Biografie

Antonio Salieri

Der oberitalienische Komponist vollzog im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts eine beeindruckende Karriere in der Wiener Hof- und Musikkultur. Salieri schrieb vor allem Stücke "neapolitanischer Schule". Er erwarb sich großes Ansehen als Komponist und Dirigent von Opern, Kammer-, Kirchenmusiken und Kantaten, sowie als Musikpädagoge. Als solcher diente Antonio Salieri auch zukünftigen Meistern wie Ludwig van Beethoven, Franz Schubert oder Franz Liszt. In unserer Zeit blieb Salieri vor allem durch die angebliche Rivalität mit Wolfgang Amadeus Mozart in Erinnerung. Zu den erfolgreichsten seiner über 40 musiktheatralischen Werke zählen "Armida" (1771), "La Fiera di Venezia" (1772), "Der Rauchfangkehrer" (1781), "Prima la musica e poi le parole" (1786), "Palmira, Regina di Persia" (1795) und "Falstaff ossia Le tre burle" (1799)...
Antonio Salieri wurde am 18. August 1750 in Legnano (Italien) geboren.

Er entstammte einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie. Früh lernte er Violine, Cembalo und Gesang. Nach dem frühen Tod seiner Eltern ging Salieri nach Padua, später nach Venedig, wo er bei Giovanni Pescetti im Generalbass und dem Tenor Ferdinando Pacini im Gesang unterrichtet wurde. Salieri kam durch den Einfluss des österreichischen Komponisten Florian Gassmann 1766 nach Wien. Er studierte dort unter anderem ab 1769 mit Christoph Willibald Gluck, der ihm Zeit seines Lebens Gönner und Freund war. Bei den Kammermusiken Kaiser Josephs II. eingeführt, lernte er 1767 den Dichter Pietro Metastasio kennen, der ihn in der Deklamation schulte.

Im Jahr 1774, nach Gassmanns Tod, wurde Salieri zum kaiserlichen Kammerkomponisten und Kapellmeister der italienischen Oper erhoben. In den Jahren 1788 bis 1790 wirkte er am habsburgischen Hof als Hofkapellmeister. Überdies leitete Salieri bis 1824 die Hofsängerkapelle. 1817 übernahm er außerdem die oberste Leitung des Konservatoriums in Wien. Von 1788 bis 1795 war Antonio Salieri Präsident, darauf Vizepräsident der Tonkünstler-Societät, deren Konzerte er bis 1818 leitete. Ab 1817 war er Oberleiter der Wiener Singschule und saß 1823 im Gründungskomitee des Konservatoriums der Gesellschaft der Musikfreunde.

Der Komponist verschaffte sich hohe Anerkennung in der Komposition von Opern, Oratorien und Kantaten im Stil der Neapolitanischen Schule. Salieri schuf 40 Opern, fünf Messen, ein Requiem, drei Te Deum, 11 Oratorien und zahlreiche andere Stücke. Er wirkte als Lehrer für einige dann berühmt gewordene Komponisten wie Ludwig van Beethoven, Franz Schubert und Franz von Liszt.

Antonio Salieri starb am 7. Mai 1825 in Wien.

Großen Erfolg hatten die posthumen Aufführungen seiner Opera seria "Le Danaidi" 1834 in Paris und "La grotta di Trofonio" 1835 in Wien.
Opern

Annibale in Capua (1801)
Armida (1771)
Axur, Re d'Ormus (1788)
Catilina (1790-92) – Uraufführung posthum 1994 in Darmstadt
Cesare in Farmacusa (1800)
Cublai, gran Kan de' Tartari (1786-88) – Uraufführung posthum 1998 in Würzburg
Danaus (1807) – deutsche Fassung von Les Danaides
Das Posthaus – Fragment, verloren
Delmita e Daliso (1776)
Der Rauchfangkehrer oder Die unentbehrlichen Verräter ihrer Herrschaften aus Eigennutz (1781)
Die Generalprobe – Fragment
Die Neger (1802, Uraufführung 1804)
Don Chisciotte alle nozze di Gamace (1770)
Eraclito e Democrito (1795)
L'Europa riconosciuta (1778)
Falstaff ossia Le tre burle (1799)
Il Barone di Rocca Antica (1772)
Il Mondo alla rovescia (1792, Uraufführung 1795)
Il Moro (1796)
Il Pastor fido (1789)
Il Ricco d'un giorno (1784)
Il Talismano (1779) – erster Akt von Salieri, zweiter und dritter Akt von Giacomo Rust
Il Talismano (1788)
I tre filosofi (1797) – Fragment
L'Amore innocente (1770)
L'Angiolina ossia Il matrimonio per sussurro (1800)
La Bella selvaggia (1802) – nicht aufgeführt
La Calamità de' cuori (1774)
La Cifra (1789)
La Dama pastorella (1780)
La Fiera di Venezia (1772)
La Finta scema (1775)
La Grotta di Trofonio (1785)
La Locandiera (1773)
La Moda ossia Gli scompligi domestici (1771) – Pasticcio, nur Teile des zweiten und dritten Aktes von Salieri
La Partenza inaspettata (1779)
La Scuola de' gelosi (1778, zweite Fassung 1783)
La Scuola degli amanti ossia Così fan tutte (ca. 1789) – Fragment
La Secchia rapita (1772)
La Vestale (1769) – verloren
Le Couronnement de Tarare (1790) – den neuen politischen Verhältnissen angepasster Zusatz zu Tarare
Le Donne letterate (1770)
Les Danaïdes (1784)
Les Horaces (1786)
Palmira, Regina di Persia (1795)
Prima la musica e poi le parole (1786)
Semiramide (1782)
Tarare (1787)

Oratorien, geistliche Kantaten

Davidde für Soli, vierstimmigen Chor und Orchester (1791) – Fragment
Gesù al limbo für Soli, vierstimmigen Chor und Orchester (1803)
La Passione di Nostro Signore Gesù Cristo für Soli, vierstimmigen Chor und Orchester (1776)
Le Jugement dernier für Tenor, vierstimmigen Chor und Orchester (1787/88)
Saul für Soli, vierstimmigen Chor und Orchester (1791) – Fragment

Messen

Messe C-Dur für vierstimmigen Chor a cappella (1767) – genannt "Missa stylo a cappella"
Messe D-Dur für vierstimmigen Chor und Orchester (1788) – genannt Hofkapellmeistermesse oder Kaisermesse
Messe C-Dur für Doppelchor und Orchester (1799) – genannt Proklamationsmesse
Messe d-Moll für Soli, vierstimmigen Chor und Orchester (1805)
Messe B-Dur für Soli, vierstimmigen Chor und Orchester (1809)
Kyrie C-Dur für Soli, vierstimmigen Chor und Orchester (1812) – Teil einer unvollendeten Messe
Kyrie F-Dur für vierstimmigen Chor und Orchester – Fragment
Requiem c-Moll für Soli, vierstimmigen Chor und Orchester (1804)
Requiem d-Moll für vierstimmigen Chor und Orchester (ca. 1815-20) – Fragment

NameAntonio Salieri

Geboren am18.08.1750

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortLegnano (I).

Verstorben am07.05.1825

TodesortWien (A).