Biografie

Otto von Bismarck

NameOtto von Bismarck

Geboren am01.04.1815

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortSchönhausen (D).

Verstorben am30.07.1898

TodesortFriedrichsruh (D).

Otto von Bismarck

Der preußisch-deutsche Staatsmann war der erste Kanzler des Deutschen Reichs. Zur Erreichung der preußischen Vormachtstellung in Deutschland nahm Otto Eduard Leopold Graf von Bismarck 1866 als preußischer Ministerpräsident den Krieg gegen Österreich in Kauf. Der konservative Reichskanzler provozierte auch den deutsch-französischen Krieg von 1870/71, der mit der deutschen Reichsgründung endete. In der Folge zielte Bismarck durch eine taktierende Bündnispolitik auf eine starke Stellung des Deutschen Reichs in Europa. Innenpolitisch setzte er im Rahmen einer "Blut und Eisen"-Ideologie ebenso rigoros seine Ziele durch. Unter seiner Verantwortung wurden 1878 die Sozialistengesetze wirksam...
Otto Eduard Leopold Graf von Bismarck wurde als Sohn einer ostelbischen Landadelsfamilie am 1. April 1815 in Schönhausen in der Altmark geboren.

Bismarck studierte an den Universitäten Göttingen und Berlin Rechtswissenschaften. Ab 1836 war er als Rechtsreferendar in Aachen tätig. Drei Jahre später übernahm er die Verwaltung der elterlichen Besitzungen. 1847 wurde Bismarck Mitglied des Vereinigten Preußischen Landtags. Der konservative, monarchietreue Bismarck lehnte die Revolution von 1848 ab und befürwortete ihre gewaltvolle Unterdrückung. Nach der Revolution von 1848 wurde Bismarck Abgeordneter im Erfurter Parlament, wo er zu einem bedeutenden Mitglied der Konservativen Partei aufstieg. Bismarck betätigte sich als Mitarbeiter der konservativen "Kreuzzeitung". 1851 trat er als preußischer Gesandter dem Frankfurter Bundestag bei.

Dort propagierte er die gleichberechtigte Stellung Preußens und Österreichs sowie die Präsidialmacht im Deutschen Bund. 1859 verweilte Bismarck als preußischer Botschafter in Russland und drei Jahre später in Frankreich. 1862 wurde Bismarck von König Wilhelm I. zum preußischen Ministerpräsidenten ernannt. Er löste den Verfassungskonflikt über die Heeresreform zwischen Regierung und Parlament aus, indem er das Abgeordnetenhaus, das dem Militärhaushalt nicht zugestimmt hatte, auflöste und mit einem Haushalt weiterregierte, der nicht von der Mehrheit der Abgeordneten beschlossen war. Bismarck rechtfertigte sein Vorgehen, das nicht mit der Verfassung übereinstimmte, mit seiner "Blut und Eisen"-Rede, in der er öffentliche Auseinandersetzungen und Mehrheitsbeschlüsse ablehnte.

Innerhalb seiner "Blut und Eisen"-Ideologie rüstete er das preußische Militär ohne Parlamentsbeschluss auf. Als preußischer Außenminister, zu dem er ebenfalls 1862 erhoben worden war, besiegelte Bismarck 1863 mit Russland die Alvensleben'sche Konvention, die eine gegenseitige militärische Hilfe zusicherte. Herausgefordert wurde der Vertrag durch den Januaraufstand in Polen. Im Jahr darauf wandte sich Bismarck zusammen mit Österreich militärisch gegen Dänemark. In diesem deutsch-dänischen Krieg verlor der preußisch-österreichische Gegner Schleswig, Holstein und Lauenburg. Mit diesen außenpolitischen Aktionen wurde von den innenpolitischen Problemen abgelenkt. 1866 brach der Krieg zwischen Preußen und Österreich wegen der Vormachtstellung im Deutschen Bund aus.

Preußen gewann den Krieg und damit Schleswig-Holstein, Lauenburg, Hannover und weitere Gebiete. Eine weitere Folge des Krieges war die Auflösung des Deutschen Bundes. Preußen gelangte in Besitz der Vorherrschaft in Deutschland. 1867 gründete sich unter preußischer Führung der Norddeutsche Bund. Im selben Jahr wurde Bismarck Bundeskanzler. 1866 erlangte er nachträglich die Zustimmung des Abgeordnetenhauses zu den Kosten der Heeresreform, der Verfassungskonflikt war beendet. Mit der Emser Depesche forderte Bismarck 1870 eine Kriegerklärung Frankreichs gegen Preußen heraus, die zum deutsch-französischen Krieg von 1870/71 führte. Aus dem preußisch-deutschen Sieg folgte 1871 die Proklamation Wilhelms von Preußen als Wilhelm I. zum deutschen Kaiser und die Gründung des Deutschen Reiches.

Bismarck war mit der Einigung Deutschlands unter preußischer Führung an seinem Ziel angelangt. Er wurde erster Kanzler des Deutschen Reiches und fungierte weiterhin als preußischer Ministerpräsident. 1880 ernannte ihn der Kaiser zusätzlich zum preußischen Minister für Handel und Gewerbe. Reichskanzler Bismarck bestimmte die Innen-und Außenpolitik des Deutschen Reiches. Er war in dieser politischen Positionen laut Verfassung ausschließlich dem Kaiser gegenüber verantwortlich. Als Kanzler verfolgte er innenpolitisch die Konsolidierung des Reiches und in der Außenpolitik die Einbindung in ein internationales Bündnisnetz. In der Innenpolitik musste sich Bismarck den Herausforderungen einer politisch-gesellschaftlichen Liberalisierung, einer enormen Zunahme der Bevölkerung, der Industrialisierung und sozialen Problemen stellen.

Im Jahr 1878 wurde aufgrund eines Attentats auf Kaiser Wilhelm I. unter Mitwirkung Bismarcks das Sozialistengesetz erlassen. Zur Begründung wurde die unbewiesene Behauptung aufgestellt, dass der Attentäter aus den Kreisen der Sozialdemokraten stamme. Durch das Sozialistengesetz wurden alle sozialdemokratischen, sozialistischen und kommunistischen Parteien, Vereine und Vereinigungen verboten. Bismarck verfolgte damit das Ziel, das Aufkommen der sozialdemokratischen Bewegung zu verhindern. Doch er verfehlte seine Absicht und beschwor zudem eine innenpolitische Krise hervor. Nach der Aufhebung der Sozialistengesetze 1890 wurden die Sozialdemokraten stärkste Fraktion im Reichstag.

Mit der Vereinnahmung sozialdemokratischer Ziele versuchte Bismarck, die Sozialdemokraten weiterhin zu schwächen und erhoffte sich eine Bindung der Arbeiter an sein Programm. So erließ er Sozialgesetze mit weitreichenden Reformen zur Kranken-, Unfall-, Renten- und Invaliditätsversicherung. In der Außenpolitik schlug Bismarck nach 1871 eine defensive Richtung ein. Dennoch unterstütze der Reichskanzler in den beiden Jahren 1885 und 1885 die deutsche Kolonialpolitik in Afrika und im pazifischen Raum. Mit einer ausgeklügelten Bündnispolitik versuchte Bismarck Frankreich zu isolieren. 1873 schloss er das Dreikaiserabkommen zwischen Deutschland, Österreich und Russland ab. 1878 trat Bismarck vermittelnd in dem Balkankonflikt zwischen Österreich-Ungarn, Großbritannien und Russland ein. Im Jahr darauf entstand der Zweibund mit Österreich.

Im Jahr 1879 erließ er einen Schutzzoll, um die heimische Industrie und den heimischen Markt vor britischen Produkten abzuschirmen. 1882 erweiterte sich der Zweibund durch den Beitritt Italiens zum Dreibund. 1887 schloss Bismarck mit Russland einen Rückversicherungsvertrag. Bismarck wurde am 20. März 1890 von Kaiser Wilhelm II. entlassen. Politische und persönliche Differenzen waren der Grund dafür. Der Lotse ging von Bord.

In der Folge siedelte der Staatsmann auf seinen Landsitz Friedrichsruh im Sachsenwald über, wo Otto Eduard Leopold Graf von Bismarck am 30. Juli 1898 verstarb.

NameOtto von Bismarck

Geboren am01.04.1815

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortSchönhausen (D).

Verstorben am30.07.1898

TodesortFriedrichsruh (D).

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