Biografie

Rainier III. (Monaco)

Der Abkömmling der einstigen Piratendynastie der Grimaldi stellte von 1949 bis 2005 den 29. Fürsten von Monaco. Unter seiner Regentschaft verwandelte Rainier III. von Monaco das Fürstentum in ein prominentes Steuerparadies und machte es zu einem Anziehungspunkt für internationalen Tourismus höchsten Niveaus. Mit der Aufnahme Monacos in den Europarat (2004) und der Einführung des Euros im Land (2002) wuchs auch der Druck, stärker mit den Europäern zu kooperieren, die Finanzströme transparenter zu machen und Vergehen zu verfolgen. Demnach stand Monaco gemeinsam mit Liechtenstein und Andorra auf der OECD-Liste jener Staaten, die zu den "unkooperativen" Steueroasen der Welt zählen. Seine Leidenschaft galt dem Zirkus. Mit großem Aufwand unterstützte er das "Festival du Cirque de Monaco", das zur bedeutendsten Zirkus-Veranstaltung der Welt avancierte...
Louis Henri Maxence Bertrand Rainier de Grimaldi wurde am 31. Mai 1923 in Monaco als Sohn von Pierre Grimaldi, Herzog von Valentinois, und der Erbprinzessin Charlotte von Monaco geboren.

Rainier lll. wuchs in behüteten und wohlhabenden Verhältnissen im fürstlichen Palast der Grimaldis in Monaco auf, wo er privaten Schulunterricht erhielt. Nach dem Besuch von Schulen in Großbritannien und in der Schweiz nahm Rainier 1943 ein Jura-Studium im französischen Montpellier auf. Seine Mutter trat indes 1944 das Thronfolgerecht an ihren Sohn ab. Die Studien wurden durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen, an dem er ab 1944 zunächst als Leutnant, dann als Oberst teilnahm. Nach Kriegsende setzte Rainier seine Studien an der "École des Sciences Politiques" in Paris fort, wo er 1947 den Abschluss erlangte. 1948 kehrte er nach Monaco zurück, wo er das Rote Kreuz von Monaco gründete. Im Mai 1949 trat Rainier die Nachfolge seines Großvaters, des Fürsten Louis II., an, der ihm aus Gesundheitsgründen die Herrschaft über das Fürstentum übertrug.

Der junge Monarch regierte Monaco nun als Son Altesse Sérénissime le (S.A.S.) (Seine Durchlaucht; S.D.) Rainier III. In seiner Amtszeit bemühte sich der Fürst, die schlechte Finanzlage des Stadtstaates zu sanieren. Dies erreichte er unter anderem durch die Hilfe privater Investoren, die, wie etwa der griechische Reeder Aristotele Onassis, zahlreiche, für den Tourismus bedeutende Infrastrukturmaßnahmen in Monaco schufen. Überdies erreichte Rainier durch einen neuausgehandelten Protektoratsvertrag mit Frankreich einige Steuervorteile, der zahlreiche Großverdiener nach Monaco lockte, weil sie sich dort vor Abgaben geschützt sahen. Am 19. April 1956 heiratete Fürst Rainier III. die amerikanische Schauspielerin Grace Kelly, die fortan den Namen Fürstin Gracia Patricia trug. Aus dieser Ehe gingen die Kinder Caroline von Monaco, Albert von Monaco und Stéphanie von Monaco hervor.

Im Jahr 1962 verabschiedete Rainier eine neue Verfassung für Monaco, nach der das Fürstentum in eine konstitutionelle Monarchie umgewandelt wurde. Dem Fürsten gelang es, den Zwergstaat durch zahlreiche wirtschaftliche Initiativen in einen blühenden Wirtschaftsstandort zu verwandeln. Ein mondäner Tourismus höchsten Niveaus und das gut gehende Casino entwickelten sich wieder zu Monacos bedeutenden Einnahmequellen. 1974 gründete er das Zirkusfestival von Monte Carlo. Die Fürstin Gracia Patricia starb am 14. September 1982 bei einem Autounfall in den Bergen vor Monaco. Wie durch ein Wunder überlebte Tochter Stephanie, die sich ebenfalls im Auto befand. In den 1980er Jahren baute er die Wirtschaft Monacos mit neuen Investoren aus der Chemie-, Pharma-, Feinmechanik- und Kosmetikbranche weiter aus. Rainier lll. erweiterte das Kongresswesen, ließ einen Anleger für Kreuzfahrtschiffe bauen und gewann neue Landflächen an der Küste.

Der Formel1 Grand-Prix von Monaco avancierte unter dessen zum jährlichen sportlichen Höhepunkt. 1988 wurde er mit dem Olympischen Orden in Gold geehrt. 1997 feierte die Dynastie Grimaldi ihr 700-jähriges Bestehen. Zwei Jahre später beging Fürst Rainier als dienstältester Herrscher in Europa sein 50-jähriges Thronjubiläum. Im Dezember 2000 forderte Rainier III. von der französischen Regierung, dass das Fürstentum seine "volle Souveränität" zurückgewinnen müsse. Der Regent solle demnach seinen Regierungschef frei bestimmen können. Damit stellte er die Vereinbarungen über den französischen Einfluss auf Monaco in Frage. Zugleich sah sich Monaco zunehmend dem Druck der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere Frankreich und Deutschland gegenüber, Monaco nach außen zu öffnen. Mit der Einführung des Euros im Land (2002) und der Aufnahme Monacos in den Europarat (2004) wuchs erneut der Druck, stärker mit den Europäern zu kooperieren, die Finanzströme transparenter zu machen und Vergehen zu verfolgen.

Indes stand Monaco gemeinsam mit Liechtenstein und Andorra auf der OECD-Liste jener Staaten, die zu den "unkooperativen" Steueroasen der Welt zählen. So hatte Monaco noch immer keine Abkommen mit einem anderen Staat über den gegenseitigen Austausch von Steuerinformationen abgeschlossen. Auch zeigte sich das Land geschlossen, wenn andere Staaten um Amts- und Rechtshilfe baten. Das Fortschreiten der diplomatischen Verhandlungen wurde zusehends durch seinen sich verschlechternden Gesundheitszustand konterkariert. Darauf übertrug der Fürst die protokollarischen Amtsgeschäfte am 31. März 2005 an seinen Sohn Albert.

Fürst Rainier III. verstarb in den Morgenstunden des 6. April 2005 nach langer schwerer Krankheit infolge einer Lungenentzündung in einer Herz-Lungen-Klinik in Monaco.


Die europäischen Königs- und Fürstenhäuser
Die Europäische Union

NameRainier Louis de Grimaldi

AliasRainier III. (Monaco)

Geboren am31.05.1923

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortMonaco (MC).

Verstorben am06.04.2005

TodesortMonaco (MC).