Biografie

Edvard Munch

Der norwegische Maler und Grafiker begründete seinen Ruhm mit expressiven Ausdrucksformen, bei denen die äußere Natur zum Spiegel seines inneren Erlebens wurde. Er verstand es menschliche Grunderfahrungen, wie Angst oder Einsamkeit, in seinen Werken zum Ausdruck zu bringen. Edvard Munch gehört zu den maßgeblichen Vorläufern der Avantgarde. In der Gestaltung durch neue bildnerische Mittel beeinflusste Edvard Munch nachdrücklich die Expressionisten. Später kehrte er zu realistischen Szenen zurück. Munch verband Einflüsse von Symbolismus und Jugendstil mit der Stimmung des Fin-de-siècle. Die Bilder "Madonna" (1894/95) und "Das kranke Kind" (1885/86) markieren einen frühen künstlerischen Durchbruch. Bei diesen, wie bei vielen seiner Hauptwerke, malte er das Motiv in späteren Schaffensphasen neu. Sie zählen zu den bekanntesten Werken der Kunstgeschichte. Mit dem "Schrei" (ursprünglich "Geschrei", 1893-1910) welcher in vier Gemälden und einer Lithografie entstand, schuf er eine Ikone der Weltkunst...
Edvard Munch wurde als Sohn des Militärarztes Christian Munch und seiner Frau Laura, geborene BjØlstad, am 12. Dezember 1863 in Løten in Norwegen geboren.

Munch verbrachte seine Kindheit in Kristiana, im heutigen Oslo. Bereits in jungen Jahren machte er Erfahrungen mit dem Tod, als seine Mutter und seine Schwester starben. Dieses Erlebnis war wohl auch für seine spätere psychologisierende Ausdrucksweise prägend. Nach dem Willen seines Vaters begann er ein Studium der Ingenieurswissenschaften. 1881 erfolgte der Abbruch, und er entschloss sich für eine Laufbahn als Künstler. Dazu besuchte er die Zeichenschule in Kristiana. Im Jahr darauf tat er sich mit anderen Künstlern zusammen. Die Gemeinschaft eröffnete zusammen ein Atelier. Munchs Malweise lehnte sich in dieser Zeit an den Impressionismus an. 1882 nahm er mit einem Bild an der Großen Berliner Kunstausstellung teil. Das Werk löste einen Skandal und kontroverse Diskussionen aus. Daraufhin wurde die Berliner Künstlergruppe "Secession" gegründet. Ab dem Jahr 1884 knüpfte er Kontakte zu dem Kreis "Kristiana-Bohème". Die Gemeinschaft bestand aus Künstlern, Schriftstellern und Studenten mit dem Ziel der Ablehnung der bürgerlichen Gesellschaft und der Forderung nach sozialer Gleichheit und sexueller Freiheit.

Im jahr 1885 hielt sich Munch in Paris auf. Dort ließ er sich im Zeichnen unterrichten und studierte die Werke von Vincent van Gogh, Paul Gauguin und Henri de Toulouse-Lautrec. Es folgten weitere Aufenthalte dort. Im Jahr darauf, 1886, entstanden die Werke "Das kranke Kind", "Pubertät" und "Der Tag danach". 1889 wurde Munchs erste Einzelausstellung in einem norwegischen Studentenverein organisiert. 1892 folgte eine Ausstellung in dem Verein "Berliner Künstler". 1893 siedelte Edvard Munch nach Berlin über. Dort traf er auf den Kreis um die Zeitschrift "PAN" des Verlegers Paul Cassirer. Im gleichen Jahr präsentierter er die Bilderserie "Ein Menschenleben", darunter befanden sich Werke wie der berühmte Titel "Der Schrei" oder "Vampir", "Der Sturm", "Madonna" oder "Die Stimme". In dieser Zeit begann er auch die Arbeiten am "Lebensfries". 1895 wurde die erste Mappe mit insgesamt acht Lithographien veröffentlicht.

Edvard Munch verließ 1896 Berlin und zog nach Paris. Dort arbeitete er an Farblithografien und an Holzschnitten. Im Jahr darauf beteiligte er sich an der Ausstellung "Salon des Indépendants". 1902 stellte er seine 22 Arbeiten des "Lebensfrieses" zu einer Veranstaltung der "Berliner Secession" aus. In diesen Werken thematisiert der Künstler menschliche Grunderfahrungen zu Einsamkeit, Liebe oder Tode. Dem künstlerischen Ausdruck unterliegen existenzielle Bedrohungen des Menschen und die psychischen Vorgänge. Die dunklen Leuchtfarben erzeugen eine Stimmung der Schwermütigkeit, die in großflächigen Formen dargestellt wird. In den Jahren 1907 und 1908 lieferte Edvard Munch Entwürfe für das von Max Reinhardt geleitete Kammerspielhaus in Berlin. 1908 wurde ihm die Ritterschaft des St.-Olav-Ordens verliehen. Im Jahr darauf, 1909, schloss er die Arbeiten zu der Serie "Alpha und Omega" ab, und er kehrte nach Norwegen zurück. Im Jahr 1912 wurde er mit einen Ehrensaal in der Sonderbund-Ausstellung in Köln, auf der die Avantgardisten ihre Werke präsentierten, geehrt. Dieses Auszeichnung wurde in dieser Zeit außer ihm und Pablo Picasso keinem anderen lebenden Künstler zuteil.

Im Jahr 1916 schuf er Wandbilder für die Universität Oslo, die er in lebensbejahender und farbenfroher Gestaltung realisierte. 1927 stuften die Nationalsozialisten seine Kunst als "Entartet" ein. Insgesamt 82 Werke von ihm wurden konfisziert. Im Jahr 1930 befiel ihn eine Augenkrankheit, wodurch er jahrelang künstlerisch nicht tätig werden konnte. 1936 erhielt er in London eine Einzelausstellung. Norwegische Nationalsozialisten präsentieren 1942 vier seiner Werke auf der Ausstellung "Kunst und Unkunst" in der Nationalgalerie. Edvard Munch zählt zusammen mit Paul Cézanne, Vincent van Gogh und Paul Gaugin zu den zentralen Entwicklern der avantgardistischen Kunst. Vermutlich durch die frühen Eindrücke von dem Tod seiner Mutter und Schwester wurden seine Sujets elementare menschliche Gefühle und innere Zustände wie zum Beispiel Angst, die er in seinen Figuren zur Darstellung brachte.

Edvard Munch starb am 23. Januar 1944 in Ekely bei Oslo.

Im Jahr 1963 wurde das Munch-Museum in Oslo eröffnet, wo die bedeutendsten Werke des Künstlers ausgestellt sind.

NameEdvard Munch

Geboren am12.12.1863

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortLøten (Norwegen)

Verstorben am23.01.1944

TodesortEkely (Norwegen)