Biografie

Wilhelm II. (Deutsches Reich)

NameWilhelm von Preußen

AliasWilhelm II. (Deutsches Reich)

Geboren am27.01.1859

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortBerlin (D).

Verstorben am04.06.1941

TodesortSchloß Huis te Doorn (Prov. Utrecht, NL)

Wilhelm II. (Deutsches Reich)

Der Regent war von 1888 bis 1918 letzter Deutscher Kaiser und König von Preußen. Er setzte sich innenpolitisch zunächst für eine sozialreformerische Politik ein, um so das Aufkommen der Sozialistenbewegung zu verhindern. Außenpolitisch verfolgte er eine Politik der deutschen Vormachtstellung in Europa und provozierte damit den Ersten Weltkrieg. Wilhelm II. war der deutsche Kaiser, der in den Ersten Weltkrieg gegen England, Frankreich und Russland eintrat. Während des Krieges geriet er politisch ins Abseits. Nach Kriegsende dankte er ab und begab sich ins Exil in die Niederlande...
Thronfolger Wilhelm wurde als Sohn des Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen und späteren Kaisers Friedrich III. und seiner Frau, der englischen Prinzessin Viktoria, am 27. Januar 1859 in Berlin geboren.

Thronfolger Wilhelm vermählte sich im Jahr 1881 mit Prinzessin Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein. Der Ehe entsprossen sechs Söhne und eine Tochter: Kronprinz Friedrich Wilhelm v. Preußen (1882-1951), Wilhelm Eitel Friederich (1883-1942), Adalbert Ferdinand (1884-1948), August Wilhem (1987-1949), Oskar Karl (1888-1958), Joachim Franz (1890-1920), Viktoria Luise (1892-1980). Nach dem Tode seiner Frau im Jahre 1921 heiratete Wilhelm in 2. Ehe 1922 Hermine, verw. Prinzessin v. Schönaich-Carolath, geb. Prinzessin Reuss (1887-1947). Wilhelm v. Preußen wurde am 15. Juni 1888 als Wilhelm II. zum Kaiser des Deutschen Reiches und König von Preußen gekrönt. Er übernahm die Nachfolge seines Vaters, Kaiser Friedrich III., der nur 99 Tage auf dem Thron geblieben war, da er infolge eines Kehlkopfleidens am 15. Juni 1888 starb.

Wilhelm II. verfolgte eine sozialreformerische Politik, die im Gegensatz zu der politischen Auffassung des konservativen Reichskanzlers Graf Otto von Bismarck stand. Im Jahr 1890 zwang der Kaiser daher seinen Kanzler zum Rücktritt. Wilhelm II. wollte das Reich persönlich führen, sein eigener Kanzler sein und sich Bismarck nicht unterordnen. Doch dazu fehlten ihm Entscheidungskraft und nötige Konsequenz. Da er im Gegensatz zur eigenen Anspruchserwartung ein schwacher Regent war geriet er innenpolitisch schnell unter den Einfluss der Konservativen. Seine militante Haltung in der Außenpolitik führte zum Widerstand im Ausland, so dass er auch hierbei Korrekturen vornehmen und sich in Zurückhaltung üben musste. Das innenpolitische Geschehen wurde bestimmt vom Aufschwung der Industrialisierung und den daraus folgenden sozialen Unruhen, aber auch von wirtschaftlichen und politischen Krisen.

Wilhelms II. sozialreformerische Politik dokumentierte sich nicht nur in der Aufhebung der Sozialistengesetze. Er sorgte auch für den Erlass von Gesetzen zum Arbeitsschutz. Während seiner Regierungszeit entwickelte sich Deutschland zu einem Industriestaat modernster Prägung. Dennoch wuchs in dieser Epoche die sozialdemokratische Bewegung, wie das Beispiel der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) zeigt, die sich zur stärksten Fraktion im Reichstag entwickelte. Die Sozialpolitik brachte nicht die beabsichtigten Erfolge. Daraufhin kehrte der Kaiser seine Haltung um in eine konservative Richtung. Eine einheitliche Richtung hielt Wilhelm II. auch in der Außenpolitik nicht durch. Nach zurückhaltenden Phasen kehrte er wieder zum "Säbelrasseln" zurück, um so seine internationale Machtstellung zu demonstrieren.

Er verfolgte eine Politik der europäischen Vormachtstellung des deutschen Reiches, die er auch mit Hilfe militärischer Gewalt durchzusetzen beabsichtigte. Den Kurs seiner Außenpolitik verdeutlichte sein Verhältnis zu Großbritannien. Zum einen bekundete er ein freundschaftliches Verhältnis zu den Briten, zum anderen rüstete er seine Flotte als Instrument der deutschen Kolonialisierungsbestrebungen auf und richtete sie gegen Großbritannien. Auch in der sogenannten Krügerdepesche sorgte er für außenpolitischen Ärger auf der Insel: Wilhelm II. beglückwünschte Paulus Krüger, den Präsidenten der Burenrepublik, zum geglückten Widerstand gegen die Angriffe der englischen Kolonialmacht. 1904 trat Großbritannien der Entente cordiale mit Frankreich bei, um sich gemeinsam über koloniale Fragen zu einigen. Auch die Daily-Telegraph-Affäre im Jahr 1908 gehörte zu den politischen Fehltritten Wilhelms II.

In der englischen Zeitung "Daily Telegraph" gab der Kaiser ein Interview zur deutschen Außenpolitik, das in Großbritannien als anmaßend aufgenommen wurde. In Deutschland löste es Rufe nach verfassungsrechtlichen Beschneidungen der Kompetenzen von Wilhelm II. und nach einer weiteren Parlamentarisierung der Regierung aus. Nicht zuletzt wurde in dieser Angelegenheit, die sich zu einer Verfassungskrise ausweitete, die Abdankung des Kaisers angedacht. Politische Inkonsequenz zeigte Kaiser Wilhelm II. auch gegenüber Russland. Sein erster Staatsbesuch in Petersburg fand im Jahr 1888 im Zeichen der Staats- und Völkerfreundschaft statt. 1914 sagte er nach der Ermordung des habsburgischen Thronfolgers Franz Ferdinand durch serbische Nationalisten Österreich-Ungarn die Unterstützung auch im Kriegsfall zu. Und auch die Kündigung des Rückversicherungsvertrages von Bismarck widerstrebte der politisch freundschaftlichen Verbindung mit Russland.

Daraufhin trat auch Russland der Entente cordiale im Jahr 1907 bei und isolierte damit Deutschland außenpolitisch. Der Dreierverband wurde der kriegführende Gegner von Deutschland im Ersten Weltkrieg, der durch Wilhelms imperialistisches Machtstreben und seiner Kriegsbereitschaft maßgeblich provoziert wurde. Im Innern des Deutschen Reichs wurde zu dieser Zeit eine Politik des Aufrüstens betrieben. Die Daily-Telegraph-Affäre hatte die Entlassung des Reichskanzlers von Bülow zur Folge und auch den Rückzug Wilhelms II. aus der Politik. Er sprach sich in der Julikrise im Jahr 1914 für einen österreichisch-serbischen Krieg aus. Angesichts der Ausweitung auf ganz Europa bemühte er sich vergeblich um eine Eingrenzung und Befriedung. Innenpolitisch zeigte sich weitgehend eine nationale Einigkeit.

Reichstag und Oberste Heeresleitung dominierten während des Ersten Weltkrieges von 1914 bis 1918 immer mehr. Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff übernahmen die militärische und auch politische Leitung des Reiches. Kaiser Wilhelm II. war ab dem Jahr 1917 praktisch auf das politische Abstellgleis geschoben. Nach dem militärischen Zusammenbruch des Deutschen Reiches und der Revolution vom 09. November 1918 emigrierte der Kaiser am darauffolgenden Tag in die Niederlande. Von dort aus gab er am 28. November 1918 seine Abdankung bekannt. Er lebte dort auf Schloss Doorn in der Provinz Utrecht zurückgezogen.

Kaiser Wilhelm II. starb am 4. Juni 1941 auf Schloss Doorn in der niederländischen Provinz Utrecht.

NameWilhelm von Preußen

AliasWilhelm II. (Deutsches Reich)

Geboren am27.01.1859

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortBerlin (D).

Verstorben am04.06.1941

TodesortSchloß Huis te Doorn (Prov. Utrecht, NL)

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