Biografie

Fritz Pleitgen

Der deutsche Journalist prägte über vier Jahrzehnten das öffentlich-rechtliche Fernsehen der Bundesrepublik. Fritz Pleitgen avancierte durch seine Auslandsberichterstattung aus Moskau, Ostberlin und Washington in den 1970er und 1980er Jahren zum "Reporter des Kalten Krieges". Von 1995 bis 2007 war er Intendant des Westdeutschen Rundfunks. Neben der WDR-Intendanz nahm er von 2001 bis 2002 als Vorsitzender der ARD Einfluss auf die deutsche Fernsehkultur. Außerdem war Pleitgen für die Europäische Rundfunkunion aktiv, der er seit 2002 als Vizepräsident und seit September 2006 als Präsident vorstand...

Prominente Vertreter der deutschen Fernsehkultur
Fritz Ferdinand Pleitgen wurde am 21. März 1938 in Duisburg geboren.

Bereits mit 14 Jahren arbeitete Pleitgen als freier Mitarbeiter für Sport- und Gerichts-Berichterstattung für die Lokalausgabe Bünde der Freien Presse Bielefeld. Hier trat er auch 1959 ein zweijähriges Volontariat an. Zu Jahresbeginn 1963 stieg Pleitgen beim WDR-Fernsehen in Köln ein, wo er bis 1970 für die "Tagesschau" tätig war. Hier begann bereits die Auslandsberichterstattung des Journalisten, der von Brüssel und Paris über die Beratungen von "Europäischer Wirtschaftsgemeinschaft" (EWG) und NATO informierte sowie 1967 vom Nahen Osten über den "Sechs-Tage-Krieg" zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn berichtete.

Im Jahr 1970 wurde Pleitgen als Auslandskorrespondent der ARD nach Moskau berufen, von wo er das deutsche Fernsehpublikum bis 1977 über die inneren Vorgänge in der Sowjetunion in einer Weise auf dem Laufenden hielt, dass er bald zum "Reporter des Kalten Krieges" avancierte. Mitte 1977 wechselte Pleitgen in derselben Funktion nach Ostberlin, nachdem ihn Klaus Bednarz in Moskau abgelöst hatte. Bis 1982 prägte der Auslandskorrespondent durch seine Berichterstattung und Reportagen aus der DDR nachhaltig das Bild der bundesdeutschen Öffentlichkeit über den anderen deutschen Staat.

In der Nachfolge Peter Merseburgers ging Pleitgen Mitte 1982 nach Washington, um von dort bis 1987 als USA-Korrespondent der ARD die Ära der Reagan-Administration - nicht ohne kritische Urteile gegenüber der Politik des Präsidenten - zu dokumentieren. Nachdem Pleitgen 1987/88 vorübergehend das ARD-Studio in New York geleitet hatte, wurde er Mitte 1988 zum Chefredakteur des WDR-Fernsehens berufen. Wenig später übernahm er auch die Moderation des Auslandsmagazins "Weltspiegel".

Zu Jahresbeginn 1994 avancierte Pleitgen zum Hörfunkdirektor des WDR, dessen fünf Programme er inhaltlich neu strukturierte. Mitte 1995 wurde Pleitgen in der Nachfolge Friedrich Nowottnys zum Intendanten des WDR bestellt. Der neue Chef des größten ARD-Senders setzte in seiner Programmgestaltung auf Qualität, indem er durch guten Fernsehjournalismus (Reportagen, Dokumentarfilme) und gehobene Unterhaltungsfilme die Zuschauerzahlen zu erhöhen suchte. Während seiner Amtszeit förderte Pleitgen im Zeichen der neuen Medienrevolution überdies den Ausbau des Online-Programms der ARD. Schließlich wirkte er selbst als Moderator des sonntäglichen ARD-"Presseclubs" aktiv an der Programmgestaltung mit.

Pleitgen wurde 2000 für eine weitere Amtszeit als Intendant des WDR bestätigt. Zu Jahresbeginn 2001 berief man Pleitgen außerdem zum Vorsitzenden der ARD. In den folgenden Monaten engagierte sich der neue Vorsitzende des "Ersten" vor allem in der Auseinandersetzung über die Fernsehübertragungsrechte für die Fußball-Weltmeisterschaften von 2002 und 2006. Zum Jahresende 2002 legte Pleitgen den ARD-Vorsitz nieder. Er nahm nun, neben der WDR-Intendanz, die Funktion des stellvertretenden Vorsitzenden der ARD wahr. Im September 2004 zog der stellvertretende ARD-Vorsitzende und WDR-Intendant gegen die geplante Einführung einer staatlich festgelegten Quote im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu Felde: Pleitgen warnte in diesem Zusammenhang vor Eingriffen in die Programmautonomie der Sender.

Auch im Januar 2005 sprach sich der WDR-Intendant dafür aus, Politiker künftig aus Rundfunkgremien auszuschließen, um die Unabhängigkeit der Medien zu gewährleisten. Am 17. Dezember 2006 moderierte Fritz Pleitgen nach fast 300 Sendungen zum letzten Mal den ARD-"Presseclub", eine der ältesten Sendereihen im deutschen Fernsehen. Monika Piel folgte ihm nach. Im Mai 2005 wurde Pleitgen als europäische Medienpersönlichkeit mit der "Médaille Charlemagne pour des Médias Européens" in Aachen ausgezeichnet. Seit 1. April 2007 ist Pleitgen Vorsitzender der Geschäftsführung der Ruhr 2010 GmbH.

Fritz Pleitgen ist seit 1969 mit Gerda Lichtenberg verheiratet und Vater von vier Kindern.


Prominente Vertreter der deutschen Fernsehkultur

NameFritz Pleitgen

Geboren am21.03.1938

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortDuisburg (D).