Biografie

Aristoteles Onassis

Der griechische Reeder zählte zu den herausragendsten Wirtschaftspersönlichkeiten nach dem Zweiten Weltkrieg. Als Lebemann und Tankerkönig wurde Aristoteles Sokrates Onassis zum reichsten Menschen der Welt. Die zentrale Figur der High Society der 1950er, 1960er und 1970er Jahre war lange mit Maria Callas liiert und mit Jackie Kennedy verheiratet. Seine Geschäfte machte Onassis in Bars und Restaurants. Sein Imperium umfasste die größte Tankerflotte der Welt, eine Fluglinie, Banken, Immobilien und Beteiligungen von unschätzbarem Wert. Zu seinen Freunden und Gästen zählten John F. Kennedy, Winston Churchill, Ernest Hemingway, Fürst Rainier mit Gattin sowie zahlreiche weitere Größen aus Industrie, Wirtschaft und Film. Die Partys bei Onassis waren gesellschaftliche Ereignisse höchsten Niveaus...
Aristoteles Sokrates Homer Onassis wurde 15. Januar 1906 in Smyrna, Osmanisches Reich (heute ?zmir, Türkei), als Sohn eines Tabakhändlers geboren.

Beim Ausbruch des Bürgerkrieges gegen die in der Türkei lebenden Griechen wurde fast die gesamte Familie ermordet und der Vater verhaftet. Ihr letztes Geld gab die Familie für den Freikauf des Vaters aus. Mit ihm reisten sie nach Griechenland zurück. 1923 machte sich Onassis als staatenloser Flüchtling alleine nach Südamerika auf. Er kaufte sich die Überfahrt auf einem Frachtschiff mit Ziel Buenos Aires. Der 16-Jährige hatte exakt 250 US-Dollars im Gepäck. In Argentinien arbeitete er zunächst bei einer Telefongesellschaft, tagsüber bei der Vermittlung, nachts lötete er Drähte. Aus der Türkei ließ er sich Tabak schicken, den er morgens verkaufte. Nach nur vier Jahren hatte Onassis seine erste Millionen durch Provisionen verdient, die ohne jeden Abzug 1927 in sechs alte Tanker flossen, die er nach brillanten Verhandlungen kaufen und voll bezahlen konnte.

Im Jahr 1933 zog er nach New York, und als Amerika, unter US-Präsident Franklin Roosevelt, gegen Deutschland in den Krieg eintrat, fuhren alle Schiffe von Onassis für die alliierten Truppen Kriegsgüter nach Europa. Die Transportkosten explodierten und Onassis verdiente ein Vermögen. Als ein Onassis-Schiff mit Tabak aus der Türkei sank, kam Onassis in den Verdacht, Versicherungsbetrug begangen zu haben. Der Fall wurde zwar untersucht, angeklagt wurde er jedoch nicht. Durch den Zukauf weiterer Schiffe baute sich der Unternehmer ein Imperium auf. Seit dem Kriegsende im Jahr 1945 ließ Onassis neue Super-Tanker konstruieren. So auch 1950, als im Auftrag von Onassis der größte Tanker der Welt mit über 236 Metern Länge bei der deutschen Howalt-Werft fertiggestellt wurde. Der Tanker erhielt den Namen seiner Frau "Tina Onassis". Sie war die jüngere von zwei Töchtern des griechischen Reeders Livanos.

Im Jahr 1954 verliebte sich der Grieche in das kleine marode Fürstentum Monaco. Er kaufte dort die schönsten Hotels, dutzende Häuser und Villen, baute städtische Einrichtungen und Strandbäder, renovierte das Casino und den Hafen. Er machte Monaco zum Urlaubsparadies der Reichen in Europa. In den 1950er Jahren lag die Welt der griechischen Operndiva Maria Callas zu Füßen. 1959 sang die Callas in London. Schon Wochen zuvor hatte Onassis alle Karten des Konzerts für Freunde und Bekannte aufgekauft. Damit machte er das Konzert zu seiner privaten Veranstaltung. Im Anschluss an das Konzert gab er eine mondäne Party. Eine Woche später nahmen Maria Callas und ihr Ehemann die Einladung zu einer Kreuzfahrt auf Onassis Luxus-Jacht "Christina O." an. Was genau sich während dieser Tage ereignete, kam nie an die Öffentlichkeit. Das Ergebnis waren jedoch zwei zerstörte Ehen, denn Callas ließ sich für Onassis von ihrem Ehemann scheiden.

Im Jahr 1954 wurde von den Vereinigten Staaten Anklage gegen Onassis erhoben. Zur Klärung der Angelegenheit reiste er in die USA. Ohne jegliche Vorwarnung wurde er in einem New Yorker Nachtclub verhaftet und verhört. Der Vorwurf lautete, Onassis habe US-Kriegsschiffe gekauft und für Transporte eingesetzt. Dieses Transportrecht mit alten Kriegsschiffen war aber nur Amerikanern vorbehalten. Im Jahr darauf bezahlte er 7 Mio. US-Dollars Strafe. Die Demütigung durch die US-Regierung prägte ihn. Anfang der 1960er Jahre erlangte er durch seine guten Beziehungen zu Saudi-Arabien ein exklusives Transportrecht für Öl. Onassis stellte dafür beinahe monatlich einen neuen Super-Tanker fertig, um dem Auftrag gerecht werden zu können. Die Öffentlichkeit sah darin nur ein weiteres Geschäftsfeld, doch anders der Geheimdienst CIA: Dieser fürchtete, Onassis würde mächtiger werden als ein Staat, wenn er als Einziger saudisches Öl in die westliche Welt fahren dürfte. Da Onassis Grieche war, galt auch das "Antitrustgesetz" der USA nicht für ihn.

Nach monatelanger Torpedierung der Geschäfte fand man einen bestochenen saudischen Beamten. Nun sollte der Handel veröffentlicht werden, doch keine Zeitung in Griechenland, Ausgangspunkt der Veröffentlichung, wollte über die Geschichte berichten. Wochenlang sucht man vergebens eine Lösung, bis sich Onassis Schwager Stavros Niarchos bereit erklärte, die Athener Tageszeitung zu kaufen. Nun ging die Geschichte um die ganze Welt, inklusive der Spekulation, Niarchos habe Onassis bei der CIA verraten. Das Geschäft mit Saudi-Arabien platzte und Onassis erhielt keine Frachtaufträge mehr, weder für seine alten noch seine neuen Schiffe, die in den Werften auf der ganzen Welt auf ihren Einsatz warteten. Onassis sah sein Imperium schwinden. Die Suezkrise von 1957 brachte ihm die Rettung. Kein Reeder hatte mehr freie Kapazitäten, während Onassis über mehr als 100 freie Tanker verfügte und die Transportkosten verdoppelt.

Als Onassis privates Vermögen auf die damals unvorstellbare Summe von 1 Mrd. US-Dollars anwuchs, verteilte er seine Geschäftsfelder. Er kaufte Banken, Versicherungen, weitere Transportunternehmen und die Fluglinie "Olympic". Er baute in New York den "Olympic-Tower" an der 5th Avenue und erwarb die Insel Scorpios vor Griechenland. Die Feste auf seiner Privat-Jacht "Christina O.", die sein eigentliches Zuhause gewesen war und meist mit 30 Personen Besatzung in Monaco ankerte, wurden legendär. Zu seinen Freunden und Gästen zählten John F. Kennedy, Jackie Kennedy, Winston Churchill, Ernest Hemingway, Fürst Rainier mit Gattin sowie zahlreiche weitere Größen aus Industrie, Wirtschaft und Film. Die Partys bei Onassis waren gesellschaftliche Ereignisse höchsten Niveaus. 1963 starb das dritte Kind von Jackie Kennedy bei der Geburt, worauf sie die Einladung Onassis' annahm, sich auf seiner Yacht bei einer Kreuzfahrt zu erholen.

Drei Wochen später wurde John F. Kennedy in Dallas ermordet. Onassis war die einzige private Person, die zur offiziellen Trauerfeier ins Weiße Haus in Washington D.C. geladen wurde. Nach der Trauerzeit besuchte Jackie erneut Onassis für eine Kreuzfahrt. Nun wollte er sie heiraten. Jackie weigerte sich jedoch und so versuchte Onassis, sie zu kaufen: Sie erhielt einen monatlichen Betrag und für jeweils 5 Jahre Ehe 20 Mio. US-Dollars sowie im Falle seines Todes nochmals 20 Mio. US-Dollars. Jackie stimmte zu und 1968 erfolgte die Eheschließung. Seine langjährige Lebensgefährtin Maria Callas erfuhr von der bevorstehenden Hochzeit aus der Zeitung. Seine erste Frau Tina starb vermutlich durch Selbstmord wenige Monate später. Onassis' Sohn Alexander, der ein leidenschaftlicher Pilot bei der elterlichen Fluggesellschaft war, verunglückte 1973 bei einem Testflug. Nachdem er drei Tage im Koma gelegen hatte, wurden auf Wunsch Onassis' die lebenserhaltenden Maschinen abgeschaltet.

Onassis argwöhnte als Grund des Absturzes eine Sabotage-Aktion des CIA. Onassis zog sich nun auf seine Insel Scorpios zurück und wollte nur noch die Scheidung von Jackie, der er vorwarf, sein Geld zu verschleudern. Ein Privatdetektiv überwachte Jackie und deckte mehrere Unterschlagungen auf. Sie kaufte zu hohen Summen teure Kleider, die sie sofort in diversen Designershops wieder zum Verkauf anbot. Maria Callas gestand er in Paris, die Hochzeit mit Jackie Kennedy sei sein größter Fehler gewesen.

Aristoteles Sokrates Onassis starb am 15. März 1975 in Paris. Beigesetzt wurde er neben seinem Sohn Alexander auf der Insel Scorpios vor Griechenland.

NameAristoteles Onassis

Geboren am15.01.1906

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortSmyrna (TR).

Verstorben am15.03.1975

TodesortParis (F).