Biografie

Maria Theresia von Österreich

Die regierende Erzherzogin von Österreich und Königin u. a. von Ungarn (mit Kroatien) und Böhmen (1740–1780) gilt als große Reformerin auf vielen Gebieten ihres Landes. Sie führte nicht nur die Volksschule ein, sondern  verstand die Beschäftigung der Leute als deren materielle Sicherheit. Sie stellte ein umfangreiches Beschäftigungsprogramm im Bereich Landwirtschaft, Handwerk und Industrie auf und setzte es in die Praxis um. Auch im Münz- und Geldwesen führte sie Reformen ein. Maria Theresia war eine der größten Persönlichkeiten Europas...
Maria Theresia wurde am 13. Mai 1717 als älteste Tochter von Kaiser Karl VI. und Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel in Wien geboren.

Ein Jahr nachdem der erhoffte Erbprinz geboren wurde, kam Maria Theresia zur Welt. Doch der Erbprinz starb bereits im Babyalter. Maria Theresia wurde Erbprinzessin, die eine glückliche Kindheit verlebte. 1736 heiratete sie Franz Stephan Herzog von Lothringen. Mit ihm hatte sie insgesamt 16 Kinder, elf Töchter und fünf Söhne. Sie begründete das Haus Habsburg-Lothringen und stand als einzige Frau jemals an der Spitze des Hauses Habsburg. 1740 starb ihr Vater. Maria Theresia übernahm mit 23 Jahren die gesamten Besitzungen des Fürstenhauses Habsburg. Die Möglichkeit der Erbfolge einer Tochter wurde durch die Pragmatische Sanktion, ein Vertrag ihres Vaters Kaiser Karl VI., gegeben, was seinerzeit eine große Ungewöhnlichkeit darstellte.

Die älteste Tochter erbte daher das ungeteilte und untrennbare Kaisertum Habsburg. Nach dem Tod Kaiser Karl VI. beanspruchten Bayern und Preußen das österreichische Erbteil beziehungsweise Schlesien, mit der Begründung der verwandtschaftlichen Beziehung. Die Pragmatische Sanktion erkannten sie nicht an. Es entbrannte der Österreichische Erbfolgekrieg von 1741 bis 1748. Dabei musste Österreich Schlesien an den preußischen König Friedrich den Großen abgeben. Bereits 1721 wurde ihr der Mann bestimmt, Franz Stephan von Lothringen. Die Wahl des Ehemanns war eine politische Entscheidung, denn Lothringen sollte nach dem Willen der Habsburger nicht an Frankreich verloren gehen.

Mit der Heirat tauschte Franz Stephan von Lothringen aus politischen Beweggründen Lothringen gegen das Großherzogtum Toskana. 1745 wurde er zum Kaiser Franz I. des Heiligen Römischen Reiches gewählt. Maria Theresia wurde zur Erzherzogin von Österreich, Königin von Ungarn und Böhmen, Gräfin von Tirol gekrönt. Obwohl sie nie zur Kaiserin gekrönt wurde, wurde ihr Namen größtenteils im Zusammenhang mit dem Kaiser-Titel genannt. Zwar war ihr Mann der Herrscher, doch die Regierungsgeschäfte führte sie selbst. Maria Theresia ließ sich dabei von ihrem Verstand, ihrer Klugheit und ihrer Menschenkenntnis leiten. Umgeben von einen Stab aus qualifizierten Beratern, führte sie etliche Reformen auf dem Gebiet der Wirtschaft, Bildung und Verfassung ein.

So verabschiedete sie 1774 die Schulverordnung. Auch im Münz- und Geldwesen führte sie bedeutende Reformen ein. Bekannt geworden ist der Theresien-Taler, dessen Verbreitungsgebiet weit über die Grenzen des Heiligen Römischen Reiches hinaus ging bis nach Arabien, Äthiopien, den vorderen Orient und China. Zu ihren weiteren innenpolitischen Leistungen gehörte die Arbeitsbeschäftigung der Leute, die sie als deren materielle Sicherung erkannte. In ihrem Programm realisierte sie beispielsweise die Trockenlegung von Moorgebieten und damit die Schaffung von landwirtschaftlichem Boden. Sie trieb den Anbau von Maulbeerbäumen voran, die Ansiedlung von Unternehmen und damit die Schaffung von zahllosen Arbeitsplätzen beispielsweise in der Seiden- und Baumwollindustrie.

Ihre Kinder verheiratete sie aus Gründen der Staatsräson nach politisch taktischen Gesichtspunkten in ganz Europa und nicht nach deren Wünschen. So baute sie für Österreich wichtige Verbindungen zu vielen anderen europäischen Herrscherhäusern so etwa in Parma, Neapel und Frankreich aus und konnte dadurch starken Einfluss ausüben. Durch ihre geschickten Verheiratungen ihrer Kinder ging sie als “Schwiegermutter von Europa” in die Geschichte ein. Ausgenommen ihrer Lieblingstochter Martina Christina war es erlaubt, aus Liebe zu heiraten. Maria Theresia verstand es, erfolgreiche Herrschermacht und Mütterlichkeit miteinander glänzend zu verbinden. Eine ihrer vielen politischen Herrscherleistungen war der Frieden für Italien. Modena gehörte durch ihre Politik zum Haus Österreich.

Im Jahr 1765 starb ihr Mann Kaiser Franz I. In ihren letzten Lebensjahren trug sie nur noch Schwarz. Nach dem Tod ihres Mannes wurde ihr ältester Sohn, der spätere Kaiser Joseph II., Mitregent. Doch zwischen beiden gab es kein großes Meinungsverständnis. Maria Theresia waren die Neuerungsversuche ihres Sohnes zu radikal.

Maria Theresia starb am 29. November 1780 in Wien.

NameMaria Theresia von Österreich

Geboren am13.05.1717

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortWien (A).

Verstorben am29.11.1780

TodesortWien (A).