Biografie

Wilhelm Pieck

Der aus einfachen Verhältnissen stammende Tischlergeselle entwickelte sich unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs von 1914 bis 1918 und der Novemberrevolution von 1918 vom linken Sozialdemokraten zu einem Kommunisten der ersten Stunde. Wilhelm Pieck war nicht nur maßgeblich an der Gründung der KPD beteiligt, er leitete während der nationalsozialistischen Herrschaft von 1933 bis 1945 auch die Exil-KPD und trug in den unmittelbaren Nachkriegsjahren entscheidend zur Fusion von SPD und KPD zur SED in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands bei. Als SED-Vorsitzender und als Staatspräsident gehörte er auch zu den führenden Persönlichkeiten der Deutschen Demokratischen Republik...
Wilhelm Pieck wurde am 3. Januar 1876 in Guben als Sohn eines Kutschers und einer Wäscherin geboren.

Nach der Volksschule absolvierte er von 1890 gis 1894 eine Tischlerlehre. In den Jahren 1896 bis 1906 arbeitete Pieck als Tischlergeselle in Bremen, wo er 1898 die Schneiderin Christine Häfker heiratete, mit der er drei Kinder hatte. 1894 trat Pieck in den Deutschen Holzarbeiterverband, ein Jahr später in die SPD ein. 1899 wurde er zum Stadtbezirksvorsitzenden der SPD in Bremen gekürt. In den folgenden Jahren nahm Pieck mehrere Führungspositionen in der SPD und in den Gewerkschaften in Bremen wahr. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs engagierte er sich ab 1914 im linken Parteiflügel gegen den Krieg.

Nach einer "Schutzhaft", die wegen seiner politischen Agitation gegen ihn verhängt worden war, wurde Pieck zum Kriegsdienst an der Neiße und an der Westfront eingezogen. 1917 tat sich Pieck, der inzwischen aus der SPD austrat, als Mitbegründer des Spartakusbundes hervor. Pieck geriet in Untersuchungshaft, aus der ihm Anfang 1918 die Flucht nach Amsterdam gelang. Anlässlich der Novemberrevolution desselben Jahres kehrte er jedoch nach Berlin zurück. Dort führte er 1918/19 den Gründungsparteitag der KPD, deren Zentralkomitee (ZK) Pieck bis 1946 angehörte. Von 1921 bis 1928 saß Pieck im Preußischen Landtag. 1928-1933 war er außerdem im Reichstag vertreten. 1930-1932 wirkte er im preußischen Staatsrat. Infolge der nationalsozialistischen Machtübernahme durch Adolf Hitler im Januar 1933 emigrierte Pieck nach Frankreich.

Im Jahr 1935 wechselte er von Paris nach Moskau, wo er noch im selben Jahr auf der sogenannten "Brüsseler Konferenz" der KPD anstelle des inhaftierten Ernst Thälmann zum Vorsitzenden der Exil-KPD erhoben wurde. In den Jahren von 1938 bis 1943 fungierte er in Moskau als Generalsekretär der Kommunistischen Internationale. 1943 tat Pieck sich dort als führender Mitbegründer des "Nationalkomitees Freies Deutschland" (NKFD) hervor, das die sozialistische Neugestaltung Deutschlands in der Nachkriegszeit vorbereitete. Pieck kehrte 1945 mit der Roten Armee nach Deutschland zurück, wo er bis 1946 zusammen mit Otto Grotewohl die Vereinigung von KPD und SPD in der Sowjetischen Besatzungszone organisierte.

Danach fungierte er mit Grotewohl bis 1954 als Vorsitzender der SED und war er bis 1960 im Zentralsekretariat, dann Politbüro der Partei vertreten. Nach der Gründung des sozialistischen deutschen Staats nahm Pieck außerdem von 1949 bis 1960 das Amt des Präsidenten der Deutschen Demokratischen Republik wahr, das jedoch eher symbolischen Charakter hatte und keinen wirklichen politischen Einfluss verlieh. Für seine Pionierarbeit beim Aufbau einer kommunistischen Bewegung und eines sozialistischen Staates in Deutschland erhielt Pieck u. a. 1953 den Karl-Marx-Orden, ein Jahr später den Vaterländischen Verdienstorden in Gold und 1959 die Verdienstmedaille der DDR.

Wilhelm Pieck starb am 7. September 1960 in Berlin (Ost).


Die Staats- und Parteichefs der Deutschen Demokratischen Republik 1949-1990

NameWilhelm Pieck

Geboren am03.01.1876

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortGuben

Verstorben am07.09.1960

TodesortBerlin (Ost)

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