde dabei als Raum für Ausstellungen, Happenings und andere Veranstaltungen genutzt. 2004 folgte mit "Jessye Norman" eine Dokumentation von Heller und Othmar Schmiderer. 2005 startete er mit der Show "Afrika! Afrika".

NameFranz Heller

AliasAndré Heller

Geboren am22.03.1947

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortWien (A).