Biografie

Friedrich Nowottny

Der Journalist und Moderator gestaltete die öffentlich-rechtliche Fernsehkultur der Bundesrepublik maßgeblich mit. Friedrich Nowottny moderierte sich mit dem "Bericht aus Bonn" durch seinen einzigartigen, ironischen Vortragsstil in das Gedächtnis der bundesdeutschen Medienöffentlichkeit. Im Anschluss daran nahm er als WDR-Intendant und vorübergehender ARD-Vorsitzender bis 1995 entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der gesamtdeutschen Rundfunk- und Fernsehanstalten...

Prominente Vertreter der deutschen Fernsehkultur
Friedrich Nowottny wurde am 16. Mai 1929 im oberschlesischen Hindenburg (heute: Zabrze, Polen) geboren.

Nachdem sein Vater im Zweiten Weltkrieg gefallen und die Familie vertrieben worden war, lebte Nowottny in Westfalen. In den unmittelbaren Nachkriegsjahren arbeitete Nowottny zunächst als Dolmetscher für die britische Besatzungsmacht. Im Anschluss daran war er ab 1948 zuerst als Volontär, dann als Redakteur für die "Freie Presse" in Bielefeld tätig. In den 1950er Jahren machte er sich zugleich als freier Mitarbeiter in verschiedenen Rundfunk- und Fernsehanstalten einen Namen. 1962 trat Nowottny in den Saarländischen Rundfunk ein, für den er in Saarbrücken als Hauptabteilungsleiter für Wirtschafts- und Sozialpolitik zum Einsatz kam. Hier war er 1963 an der Gründung der Fernsehreihe "Der Markt - Wirtschaft für jedermann" beteiligt, durch die der Journalist erstmals einem größeren Fernsehpublikum bekannt wurde.

Im Jahr 1965 rückte Nowottny zum stellvertretenden Chefredakteur des Saarländischen Rundfunks auf. Zwei Jahre später ging er als stellvertretender Leiter des WDR-Fernsehstudios nach Bonn, wo er für die Reihe "Bericht aus Bonn" zu arbeiten begann. 1973 erhob man Nowottny zum Chefkorrespondenten der ARD und zum Leiter des Bonner WDR-Studios. In dieser Funktion war er der Medienöffentlichkeit als Moderator der politischen Sendereihe "Bericht aus Bonn" in Erinnerung geblieben, von der er bis 1985 1.000 Ausgaben moderierte. Durch seine intensive Berichterstattung aus der Bundeshauptstadt, gepaart mit Ironie und bestechendem Humor, avancierte der Korrespondent, Moderator und Kommentator zu einem der bekanntesten und beliebtesten Journalisten der bundesdeutschen Fernsehkultur. Mitte 1985 gab Nowottny seine Aufgaben in Bonn an seinen Nachfolger Ernst Dieter Lueg ab, um als WDR-Intendant nach Köln zu wechseln.

Im Jahr 1989 erfolgte seine Wiederwahl für eine weitere sechsjährige Amtszeit als Chef der größten deutschen Fernsehanstalt. Nowottny konnte in dieser Funktion die Unabhängigkeit des WDR gegen einen Vorstoß der CDU/CSU- und FDP-Bundestagsfraktionen verteidigen, der 1991 vor Gericht abgewiesen wurde. In seine Amtszeit fällt auch die Ergänzung des TV-Angebots, durch die der WDR als erster deutscher Fernsehkanal bereits ab Jahresbeginn 1994 ein tägliches 24-Stunden-Programm ausstrahlte. Neben der WDR-Intendantur nahm er 1991/92 auch die Funktion des ARD-Vorsitzenden wahr. In dieser Funktion trieb er vor allem die Fusion der Rundfunkanstalten der neuen Bundesländer mit der ARD voran. Auch die Vereinigung des "Deutschlandfunks" in Köln mit dem "RIAS Berlin" und dem "Deutschlandsender Kultur" zum "Deutschlandradio" bereitete Nowottny vor.

Mitte 1995 gab Nowottny die Funktion des WDR-Intendanten an seinen Nachfolger Fritz Pleitgen ab. Nowottnys journalistische Arbeit wurde durch zahlreiche Auszeichnungen gewürdigt. 1973 und 1982 verlieh ihm die Zeitschrift "HörZu" die "Goldene Kamera". 1986 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz. 2006 wurde er mit dem Ehrenpreis der Stifter des Deutschen Fernsehpreises ausgezeichnet. 2007 gab er sein Debüt als Talkshow-Moderator, als er eine Schwangerschaftsvertretung für Sandra Maischberger übernahm.

Friedrich Nowottny ist mit Gisela Gück verheirat und zweifacher Vater.


Prominente Vertreter der deutschen Fernsehkultur
1973
Goldene Kamera in der Kategorie Politischer Journalist u. Kommentator

1976
Bambi

1976
Pfeifenraucher des Jahres

1980
Goldener Gong für seine Moderation bei der Bundestagswahl 1980

1982
Goldene Kamera in der Kategorie Bester Politik-Moderator

1984
Orden wider den tierischen Ernst des Aachener Karnevalvereins

1985
Goldener Gong für seine 571. Moderation von Bericht aus Bonn

1986
Goldenes Schlitzohr

1986
Großes Bundesverdienstkreuz

1986
Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen

2006
Deutscher Fernsehpreis Ehrenpreis der Stifter
1973:
Goldene Kamera in der Kategorie Politischer Journalist u. Kommentator

1976:
Bambi

1976:
Pfeifenraucher des Jahres

1980:
Goldener Gong für seine Moderation bei der Bundestagswahl 1980

1982:
Goldene Kamera in der Kategorie Bester Politik-Moderator

1984:
Orden wider den tierischen Ernst des Aachener Karnevalvereins

1985:
Goldener Gong für seine 571. Moderation von Bericht aus Bonn

1986:
Goldenes Schlitzohr

1986:
Großes Bundesverdienstkreuz

1986:
Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen

2006:
Deutscher Fernsehpreis Ehrenpreis der Stifter

NameFriedrich Nowottny

Geboren am16.05.1929

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortHindenburg (heute: Zabrze, PL).