Biografie

Colin Powell

Der US-amerikanischer Generalstabschef und Politiker stellte unter der ersten Amtszeit von Präsident George W. Bush (2001-2005) den Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika. Der Betriebswirt und Vietnamveteran vollzog seit Beginn der 1970er Jahre eine glänzende Militärkarriere, die ihm die Anerkennung mehrerer US-Präsidenten und der internationalen Diplomatie einbrachte. Von 1989 bis 1993 stellte er den Vorsitzenden des Joint Chiefs of Staff. Als US-Außenminister geriet Colin Powell durch seine kritische und unabhängige Haltung gegenüber dem Präsidenten etwa in der Irak-Frage (2003) sowie seiner falschen außenpolitischen Einschätzung im Vorfeld des Irak-Krieges zwischen die Fronten der Ereignisse...
Colin Luther Powell wurde am 5. April 1937 in New York als Sohn von Luther Powell und Maud A. McKoy, eines Immigrantenpaars aus Jamaika, geboren.

In der Metropole wuchs Colin im Schwarzenghetto der Bronx auf. Nach der Schule studierte er an der City University seiner Heimatstadt Geologie. Dann wechselte Powell an die George Washington University, wo er den Magisterstudiengang in Betriebswirtschaftslehre erfolgreich absolvierte. Parallel zum Studium hatte Powell eine Ausbildung zum Offizier in der US Army begonnen, die er 1958 abschloss. 1962 heiratete er Alma V. Johnson, mit der er drei Kinder hat. Als Leutnant nahm er 1962/63 am Vietnam-Krieg teil, der ihm eine Verwundung einbrachte. Ab 1968 wirkte Powell erneut am Kriegsgeschehen in Südostasien mit, dieses Mal in leitender Position.

Da Powell inzwischen auch in der Politik Aufmerksamkeit erregt hatte, wurde er 1972 nach Washington versetzt, wo er fünf Jahre später im Verteidigungsministerium tätig wurde. Neben Truppenkommandos und Beschäftigungen im Stab war Powell 1979-1981 unter Präsident James Earl Carter und 1983-1986 unter Präsident Ronald Reagan als Militärberater für das Verteidigungsministerium tätig. 1986 wurde Powell zum Drei-Sterne-General befördert und zum Kommandeur des V. US-Armeekorps in die Bundesrepublik Deutschland berufen, wo er bis 1987 diese Funktion wahrnahm. Dann stieg er zunächst Anfang 1987 zum Stellvertreter des Sicherheitsberaters, dann gegen Jahresende zum Sicherheitsberater im National Security Council des Weißen Hauses auf.

Im höchsten Sicherheitsamt der USA, das er als erster schwarzer Amerikaner wahrnahm, wirkte Powell an den Abrüstungsverhandlungen mit der Sowjetunion mit. Schließlich wurde er zum Vier-Sterne-General befördert. Unter dem neuen Präsidenten George H. W. Bush übernahm Powell 1989 das Kommando über alle Landstreitkräfte in den USA (Joint Chiefs of Staff). Wenig später, im August desselben Jahres, stieg er zum Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs auf. In dieser Position als ranghöchster Offizier, die er bis 1993 ausübte, begleitete Powell die Auflösung des Warschauer Paktes und das Ende des Kalten Krieges, die in den 1990er Jahren auf beiden Seiten das größte Abrüstungsprogramm in der Geschichte nach sich zogen.

Zugleich unterstützte Powell jedoch auch eine Aufrechterhaltung der US-amerikanischen Führungsrolle in der Welt, weshalb er 1989 die Intervention in Panama unterstützte. 1990 war er maßgeblich an den Vorbereitungen zur Operation "Dessert Storm" beteiligt, mit der die US Army den Golfkrieg gegen den Irak führte, der durch die expansiven Bestrebungen Saddam Husseins gegenüber Kuwait ausgelöst wurde. Umgekehrt lehnte der US-amerikanische Generalstabschef aus Gründen der strategischen Aussichtslosigkeit wenig später ein Eingreifen in Bosnien-Herzegowina ab. 1993 schied Powell aus seinem hohen Amt, um sich zunächst ins Privatleben zurückzuziehen. Nach dem Amtsantritt von Präsident George W. Bush berief er Powell im Januar 2001 zum US-Außenminister.

In dieser Funktion sah sich der Minister vor allem mit den veränderten außenpolitischen Bedingungen und Erfordernissen konfrontiert, die sich durch den Terror-Angriff vom 11. September 2001 und den anschließenden US-Feldzug gegen den internationalen Terrorismus ergaben. In diesem Zusammenhang traten im Spätsommer 2002 vorübergehend interne Differenzen zwischen Powell und der übrigen US-Administration in der Irak-Frage auf. Später unterstützte der US-Außenminister jedoch den im März 2003 vollzogenen US-Angriff auf den Irak, den er vehement gegen das Friedensplädoyer der europäischen Verbündeten, allen voran Frankreichs, Deutschlands und Russlands, verteidigte. Der amerikanische Außenminister hatte der Weltöffentlichkeit und den UN-Sicherheitsrat im Februar 2003 selbst die angeblichen Beweise für die Existenz von Massenvernichtungswaffen in Husseins Irak vorgelegt, die die Rechtfertigung für den Militärschlag gegen das Land bildeten.

Nach der militärischen Zerschlagung des diktatorischen Regimes von Saddam Hussein bemühte sich Powell um eine Überwindung des durch den Irak-Krieg ausgelösten diplomatischen Konflikts mit einigen europäischen Staaten. In diesem Zusammenhang besuchte der US-Außenminister auch am 16. Mai 2003 Berlin, wo er mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und Außenminister Joschka Fischer Gespräche über die zukünftige Neuordnung des Irak und die Gestaltung der transatlantischen Beziehungen führte. Nach langen Grabenkämpfen mit den so genannten "Falken", d.h. den Hardlinern, in der Bush-Administration, mit denen der Außenminister über die US-Politik im Irak in Konflikt geriet, trat Powell am 15. November 2004 von seinem Amt zurück, für das er in der zweiten Amtszeit des US-Präsidenten Bush nicht mehr zur Verfügung stehen wollte. Zu Powells Nachfolger im Amt des US-Außenministers wurde die bisherige Nationale Sicherheitsberaterin der Bush-Administration, Condoleezza Rice, ernannt.

Powell bereute noch im September 2005 in einem amerikanischen Fernseh-Interview öffentlich sein Fehlverhalten im Vorfeld des Irak-Krieges. Dabei äußerte er sich kritisch zur Irak-Politik von Präsident Bush und dessen mangelhaften Krisenmanagement im Zusammenhang mit der Hurrikan-Katastrophe in New Orleans vom Beginn des Monats. Colin Powell wurde mit mehreren Auszeichnungen, darunter auch das Bundesverdienstkreuz, und einer Ehrendoktorwürde geehrt. Er lebt und arbeitet in Washington (D.C.).

NameColin Powell

Geboren am05.04.1937

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortNew York (USA).