Biografie

Hubert Burda

Der promovierte Kunsthistoriker, Mäzen und Verleger studierte in mehreren europäischen Metropolen, bevor er ab 1966 in leitenden Positionen für das elterliche Verlagsunternehmen tätig wurde. 1987 übernahm Hubert Burda als alleiniger Gesellschafter und Vorsitzender des Vorstandes den Traditionsverlag seines Vaters Senator Franz Burda. Durch zahlreiche Akquisitionen in der Branche, baute er das Unternehmen "Hubert-Burda-Medien" zu einem der größten Medienkonzerne Europas aus. Den 1948 erstmals vom Hause Burda als Filmpreis verliehenen "Bambi" machte er zur renommiertesten und populärsten Medienauszeichnung Deutschlands. Mit der Gründung des Nachrichtenmagazins Focus gelang es ihm 1993, in Zusammenarbeit mit Helmut Markwort, eine bis heute bestehende Konkurrenz gegenüber dem Rivalen "Der Spiegel" aufzubauen und zu behaupten...

Bedeutende Vertreter des deutschen Verlagswesens
Hubert Burda wurde am 9. Februar 1940 als dritter Sohn des Verlegers Franz Burda und dessen Ehefrau Aenne Burda in Heidelberg geboren.

Burda wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf. Nach Abschluss der Schule mit Abitur studierte er von 1960 bis 1965 an den Universitäten München, Rom, London und Paris Kunstgeschichte, Archäologie und Soziologie. Anschließend promovierte er über Ruinenmalerei zum Dr. phil. Danach wechselte Burda nach New York, wo er unter anderem beim amerikanischen "Time Magazin", der Times Inc. und der Werbeagentur Young & Rubicam ein Volontariat absolvierte. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland im Jahr 1966 übernahm Burda im Verlag seiner Eltern erste leitende Aufgaben als verantwortlicher Leiter der Zeitschrift "Bild und Funk".

Hierbei erreichte er bereits nach wenigen Monaten Auflagesteigerungen von über 20 Prozent, wodurch sich seine Position im Verlag weiter stärkte. Kurz darauf wurde er zum Geschäftsführenden Gesellschafter des Burda-Verlags erhoben. 1965 bis 1975 war er auch als Chefredakteur der Illustrierten "BUNTE" tätig. Sein Vater, Senator Franz Burda, verstarb am 30. September 1986 im Alter von 83 Jahren in Offenburg. Damit erfolgte die Übergabe der Geschäftsleitung des Burda-Verlags an seine drei Söhne Franz, Frieder und Hubert. Hubert Burda übernahm 1987 - nach einer Realteilung des Erbes unter den drei Brüdern - als alleiniger Gesellschafter und Vorsitzender des Vorstandes des Burda-Verlags die Geschäftsführung des Hauses.

Franz und Frieder Burda übernahmen die Beteiligungen am Springer Verlag, an amerikanischen Druckereien und an Papierfabriken. Das Unternehmen Burda firmierte nunmehr unter dem Namen "Hubert Burda Medien". Als weitere Mitglieder traten 1987 in die Geschäftsleitung der ehemalige Schulfreund und CDU-Politiker Jürgen Todenhöfer, der heute stellvertretender Vorsitzender der "Hubert Burda Media" ist, sowie der spätere "Focus"-Chefredakteur Helmut Markwort ein. Das Erfolgstrio der Geschäftleitung schuf 1993 mit dem "Focus" ein Nachrichtenblatt, das sich neben dem "Spiegel" zu einem etablierten Printmagazin auf dem Markt entwickelte und die Monopolstellung des "Spiegel" durchbrach.

Burda verfolgte eine expansive Firmenpolitik und führte mit innovativen Ideen sowie unternehmerischem Feinsinn das Verlagshaus auch zu einem international etablierten Unternehmen der Multimediabranche. 1991 heiratete Hubert Burda die Ärztin und Schauspielerin Maria Furtwängler. Es ist seine zweite Ehe, aus der die beiden Kinder Jakob und Elisabeth hervorgingen. Sein Sohn Felix Burda aus erster Ehe (mit Christa Maar), ein ebenfalls promovierter Kunsthistoriker, verstarb am 23. Januar 2001 an Darmkrebs. 1994 gründete Burda zusammen mit weiteren Partnern die Internet-Plattform "Europe Online". Burda und das italienische Verlagshaus RCS Rizzoli Corriere della Sera vereinbarten 1995 eine Kooperation: Burda beteiligte sich bei RCS Periodici (OGGI, AMICA, IL MONDO) in Mailand.

Rizzoli wurde am Burda Verlag Osteuropa beteiligt, in dem seit 1995 die Burda-Verlagsaktivitäten in Osteuropa gebündelt sind. Gleichzeitig beteiligen sich die Partner an der Verlagsgruppe Milchstrasse. 1996 startete der Internatauftritt FOCUS ONLINE. Im selben Jahr startete auch die Pro7 Sendung FOCUS TV. 1997 wurde Dr. Hubert Burda zum Präsidenten des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) gewählt. Für sein gesellschaftliches Engagement wurde Burda 1997 mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet. 1999 wurde die Hubert Burda Stiftung gegründet, die sich der Förderung von sozialen, kulturellen und wissenschaftlichen Projekten verpflichtet hat. Dazu zählt auch Burdas Engagement zur Verbesserung der deutsch-jüdischen Beziehungen, die Unterstützung der Shoah-Stiftung, die Gründung des Petrarca-Literaturpreises und der "Felix-Burda-Stiftung für Krebsforschung".

Nach rund 19-monatiger Bauzeit wurde 2000 der Burda Medien Park in Offenburg eingeweiht. Im selben Jahr erhielt Burda den "Print-Medien-Preis" der bayerischen Landesregierung. Ebenso bündelte Hubert Burda Media ihre Internet-Unternehmen unter dem Dach der FOCUS Digital AG, die am 13. Juli an der Börse platziert wurde. 2001 startete die FOCUS Digital AG und TOMORROW Internet AG und fusionierten zum größten Internet-Medienkonzern Deutschlands, der TOMORROW FOCUS AG. Im selben Jahr wurde Burda mit der Ehrendoktorwürde der Ben-Gurion Universität Israel bedacht. 2002 erhielt Dr. Hubert Burda die Ehrensenatorwürde der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. 2003 feierte Hubert Burda Media sein 100-jähriges Firmenjubiläum.

Anfang November strahlte der deutsch-französische Kultursender "ARTE" eine Dokumentation über das Leben und Werk des Verlegers aus. Die Verlagsgesellschaft "Burda Rizzoli France" erwarb im selben Jahr den französischen Zeitschriftenverlag Catherine Nemo Holding (Editions Nuit et Jour). Gegen Jahresende 2004 übernahm Hubert Burda Media die Hamburger Verlagsgruppe Milchstrasse. Zu ihr gehören die Titel TV Spielfilm, Amica, Max, Cinema und Tomorrow. An der Zeitschrift "Fit for Fun" hält Hubert Burda Media 80 Prozent. Im Februar 2005 konnte Burda für das Geschäftsjahr 2004 den höchsten Gewinn in der 100jährigen Verlagsgeschichte vermelden. Anfang Mai desselben Jahres wurde bekannt, dass Burda im ersten Quartal 2005 mit 39 Titeln und einer Verkaufsauflage von 17.731.983 Exemplaren die Position des Marktführers errungen hatte.

Seine Mutter, Aenne Burda, starb am 3. November 2005 im Alter von 96 Jahren im Kreis der Familie in Offenburg. Für seine Verdienste um die Aussöhnung zwischen Deutschen und Juden wurde Hubert Burda mit dem Lea Baeck-Preis 2006 geehrt. Diese Auszeichnung wird vom Zentralrat der Juden in Deutschland an diejenigen Menschen vergeben, die sich in herausragender Weise für die jüdische Gemeinschaft einsetzen.



Bedeutende Vertreter des deutschen Verlagswesens
Internationale Vertreter der Medienindustrie

NameHubert Burda

Geboren am09.02.1940

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortHeidelberg (D).