Biografie

Klaus Bednarz

Der promovierte Osteuropa-Experte und Journalist zählte nach mehr als drei Jahrzehnten Dienstzeit zur "alten Schule" des öffentlich-rechtlichen Fernsehjournalismus. Zahlreiche Feinde und mindestens ebenso viele Freunde verschaffte sich Klaus Bednarz als Moderator des kritischen ARD-Politmagazins "Monitor" (1983-2001), das unter seiner 18-jährigen Redaktionsleitung zur Schule des investigativen Journalismus in Deutschland avancierte. Seit 1967 arbeitete er als Fernsehkorrespondent, u. a. als Auslandskorrespondent in Polen (1971–1977) und in der Sowjetunion (1977–1982). Ab 2002 war Bednarz als Sonderkorrespondent und Chefreporter für das WDR-Fernsehen tätig. In seinen Fernsehreportagen und Buchveröffentlichungen beschäftigt er sich neben den Ländern in Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion auch mit dem Süden Chiles und Argentiniens...

Prominente Vertreter der deutschen Fernsehkultur
Klaus Bednarz wurde am 6. Juni 1942 im brandenburgischen Falkensee bei Berlin als Sohn von Max und Brunhilde Bednarz geboren.

Nach den Kriegswirren begann er in der Sowjetischen Besatzungszone, dann in der DDR die Schule zu besuchen. 1955 wechselte die Familie aus der DDR nach Hamburg, wo Klaus die Schule fortsetzte und 1961 mit dem Abitur abschloss. Danach studierte Bednarz in Hamburg, Wien und Moskau Theaterwissenschaft, Slawistik und Osteuropäische Geschichte. 1966 beendete er die Studien mit der Promotion in Wien. Schon ein Jahr später trat Bednarz als Korrespondent in die ARD ein, für die er bis 1971 als Redakteur arbeitete. Danach war er bis 1977 als Korrespondent in Warschau tätig. In den Jahren von 1977 bis 1982 leitete der Journalist das ARD-Studio in Moskau. Im Anschluss daran übernahm er die redaktionelle Leitung des "Auslandsstudios" für den Kölner WDR und wirkte er an der Moderation der "Tagesthemen" mit. In der Nachfolge von Gerd Ruge stieg Bednarz im Dezember 1983 zum Redaktionsleiter des politischen WDR-Magazins "Monitor" auf.

In dieser Funktion und als Kommentator der ARD trat Bednarz in den folgenden 18 Jahren unermüdlich für die Aufrechterhaltung eines kritischen und mutigen investigativen Journalismus in der Bundesrepublik und dann im wiedervereinigten Deutschland ein, der sich die Enthüllung politischer Skandale und Affären sowie der Fehlleistungen der Politiker auf die Fahnen schrieb. Die kritische Berichterstattung von "Monitor" bescherte Bednarz und der ARD zahlreiche Anfeindungen und Anzeigen, meist von Seiten betroffener oder sich betroffen fühlender CDU/CSU-Politiker. Durch eine beeindruckende Zivilcourage und unermüdliche Recherchen deckten Bednarz und seine Redaktion viele Verletzungen von Bürger- und Menschenrechten im In- und Ausland auf. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der deutschen Widervereinigung zog Bednarz im "Monitor" mit bekannter Schärfe gegen den Neonazismus und die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland und die Kriegstreiberei der neuen globalen Weltmacht zu Felde.

Als "Monitor" am 21. Mai 1995 seinen 30. Geburtstag feierte, hatte Bednarz das ARD-Politmagazin zur anerkannten Schule des investigativen Journalismus in Deutschland gemacht. Bednarz schied 2001 aus der Redaktion des "Monitor" aus. Seitdem ist er als Sonderkorrespondent und Chefreporter für das WDR-Fernsehen tätig. Für seine journalistischen Leistungen wurde Bednarz mit zahlreichen Preisen geehrt. 1984 erhielt der Journalist den Grimme-Preis, 1986 den BUND-Umweltpreis, ein Jahr später folgte der DBG-Medienpreis. 1988 wurde er mit der Carl-von-Ossietzky-Medaille, 1993 mit dem Preis des Verbandes der deutschen Kritiker ausgezeichnet. Im Jahr 1999 ehrte man Bednarz mit dem Deutschen Umweltpreis. Ab 2002 war Bednarz als Sonderkorrespondent und Chefreporter für das WDR-Fernsehen tätig. In seinen Fernsehreportagen und Buchveröffentlichungen beschäftigt er sich neben den Ländern in Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion auch mit dem Süden Chiles und Argentiniens.

Im Jahr 2003 wurde er mit der Goldmedaille des Internationalen Film- und Fernsehfestival Jalta geehrt. 2007 und 2009 veröffentlichte er die Bücher "Das Kreuz des Nordens. Reise durch Karelien" und "Ferne und Nähe: Aus meinem Journalistenleben".

Klaus Bednarz starb am 14. April 2015 in Schwerin.


Prominente Vertreter der deutschen Fernsehkultur
Sachbücher

1977 - Polen

1979 - Das alte Moskau

1980 - Heinrich Böll und Lew Kopelew im Gespräch mit Klaus Bednarz

1984 - Masuren

1985 - Mein Moskau

1989 - Polen

1990 - Reiseführer Moskau

1990 - Gorbatschow

1992 - Rußland - Ein Volk sucht seine Zukunft

1995 - Fernes nahes Land - Begegnungen in Ostpreußen

1997 - Von Autoren und Büchern - Gespräche mit Schriftstellern

1998 - Die Ballade vom Baikalsee

2002 - Östlich der Sonne - Vom Baikalsee nach Alaska

2004 - Am Ende der Welt - Reise durch Feuerland und Patagonien

2006 - Mein Russland - Literarische Streifzüge durch ein weites Land
1982
Adolf-Grimme-Preis

1985
Adolf-Grimme-Preis

1986
Josef-Drexel-Preis

1987
BUND-Journalistenpreis

1988
Medienpreis der RFFU (DGB)

1989
Carl-von-Ossietzky-Medaille

1990
Goldene Kamera

1992
Deutscher Kritiker-Preis

1993
Civis-Medienpreis

1995
Tele-Star Bester Reporter Dokumentation/Nachrichten "Die Reise nach Ostpreußen"

1999
DUH-Umwelt-Medienpreis

2003
Goldmedaille des Internationalen Film- und Fernsehfestival Jalta

NameKlaus Bednarz

Geboren am06.06.1942

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortFalkensee, Brandenburg (D).

Verstorben am14.04.2015

TodesortSchwerin (D).