Biografie

Winston Churchill

Der britische Politiker und Historiker vom Geschlecht der Herzöge vom Marlborough, war in zwei Amtszeiten Premierminister von Großbritannien (1940-1945 und 1951-1955). In erster Amtszeit führte Sir Winston Leonard Spencer Churchill Großbritannien durch den Zweiten Weltkrieg. Zuvor hatte er bereits mehrere Regierungsämter bekleidet, unter anderem das des Ersten Lords der Admiralität, des Innen- und des Finanzministers. Nach Kriegsende avancierte Churchill als Vordenker der Vereinigten Staaten von Europa zu einem der bedeutendsten Staatsmänner des 20. Jahrhunderts. Darüber hinaus trat er als Autor politischer und historischer Werke hervor. Ihm wurde 1953 der Nobelpreis für Literatur und der "Karlspreis zu Aachen" verliehen...

Die Europäische Union (EU):
Mitgliedsstaaten und Regierungschefs
Winston Leonard Spencer Churchill wurde am 30. November 1874 in Blenheim Palace, Woodstock, England, als ältester Sohn von Lord Randolph Churchill und der Amerikanerin Jennie Jerome geboren.

Nach der Schule besuchte er die Offiziersschule mit anschließendem Eintritt in den Militärdienst. Bis 1899 diente er als Korrespondent während des Burenkrieges in Südafrika. Ab 1900 war Churchill für die Konservative Partei Mitglied des Unterhauses. 1904 wechselte er dann zur Liberalen Partei. Im September 1908 heiratete Churchill in der Londoner St. Margaret's Church Clementine Hozier, mit der er bis zu seinem Tod zusammenlebte. Von 1908 bis 1910 war er Handelsminister unter Herbert Henry Asquith. Als Innenminister unterstützte er von 1910 bis 1911 die Sozialreformen seines Freundes David Lloyd George. Als Erster Lord der Admiralität und als Marineminister modernisierte Churchill von 1911 bis 1915 die Marine und betrieb ihre Aufrüstung.

Im Ersten Weltkrieg bestand Churchill zur raschen Beendigung des Krieges auf einer Offensive gegen Konstantinopel. Als nach neun Monaten die Gallipoli-Kampagne gescheitert war, musste Churchill zurücktreten. Seine politische Karriere schien beendet und er wurde Bataillonskommandeur in Frankreich. Lloyd George, der 1916 Premierminister wurde, berief Churchill jedoch von 1917 bis 1918 als Munitionsminister und von 1918 bis 1921 als Kriegs- und Luftfahrtminister wieder ins Kabinett. Von 1921 bis 1922 war er Kolonialminister. 1919 war Churchill als Kriegsminister für die Entsendung britischer Truppen im Rahmen des alliierten Einsatzes gegen Russland verantwortlich. Nach dem Zerfall der Liberalen Partei 1922 und auch auf Grund seiner antisozialistischen Einstellung kehrte Churchill 1924 zur Konservativen Partei zurück.

In der Zeit von 1922 bis 1924 war er nicht mehr im Parlament vertreten. Ende 1924 wurde er Schatzkanzler im konservativen Kabinett von Stanley Baldwin. Nach der Übernahme der Regierung durch die "Labour Party" 1929 verlor Churchill abermals sein Ministeramt. In der Zeit um 1930 wandte sich Churchill verstärkt der Schriftstellerei zu. Im Gegensatz zur britischen Regierung setzte sich Churchill gegen die Selbstregierung Indiens ein. Außerdem unterstützte er Eduard VIII. gegen die Forderung nach Abdankung seitens der Regierung. Churchill forderte 1938 die Aufrüstung der Armee gegen die Bedrohung durch Hitler-Deutschland und kritisierte Chamberlains Beschwichtigungspolitik gegenüber Adolf Hitler. Nach der Kriegserklärung Großbritanniens an Deutschland im September 1939 fand Churchills Position schließlich doch Gehör. Unter dem Druck der Öffentlichkeit kehrte Churchill 1939 als Erster Lord der Admiralität in die Regierung zurück.

Am 10. Mai 1940 trat Churchill die Nachfolge Chamberlains als Premierminister einer Allparteienregierung an und wurde zugleich Verteidigungsminister. Nach der Niederlage Frankreichs gegen Deutschland wurde Churchill mit seiner Haltung und seinen patriotischen Reden zum Motor des britischen Widerstands gegen Adolf Hitler und zum Symbol des britischen Durchhaltewillens. Gemeinsam mit US-Präsident Franklin D. Roosevelt unterzeichnete Churchill im August 1941 die Atlantikcharta, wodurch Großbritannien umfangreiche militärische und wirtschaftliche Unterstützung aus den USA erhielt. Nach der deutschen Kriegserklärung gegen die Sowjetunion 1940 und dem Kriegseintritt der USA 1941, bildete Churchill die "Große Allianz" zwischen England, Russland und den Vereinigten Staaten. Während den Konferenzen von Casablanca und Teheran im Jahr 1943 sowie in Jalta und Potsdam im Jahr 1945, bestimmte Churchill gemeinsam mit Roosevelt die Kriegsziele der Alliierten.

Churchill konnte dabei die britischen Interessen nur noch bedingt durchsetzen. Grund war, dass die militärische und politische Rolle Großbritanniens gegen Kriegsende an Bedeutung verlor. Während der Potsdamer Konferenz im Juli 1945 verlor die konservative Partei die Wahl und Churchill musste zurücktreten. Churchills Nachfolger wurde Clement Attlee. In seiner "Eiserner Vorhang Rede" in Fulton Missouri, USA am 19. September 1946, warnte Churchill eindringlich vor den Gefahren einer sowjetischen Expansion. Mit seinen Worten zur Gründung der "Vereinigten Staaten von Europa" als europäisches Friedensprojekt erreichte Churchill weltweite Popularität als Friedensstifter. Von 1951 bis 1955 war Churchill nach einem erneuten Wahlsieg der Konservativen wieder Premierminister, jedoch sein hohes Alter sowie sein schlechter gesundheitlicher Zustand erlaubten es ihm nicht, das Land mit der früheren Kraft zu leiten.

Allerdings setzte er sich erfolgreich für eine Entspannung im Kalten Krieg ein. 1953 erhielt Churchill für "Der Zweite Weltkrieg" den Nobelpreis für Literatur. 1955 trat er von allen politischen Ämtern zurück. Seinen Platz im Unterhaus, dem er schon seit 1900 angehörte, behielt er jedoch. Er widmete sich fortan der Malerei sowie der Schriftstellerei. Queen Elizabeth II. ernannte am 6. April 1955 Sir Anthony Eden zu seinem Nachfolger. Das Unterhaus würdigt den großen Staatsmann Churchill in einer Sondersitzung. 1956 erhielt Churchill als Auszeichnung den "Karlspreis zu Aachen" zur "Annerkennung seiner Verdienste des höchsten menschlichen Guts, der Freiheit, und den erfolgreichen Anruf der Jugend, die Zukunft Europas durch Einigung zu sichern".

Sir Winston Leonard Spencer Churchill starb am 24. Januar 1965 in London.

Am 11. Februar 2005 wurde in London das Winston-Churchill-Museum zu Ehren des britischen Staatsmannes eröffnet.


Die Europäische Union (EU):
Mitgliedsstaaten und Regierungschefs

NameWinston Leonard Spencer Churchill

AliasWinston Churchill

Geboren am30.11.1874

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortBlenheim Palace, Woodstock (GB).

Verstorben am24.01.1965

TodesortLondon (GB).