Biografie

Wilhelm I. (Deutsches Reich)

NameWilhelm Friedrich Ludwig von Preußen

AliasWilhelm I. (Deutsches Reich)

Geboren am22.03.1797

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortBerlin (D).

Verstorben am09.03.1888

TodesortBerlin (D).

Wilhelm I. (Deutsches Reich)

Der Regent und König von Preußen aus dem Haus Hohenzollern stellte ab 1871 den ersten Kaiser des neu gegründeten Deutschen Reiches. Wilhelm Friedrich Ludwig von Preußen befürwortete das gewaltsame Eingreifen in die Märzrevolution des Jahres 1848, das zu ihrem Ende führte. Die Aktion verursachte so viel Druck, dass er zeitweise Preußen verließ. Auch die Aufstände in Baden und der Pfalz beendete er durch Gewalteinsätze. Wilhelm I. wandelte sich zu einem Anhänger des Liberalismus. Im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 und im Deutschen Krieg gegen Oesterreich 1866 führte Wilhelm I. den Oberbefehl über die preußische Armee. Unter ihm wurde auf Druck des konservativen Militärs Otto von Bismarck 1871 Reichskanzler. Der Kaiser strebte oftmals gegen Bismarcks politischen Einfluss und gab oft erst nach großem Widerstand nach. Im Alter entwickelte er sich zu einer Integrationsfigur für die Einzelstaaten des neuen Deutschen Reiches, blieb aber in erster Linie König von Preußen...
Wilhelm wurde am 22. März 1797 als zweiter Sohn von Friedrich Wilhelm III. von Preußen und seiner Frau Luise von Mecklenburg-Strelitz in Berlin geboren.

Zu Zeiten von Wilhelms Geburt herrschten noch weitgehend absolutistische Herrschaftsverhältnisse, in denen alle Gewalt in den Händen des Königs lag. Er wurde Soldat und nahm in den Jahren 1814 und 1815 an den Befreiungskriegen gegen Napoleon teil. 1829 vermählte er sich mit Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar, der Tochter des Großherzogs Karl Friedrich von Sachsen-Weimar. 1840 wurde sein älterer kinderloser Bruder König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen. Wilhelm erhielt als Thronfolger den Titel "Prinz von Preußen". Er war ein scharfer Gegner der Berliner Märzrevolution im Jahr 1848 und akzeptierte den Einsatz blutiger Gewalt, um sie zu beenden. Dadurch handelte er sich die Bezeichnung "Kartätschenprinz" ein. Er musste Preußen zeitweise verlassen und floh für einige Monate nach England.

Im Juni 1848 konnte er zurückkehren und wurde sogar in die preußische Nationalversammlung gewählt. 1849 ließ er die Aufstände der Republikaner in Baden und in der Pfalz ebenfalls mit Gewalt niederschlagen. Im gleichen Jahr wurde er Generalgouverneur der preußischen Provinzen Rheinland und Westfalen und blieb dies bis zum Jahr 1854. Im Jahr 1857 übernahm er zunächst die Herrschaftsvertretung für seinen geistig erkrankten Bruder. Im Jahr darauf wurde er in die Regentschaft eingesetzt. Seine Frau übte im Laufe der Zeit einen so großen Einfluss aus, dass sich Wilhelm vom Konservatismus ablöste und sich gegenüber liberalen Ideen öffnete. 1858 entließ er den konservativen Ministerpräsidenten und Außenminister Otto Theodor Freiherr von Manteuffel und sein Regierungskabinett.

Wilhelms Liberalismus mündete in die sogenannte "Neue Ära", die sich in der Zeit seiner Regentschaft für seinen kranken Bruder von 1858 bis zum Jahr 1861 hinzog. 1859 kam es wegen der Heeresreform zwischen den Liberalen im preußischen Landtag, die dort die Mehrheitsstimmen besaßen, und dem von Wilhelm unterstützten Kriegsminister A. von Roon zum Verfassungskonflikt. Wilhelm plante daraufhin seine Abdankung zugunsten seines Sohnes Friedrich. Am 2. Januar 1861 starb sein Bruder. Am gleichen Tag wurde Wilhelm zum König von Preußen gekrönt. 1862 wurde Graf Otto von Bismarck auf Druck der konservativen Militärs preußischer Ministerpräsident. Dieser löste die noch immer andauernden Verfassungskrise auf seine Weise, indem er unter Umgehung des Landtages souverän in Budgetangelegenheiten regierte.

Wilhelm ließ sich in der Folge von Bismarck immer mehr leiten, so auch bei der späteren Gründung des Zweibundes (1879). König Wilhelm I. führte im Jahr 1864 die preußische Arme als Oberbefehlshaber im Deutsch-Dänischen Krieg an. Zwei Jahre später hatte er den militärischen Oberbefehl im Deutschen Krieg gegen Oesterreich. 1867 leitete er den ein Jahr zuvor gegründeten Norddeutschen Bund. Im Deutsch-Französischen Krieg in den Jahren 1870 und 1871 führte Wilhelm I. das deutsche Militär erfolgreich in der Entscheidungsschlacht von Sedan an. Die Ausrufung Wilhelms I. zum ersten Kaiser des neu gegründeten Deutschen Reiches nahm er erst nach Zögern an. So akzeptierte er den Kaisertitel erst nach Zustimmung aller Bundesfürsten. Am 18. Januar 1871 folgte die Kaiserproklamation. Die Zeremonie fand im Spiegelsaal des Schlosses zu Versailles statt, während sich die deutsche Armee im Belagerungszustand mit Paris befand.

Bereits am 26. Februar des gleichen Jahres wurde der Vorfriede von Versailles besiegelt und damit auch die Kampfhandlungen eingestellt. Am 3. März 1871 fanden die ersten Wahlen zum Deutschen Reichstag statt. Am 16. April 1871 trat die Verfassung des Deutschen Reiches in Kraft. Der Gelegenheitsarbeiter Max Hödel verübte am 11. Mai 1878 ein Attentat auf Wilhelm I, bei dem dieser aber nicht verletzt wurde. Die Tat wurde den Sozialisten angehängt, ohne es je beweisen zu können. Daraufhin verabschiedete im Oktober 1871 der Reichstag unter Einfluss von Bismarck das "Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie", das unter der Bezeichnung "Sozialistengesetz" bekannt wurde. Ebenfalls im Jahr 1878 wurde die Kinderarbeit mit Ausnahmen im Heim- und Landwirtschaftsbetrieb verboten.

Seit Bismarck Ministerpräsent beziehungsweise seit dem Jahr 1871 Reichkanzler des Deutschen Reiches war dominierte er in der Politik gegenüber Wilhelm I. Dieser strebte oftmals gegen Bismarcks politischen Einfluss und gab oft erst nach großem Widerstand nach. Im Alter entwickelte sich Kaiser Wilhelm, der bereits lange zuvor eine hohe Beliebtheit genoss, zu einer Integrationsfigur für die Einzelstaaten des neuen Deutschen Reiches, blieb aber in erster Linie König von Preußen.

Wilhelm I. starb am 9. März 1888 in Berlin.

Friedrich III., der Sohn von Wilhelm I., wurde sein Nachfolger auf dem Thron.

NameWilhelm Friedrich Ludwig von Preußen

AliasWilhelm I. (Deutsches Reich)

Geboren am22.03.1797

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortBerlin (D).

Verstorben am09.03.1888

TodesortBerlin (D).

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