Biografie

Juan Carlos I. (Spanien)

S.M. König Juan Carlos regierte von 1975 bis 2014 als König von Spanien. Der bourbonische Monarch wurde noch vom früheren Diktator Francisco Franco Bahamonde 1960 als künftiges Staatsoberhaupt Spaniens anerkannt. Seither war er am demokratischen Umbau und an der europäischen Integration des modernen Spanien maßgeblich und auf entscheidende Weise beteiligt. Dabei avancierte der König zum Staatsmann mit internationalem humanitärem Ansehen. Als erstem Monarch der Geschichte gelang es Juan Carlos ein Land aus der Diktatur (Franco-Diktatur) in die Demokratie zu führen. Seiher nahm er in dieser hohen Funktion vorwiegend repräsentative Aufgaben für Spanien wahr...

Die europäischen Königs- und Fürstenhäuser
Die Europäische Union
Juan Carlos Alfonso Victor Maria de Borbón y Borbón-Dos Sicilias wurde am 5. Januar 1938 in Rom (Italien) geboren.

Seine Eltern lebten zunächst mit dem spanischen König Alfons XIII., dem Großvater von Juan Carlos, ab 1931 in der italienischen Hauptstadt, dann in Portugal im Exil. Sein jüngerer Bruder, der erst 14-jährige Prinz Alfonso, starb am 29. März 1956 durch eine Schussverletzung. Der damals 18-jährige Juan Carlos war der einzige Zeuge des Unfalls, der nie vollständig Aufgeklärt wurde. Juan Carlos besuchte zunächst im portugiesischen Estoril die Schule und genoss dann in Fribourg eine Ausbildung durch Hauslehrer. Nachdem der spanische Diktator und General Francisco Franco Bahamonde 1947 Spanien erneut zur Monarchie proklamiert hatte, kehrte die Familie in die Heimat zurück. Dort favorisierte der Diktator Juan Carlos als neuen König und Nachfolger, weshalb er ihn ab 1948 auf die besten Schulen und Akademien des Landes schickte.

Nachdem Juan Carlos von 1957 bis 1959 eine Militärausbildung in Spanien absolviert hatte, studierte er bei Madrid Politologie, Volkswirtschaft, Philosophie und Literaturgeschichte. Franco erkannte ihn 1960 als legitimen Thronfolger an. Am 14. Mai 1962 heiratete Juan Carlos in Athen die Prinzessin Sophia von Griechenland. Aus dieser Ehe stammen die Kinder Elena (1963), Cristina (1965) und Felipe (1968). 1969 wurde Juan Carlos als "Prinz von Spanien", von den Cortes, d. h. dem Parlament, vereidigt. Bis zum Tod Francos 1975 nahm der Prinz auf mehreren Auslandsreisen vor allem Repräsentationsaufgaben für das franchistische Spanien wahr. Nach dem Tod des Diktators bestieg der Prinz als Juan Carlos I. am 27. November 1975 den Thron von Spanien. Im Verein mit dem im folgenden Jahr zum Ministerpräsidenten nominierten Adolfo Suárez betrieb der König den schrittweisen Abbau des diktatorischen Staatsapparats und die Demokratisierung des Landes.

Der von Juan Carlos eingeleitete tiefgreifende Reformprozess betraf etwa auch erstmals die Wiederzulassung der Kommunistischen Partei zu den ersten freien Parlamentswahlen Spaniens im Juni 1977. Die neue und moderne Verfassung von 1978 stützte den politischen Umbau ab. Der Demokratisierungsprozess erreichte vollends seinen Durchbruch, als im Februar 1981 ein militärischer Putschversuch am entschiedenen Verfassungsbekenntnis des Monarchen scheiterte. Juan Carlos gilt seither im In- und Ausland als Integrationsfigur des neuen Spanien, das er in Zusammenarbeit mit allen politischen Kräften von Links und Rechts zu erneuern und zu modernisieren sucht. In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre führte das Staatsoberhaupt Spanien durch einen beispiellosen wirtschaftlichen Aufschwung. 1992 eröffnete Juan Carlos die Weltausstellung in Sevilla und die Olympischen Spiele in Barcelona.

Im Jahr 1995 entging der König einem Attentat der ETA, das im Vorfeld aufgedeckt werden konnte. In den vergangenen Jahren hat der Monarch vor allem den spanischen Integrationsprozess in die Europäische Union maßgeblich unterstützt und begleitet. Juan Carlos wurde indes durch zahlreiche Preise ausgezeichnet, darunter 1995 mit dem "Franklin D. Roosevelt"-Friedenspreis. Er besitzt die Ehrendoktorwürden u. a. der Universitäten New York, Harvard, Sorbonne, Oxford, Bologna, Cambridge, Bangkok und Jerusalem. Am 11. März 2004 wurde die spanische Hauptstadt Ziel der schwersten Terror-Anschläge in der Geschichte der EU. Über 200 Menschen verloren in Madrid ihr Leben, nachdem zeitgleich mehrere Bomben in den Morgenstunden am Bahnhof explodierten. Kurz darauf bekannte sich die islamistische Terror-Organisation Al-Kaida zu den Anschlägen. In weiten Kreisen der Bevölkerung gilt der König als ausgesprochen bürgernah und als Freund des direkten Wortes.

Seit der Eheschließung (1962) lebt und arbeitet die königliche Familie im Zarzuela-Palast nordwestlich von Madrid. Am 2. Juni 2014 erklärte Juan Carlos, durch seinen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy, überraschend seine Abdankung zu gunsten seinen Sohnes Filipe. König Juan Carlos unterzeichnete im Königspalast am 18. Juni 2014, nach fast vier Jahrzehnten auf dem Thron, seine Abdankung.


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Die Europäische Union

NameAlfonso Victor Maria de Borbon y Borbon

AliasJuan Carlos I. (Spanien)

Geboren am05.01.1938

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortRom (Italien)