Biografie

Bill Clinton

Der US-amerikanische Politiker und Jurist amtierte von 1993 bis 2001 als 42. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Damit wurde der demokratische Südstaatler der erste US-Präsident, der nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurde. Mit 32 Jahren wurde er in Arkansas einer der jüngsten Gouverneure der US-Geschichte. Sein Einsatz für neue Unternehmen und Technologien bescherte den USA den längsten Wirtschaftaufstieg ihrer Geschichte. Verdient machte sich William "Bill" Jefferson Clinton um die Aussöhnung mit Vietnam, die Bekämpfung von Drogenmissbrauch und Waffengewalt sowie um die Armut in Amerika und der Welt. Großen Verdienst hatte Clinton an der Aussöhnung Israels mit der PLO, der Beendigung des Kosovo-Krieges sowie den Friedensgesprächen in Nordirland...

Die Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika
William Jefferson Blythe wurde am 19. August 1946 in Hope, Arkansas, geboren.

Sein Vater, ein Handelsvertreter, starb wenige Monate vor seiner Geburt bei einem Autounfall. Seine Mutter zog darauf nach New Orleans. Bill Clinton wuchs zunächst bei seinen Großeltern auf. 1950 kehrte seine Mutter nach Hope zurück. Im selben Jahr heiratete sie den Autohändler Roger Clinton. Als Mitglied einer Schülerdelegation der patriotischen "American Legion" traf Clinton in Washington D.C. mit Präsident John F. Kennedy zusammen. Clinton war bereits in jungen Jahren an der Politik interessiert. Nach Abschluss der Highschool absolvierte er bis 1968 ein Studium der Internationalen Beziehungen an der Georgetown Universität in Washington D.C.

Im Anschluss studierte er bis 1973 Jura an den Universitäten Yale und Oxford als Stipendiat. Während seines Studiums engagierte sich Clinton bereits in verschiedenen Studentenvereinigungen. Er spielte Saxophon in einer Jazz Band und verdiente sich als Mitarbeiter im Büro des Senators J. William Fulbright. 1968 erhielt Clinton ein "Rhodes-Stipendium", mit dem er an die Universität von Oxford, England reiste. Ab 1970 studierte er Rechtswissenschaften an der Yale University. Nach seiner Promotion im Jahr 1973 wurde er kurzzeitig Mitarbeiter beim Justizausschuss des Repräsentantenhauses. Von 1973 bis 1976 wurde er an die University of Arkansas School of Law berufen. 1974 kandidierte er für einen Abgeordnetensitz im Repräsentantenhaus, unterlag aber nur knapp dem republikanischen Amtsinhaber John-Paul Hammerschmidt.

Im Jahr 1975 heiratete Bill Clinton Hillary Rodham, Hillary Clinton. 1976 wurde Clinton in das Amt des Justizministers von Arkansas gewählt. Zwei Jahre später, 1978, erhob man ihn mit nur 32 Jahren zum Gouverneur von Arkansas, dem damals jüngsten Regierungschef eines amerikanischen Bundesstaates. Nach zwei Jahren legte er das Senatorenamt nieder. 1980 wurde seine Tochter Chelsea geboren. Von 1980 bis 1983 war Bill Clinton in der Anwaltskanzlei Wright, Lindsey und Jennings in Little Rock tätig. Ende 1983 wurde er als Gouverneur von Arkansas wiedergewählt. 1985 wurde er Mitbegründer des "Democratic Leadership Council" und ab 1990 deren Vorsitzender. Von 1986 bis 1987 war Clinton Vorsitzender der National Gouverneurs Association. 1991 entschloss sich Clinton zur Kandidatur für das Präsidentschaftsamt.

Im Juli 1991 wurde er zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten nominiert. Mit ihm zog Senator Al Gore, der sich um die Vizepräsidentschaft bewarb, in den Wahlkampf. Während der gesamten Wahlkampfzeit lag Bill Clinton, nicht zuletzt wegen seiner erfolgreichen Anknüpfung am historischen Mythos des früheren Präsidenten John F Kennedy, mit deutlichem Vorsprung in Führung. Bei den Präsidentschaftswahlen am 3. November 1992 gewann Clinton vor dem amtierenden George H. W. Bush. Er zog daraufhin am 20. Januar 1993 als 42. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ins Weiße Haus ein. Mit 46 Jahren war er nach Theodore Roosevelt und John F. Kennedy der drittjüngste Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Clintons vorrangigste Ziele während seiner Amtszeit waren die Einführung der Krankenversicherung, die Aussöhnung mit Vietnam sowie die Bekämpfung von Drogenmissbrauch, Waffengewalt und Armut in den USA und in der Welt. Außenpolitisch besuchte Clinton am 10. Juli 1994 Deutschland. In Berlin hielt er eine Rede, in der Clinton wie John F. Kennedy 1963 in Deutsch formuliert "Amerika steht an Ihrer Seite - jetzt und für immer". 1994 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Oxford Universität verliehen. Außenpolitisch unterstützte er den israelisch-jordanischen Friedensprozess, der zum Friedensvertrag zwischen beiden Ländern führte. Im Rahmen des KSZE-Gipfels in Budapest 1995 tauschten sich Clinton, Boris Jelzin sowie die Präsidenten der Ukraine, Weißrusslands und Kasachstans über die Ratifizierungsurkunden zum START-I-Abkommen aus. Damit trat der Vertrag über eine Reduzierung der Atomwaffen mit einer Reichweite von mehr als 5.500 km in Kraft, der 1991 unterzeichnet worden war.

Bei den folgenden Präsidentschaftswahlen vom November 1996 konnte sich Clinton gegen Bob Dole in seinem Amt deutlich behaupten. Das Gipfeltreffen zwischen Boris Jelzin und Clinton in Helsinki endete im März 1997 ohne eine Einigung im Streit um die NATO-Osterweiterung. Im Mai 1997 reiste Clinton zu einem offiziellen Besuch nach Mexiko. Es war die erste Visite eines US-Präsidenten im Nachbarland seit 1979. Im Mai 1997 kam es zur Unterzeichnung der "Grundakte über gegenseitige Beziehungen, Zusammenarbeit und Sicherheit zwischen der Nordatlantik-Organisation und der russischen Föderation" in Paris. Nach langem Haushaltsstreit zwischen der Regierung und dem Kongress wurde eine Einigung über Steuersenkungen erzielt. Der US-Haushalt wurde damit erstmals seit 1969 aus den roten Zahlen geführt.

Die zweite Amtszeit Präsident Clintons wurde überschattet von den Vorwürfen, die Regierungsangestellte Paula Jones 1991 in einem Hotelzimmer sexuell belästigt zu haben. Clinton wies den Vorwurf zurück. Erstmals in der Geschichte der Vereinigten Staaten sagte am 17. Januar 1998 ein amtierender Präsident in eigener Sache unter Eid aus. Am 26. Januar 1998 bekräftigte Clinton seine eidesstattliche Erklärung, wonach er keine außereheliche Affäre zu seiner Praktikantin Monica Lewinsky unterhalten hätte. Auch wies Clinton den Vorwurf zurück, er habe Lewinsky mit einer eidesstattlichen Erklärung zur Falschaussage angestiftet. Erstmals seit 130 Jahren, d. h. seit der Präsidentschaft von Andrew Johnson, wurde wieder ein "Impeachment-Verfahren" gegen einen amerikanischen Präsidenten im Amt eröffnet.

Clinton revidierte später seine Aussage. Die Anschuldigungen reichten jedoch zum Ende der Untersuchungen im Jahr 1999 weder für eine Amtsenthebung noch für eine Anklage aus. Im März 1998 unternahm Clinton als erster US-Präsident eine ausgedehnte Reise durch das südliche Afrika. Im Rahmen dieser Reise kündigte er einen Schuldenerlass für afrikanische Reformstaaten an. Die Klage von Paula Jones gegen Clinton wurde vom Bundesgerichtshof in Arkansas im April 1998 abgewiesen. Nach Bombenanschlägen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania feuerten die USA am 20. August 1998 als Vergeltungsaktion Marschflugkörper auf sechs mutmaßliche Terroristenlager in Afghanistan. Im Oktober 1998 unterzeichneten Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und der palästinensische Präsident Jassir Arafat, auf Clintons Initiative hin, in Washington ein Friedensabkommen.

Damit wurde der fast zwei Jahre blockierte Friedensprozess in Nahost wieder in Gang gebracht. Trotz Proteste der chinesischen Regierung empfing Clinton im November 1998 den Dalai Lama im Weißen Haus. Infolge der Hacker-Attacken 2000 im World Wide Web, begann in Washington eine Konferenz über Sicherheitsfragen im Internet. Clinton setzte sich für ein nationales Sicherheitszentrum ein. Am 2. Juni 2000 erhielt Bill Clinton, während seines Besuchs in Deutschland, als erster US-Präsident den Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen verliehen. In seiner Laudatio würdigte Gerhard Schröder Clintons Engagement für das Zusammenwachsen in Europa. Im selben Monat hielt er als erster US-Präsident eine Rede vor dem russischen Parlament. Er bot Russland eine umfassende Zusammenarbeit an.

Während seines dreitägigen Besuchs in Moskau traf er mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammen und besuchte privat den früheren Präsidenten Boris Jelzin. Zur Jahrtausendwende konnte Bill Clinton seine Amtszeit als einer der erfolgreichsten Präsidenten der Vereinigten Staaten abschließen. Vor allem sein Einsatz für neue Unternehmen und Technologien bescherte den USA den längsten Wirtschaftaufstieg in ihrer Geschichte. Seinen Nachfolger im US-Präsidentenamt wurde George W. Bush, der am 20. Februar 2001 als 43. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt wurde. Am 22. Juni 2004 veröffentlichte Bill Clinton in New York seine Biografie mit dem Titel "My Life". Das knapp 1000 Seiten starke Werk wurde bereits vor Veröffentlichung zwei Millionen mal vorbestellt.

Bill Clinton musste sich am 6. September 2004 in New York einer vierfachen Bypass-Operation am Herzen unterziehen, die er jedoch ohne Zwischenfälle überstand. Der frühere US-Präsident engagiert sich mit seiner "Clinton Global Initiative", die Mitte September 2005 ihre erste Konferenz in New York abhielt, für die weltweite Bekämpfung von Armut, Korruption und Klimawechsel. Für seinen unermüdlichen Einsatz um Hilfe für die Ärmsten wurde Bill Clinton im Dezember 2005 in Deutschland mit dem deutschen Medienpreis "Bambi" der Hubert Burda Medien in der Kategorie "Charity" ausgezeichnet.


Die Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika

NameWilliam Jefferson Clinton

AliasBill Clinton

Geboren am19.08.1946

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortHope, Arkansas (USA).