Biografie

Condoleezza Rice

Die US-amerikanische, promovierte Politikwissenschaftlerin stellte von 2005 bis 2009 unter George W. Bush die Außenministerin der Vereinigten Staaten und die erste afro-amerikanische Frau in diesem Amt. Von 2001 bis 2005 verdiente sie sich als Nationale Sicherheitsberaterin. Davor machte sie eine akademische Karriere an der renommierten Stanford University. Ihr Gespür für die politische Praxis führte die Republikanerin Condoleezza Rice schon bald in die Politikberatung, wo sie unter US-Präsident Bush zur mächtigsten Frau der Welt aufstieg. 2004 wurde sie zur Außenministerin für die zweite Amtszeit von George W. Bush bestellt. Das Amt trat sie 2005 in der Nachfolge des zurückgetretenen Colin Powell an. Darauf forcierte sie die Weltmachtpolitik der Bush-Administration weiter...

Die Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika
Condoleezza Rice wurde am 14. November 1954 in Birmingham (Alabama, USA) als Tochter eines Priesters und Schuldekans geboren.

Rice ging in Birmingham, in Tuscaloosa und schließlich in Denver zur Schule, wobei sie durch den von Rassendiskriminierung geprägten Alltag der Südstaaten politisch nachhaltig sensibilisiert wurde. Mit ungewöhnlich jungen Jahren nahm Rice ein Studium der Politologie an der Universität Denver auf, wo sie bereits 1974 den Bachelor of Art erlangte. Dann wechselte sie an die Universität Notre Dame in Indiana, wo sie 1975 den Master of Art machte. Schließlich wurde Rice 1981 an der Universität Denver promoviert. Noch im selben Jahr trat Rice eine Stelle als Assistant Professor an der Fakultät für Politikwissenschaft der kalifornischen Stanford University an. Zwischenzeitlich war sie 1985/86 auch Fellow am Hoover Institut.

Im Jahr 1987 wurde sie in Stanford zum Associate Professor erhoben. Die Politikwissenschaftlerin machte sich in jener Zeit vor allem auf dem Gebiet der internationalen Sicherheitspolitik, mit besonderer Berücksichtigung der damaligen Situation in den so genannten Ostblockstaaten, einen Namen. Neben ihrer akademischen Betätigung engagierte sich Rice ab 1982 auch auf politischem Feld, indem sie der Republikanischen Partei beitrat. Aufgrund ihrer politischen Beziehungen konnte sie erstmals 1987 in der praktischen Politikberatung in Washington tätig werden, wo sie die Regierung in Sachen Atomwaffenstrategien beriet. Rice wurde 1989 als Special Assistant in den Nationalen Sicherheitsrat der US-Administration unter George H. W. Bush berufen, wo sie bis 1991 tätig war.

Zugleich nahm sie dort die Funktion der Direktorin für Sowjetische und Osteuropäische Angelegenheiten wahr. In dieser bedeutenden Position begleitete Rice 1990 maßgeblich die diplomatischen Verhandlungen ("2+4"-Gespräche) zwischen Bush und seinem sowjetischen Amtskollegen Michail Gorbatschow, die zur deutschen Einigung und der Auflösung der UdSSR führten. Infolge ihrer Rückkehr an die Stanford University erhielt Rice dort 1993 ihre Berufung zur ordentlichen Professorin. Außerdem übertrug man ihr das hohe Verwaltungsamt des Provost. Beide Funktionen nahm sie bis 1999 wahr. Im Vorfeld des Präsidentschaftswahlkampfes von 2000 kehrte Rice auf die politische Bühne zurück, wo sie ab Mitte 1999 für den republikanischen Kandidaten George W. Bush als außenpolitische Beraterin tätig wurde.

Nachdem sich Bush bei den Wahlen vom November 2000 gegen Al Gore, den Vizepräsidenten seines Vorgängers Bill Clinton, hatte durchsetzen können, wurde Rice zu Jahresbeginn 2001 als Nationale Sicherheitsberaterin in den Nationalen Sicherheitsrat der neuen US-Administration berufen. Hier sah sich die Sicherheitsberaterin bereits wenige Monate später mit der außenpolitischen Herausforderung konfrontiert, welche die Terroranschläge des 11. September 2001 für die USA bedeuteten. Rice entwickelte in der Folge als neue nationale Sicherheitsstrategie für die USA ein außenpolitisches Konzept, nach dem die Vereinigten Staaten künftig weltweit als Förderer freier und demokratischer Gesellschaftssysteme, notfalls auch mit militärischer Gewalt, auftreten sollen.

Neben der Lösung weltökologischer Probleme wie der Klimaerwärmung und der Armuts- und Hungerbekämpfung zielte Rice’ Strategie vor allem auf die Bekämpfung des so genannten internationalen Terrorismus mit allen Mitteln. Nach diesem Konzept erfolgten 2002 bis 2004 die Militärinterventionen der USA in Afghanistan und im Irak, wo die Regime respektive der Taliban, die mit Osama bin Laden den Hauptverantwortlichen für den 11. September 2001 unterstützt hatten, und des Saddam Hussein gestürzt wurden. Rice geriet jedoch 2004 mit ihrem außenpolitischen Konzept im Zusammenhang mit der Aufdeckung von Geheimdienstfälschungen zur Rechtfertigung des Irak-Krieges zunehmend in die Kritik. Im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl vom November 2004 wurde die Außenpolitik der Bush-Administration kritisiert, die zu einer Erhöhung der Terrorbedrohung und einem "zweiten Vietnam" im Irak geführt habe.

Neben ihrem unmittelbar politischen und akademischen Engagement setzte sich Rice auch für bildungspolitisch Initiativen ein. So gründete sie mit anderen Initiatoren das "Center for a New Generation", das sich im kalifornischen East Palo Alto um die Förderung der außerschulischen Bildung sorgt. Nachdem George W. Bush die US-Wahlen Anfang November 2004 für eine zweite Amtszeit gewonnen hatte, wurde Rice im Zuge der personellen Umstrukturierung der Bush-Administration am 16. November zur Nachfolgerin des zurückgetretenen bisherigen US-Außenministers Colin Powell ernannt. Die Nominierung Rice' zur Außenministerin der USA galt als deutliches Signal dafür, dass sich für die zweite Amtsperiode von Bush die so genannten "Falken" in der Administration durchgesetzt hatten, die eine kompromisslose Weltmachtpolitik anstrebten. Das Amt trat sie am 28. Januar 2005.

In der ersten Februarhälfte 2005 unternahm Rice eine ausgedehnte Reise in die Alte Welt, die sie nach Großbritannien, Deutschland, Polen, Türkei, Italien, Frankreich, Belgien, Luxemburg und nach Israel führte. Einen Monat später war die US-Außenministerin in Afghanistan, Indien, Pakistan, Japan, Südkorea und China unterwegs. Anlässlich einer Südamerika-Reise der US-Außenministerin schlossen Venezuela und Kuba Ende April 2005 ein neues Wirtschaftsabkommen, das ihre Gegnerschaft gegen die Supermacht betonte. Im Mai 2005 wurde durch die amerikanische Presse bekannt, dass die US-Außenministerin sich gegen das Projekt des deutschen Außenministeriums ausgesprochen habe, Deutschland mit einem ständigen Sitz in den UNO-Sicherheitsrat aufzunehmen.

Als Präsidentschaftskandidatin der Republikanischen Partei aufzutreten lehnte Condoleezza Rice 2006 und 2007 ab. Nach dem Ende ihrer Amtszeit (2009) lehrt Rice wieder Politikwissenschaft an der Stanford University. Nachfolgerin im Amt der Außenministerin der Vereinigten Staaten wurde Hillay Clinton.


Die Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika

NameCondoleezza Rice

Geboren am14.11.1954

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortBirmingham, Alabama (USA).