Biografie

Auguste Rodin

Der französische Bildhauer, Grafiker und Maler war der Begründer der impressionistischen Stilrichtung in der Kunst der Plastik. Damit überwand er künstlerisch das 19. Jahrhundert. Sein Schaffen war stilprägend in der gesamten europäischen Skulpturenkunst. Die Werke des Künstlers sind als Torso aus dem Material herausgearbeitet und geben die wesentliche Erscheinung her, unter Verzicht auf jegliche Details. Seine Bildnisse geben eine psychologische Gestaltung wieder, die im Körperlichen innere Regungen, wie Gefühle, nach außen ausdrücken. Auguste Rodin wurde in seinem Schaffen beeinflusst vom Neubarock und auch von den Werken Michelangelos...
Auguste Rodin wurde am 12. November 1840 als Sohn eines Polizeibeamten in Paris geboren.

Rodin erhielt seine schulische Ausbildung zum Teil im Internat. Ab dem Jahr 1853 besuchte er die "École Spéciale de Dessin et de Mathématiques". Im Jahr darauf begann er, an der "École des Arts décoratifs" zu studieren. Nachdem seine Schwester 1862 gestorben war, trat er dem Orden der "Pères du Saint-Sacrament" bei. Dort riet man ihm, Künstler zu werden. 1864 erledigte er Arbeiten für den Bildhauer Albert Ernest Carrier-Belleuse. Er zog mit ihm sechs Jahre später nach Brüssel. Doch die Verbindung löste sich nach Auseinandersetzungen. Rodin nahm in dieser Zeit öffentliche Aufträge an.

In den Jahren 1875 und 1876 folgten Reisen nach Florenz und Rom. Dort besichtigte und studierte er die Werke Michelangelos, der ihn in seinem Schaffen beeinflusste. 1876 fertigte er die Skulptur "Das eherne Zeitalter". Im Jahr darauf zog er wieder nach Paris, reiste dann durch Frankreich, um den gotischen Baustil von Kathedralen zu studieren. In den Jahren 1879 bis 1882 war der Künstler in der Porzellanfabrik in Sèvres tätig. 1880 nahm er einen Auftrag über die Gestaltung des Portals des "Musée des Arts decoratifs" an, doch die Arbeit blieb Fragment. Als thematische Vorgabe diente ihm Dantes "Inferno", wobei die viele kleine Figuren in seiner Gestaltung den Niedergang der traditionellen Moralwerte in der zeitgenössischen Gesellschaft signalisieren.

Im Jahr 1886 wurde Auguste Rodin beauftragt, das Denkmal "Die Bürger von Calais" zu gestalten. 1889 blieb eine weitere Arbeit unvollendet. Rodin sollte eine Skulptur von dem Dichter Victor Hugo anfertigen. Doch der Vorschlag wurde abgelehnt, da er den Dichter nackt gestalten wollte, umgeben von den Musen.  Es folgte im Jahr 1891 eine Auftragsarbeit der "Société des Gents de Lettres" mit der Porträtierung von Honoré de Balzac. Drei Jahre später zog er nach Meudon. In seinem Bekanntenkreis gab es viele junge Künstler und Schriftsteller. Diese Zeit war mit einer regen Ausstellungstätigkeit verbunden, unter anderem auch in den USA. Auguste Rodin wurde vielfach ausgezeichnet und erhielt Ehrentitel verschiedener Universitäten.

Im Jahr 1900 wurden auf der Weltausstellung in Paris im Pavillon Rodin 171 seiner Werke ausgestellt, darunter auch das unvollendet gebliebene sogenannten Höllentor, das Portal des "Musée des Arts decoratifs". Dieses Ereignis machte ihn endlich auch in seiner Heimat bekannt, da er in Deutschland bereits als Künstler Erfolg hatte. An seinem Bekannt werden in Deutschland hatten vorwiegend Max Liebermann und Georg Treu großen Anteil. Auguste Rodin war Mitglied der "Königlichen. Akademie der Bildenden Künste" in Dresden. In den beiden Jahren 1905 und 1906 erledigte der Schriftsteller Rainer Maria Rilke Sekretärsarbeiten für den Künstler. Rilke verfasste eine Biografie über ihn.

Seine Frau Clara Westhoff war eine Schülerin von Rodin. 1907 zog er in das Stadtatelier im Hôtel Biron. In dieser Zeit holte er sich künstlerisch Anregungen aus unterschiedlichen Strömungen, unter anderem von dem Expressionisten Edvard Munch. 1909 entstand das Porträt von Gustav Mahler. 1914 wurde seine Schrift "Les Cathédrales de France" publiziert. Sie ist das Ergebnis seiner Studien über die gotische Architektur und ihre Details, die ihn auch in seiner künstlerischen Entwicklung beeinflussten. Zu seinen Hauptwerken zählen unter anderem "Das eherne Zeitalter" (1876), "Der Denker" (1880), "Die Bürger von Calais" (1884-86), "Der Kuß" (1886), "Das Balzac-Denkmal" (1892-97), "Höllentor" (1880-1917) und "Denkmal der Arbeit".

In den Jahren zwischen 1870 und 1890 erreichte Rodin den Höhepunkt seines Schaffens. Mit dem Bronzewerk "Das eherne Zeitalter" wurde Auguste Rodin als Künstler bekannt. Seine zwei berühmtesten Arbeiten führen den Titel "Die Bürger von Calais" und das "Höllentor". Weiterhin fertigte er zahlreiche Künstlerdenkmäler und Porträtbüsten an. Die Oberflächen von Rodins Skulpturen sind weich geschaffen mit Bewegung. Dadurch entsteht eine wechselvolle Spannung zwischen Licht und Schatten. Auguste Rodin gilt als Begründer der expressionistischen Skulpturenkunst. Mit dieser Stilrichtung überwand er künstlerisch das 19. Jahrhundert. Sein Schaffen war stilprägend in der gesamten europäischen Skulpturenkunst.

Oftmals stellen seine Figuren nur die wesentliche Erscheinung dar unter völligem Verzicht von Details. Seine Körper drücken an ihren Oberflächen vielfach innere Regungen wie Lust oder Leidenschaft aus. Diese psychologische Ausgestaltung setzte sich bis ins Gesicht fort. Rodin betätigte sich ebenso als Zeichner und Aquarellmalerei mit der gleichen künstlerischen Genialität. Darüber hinaus fertigte er Radierungen und Glasgussarbeiten. Im Februar 1917 heiratete er Rose Beuret.

Auguste Rodin starb am 17. November 1917 in Meudon.

NameAuguste Rodin

Geboren am12.11.1840

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortParis (F).

Verstorben am17.11.1917

TodesortMeudon (F).