Biografie

Ernst Thälmann

Der Hamburger Transportarbeiter und Frontkämpfer im Ersten Weltkrieg vollzog in den 1920er Jahren eine steile politische Karriere bei der KPD, deren Parteivorsitzenden er von 1925 bis 1933 stellte. Dabei erwies sich Ernst Thälmann als linientreuer Stalinist, der den Widerstand gegen den Nationalsozialismus durch seinen Kampf gegen Demokratie und SPD nachhaltig schwächte. In nationalsozialistischen Kerkern bewies der Politiker jedoch große Standfestigkeit und Leidensfähigkeit: Er wurde nach elfjähriger Haft im Konzentrationslager Buchenwald ermordet...
Ernst Fritz Johannes Thälmann wurde am 16. April 1886 in Hamburg geboren.

Nach der Schule nahm er Tätigkeiten als ungelernter Arbeiter auf. Als Transportarbeiter im Hamburger Hafen trat Thälmann 1903 in den Transportarbeiterverband und in die SPD ein. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs leistete Thälmann von 1915 bis 1918 Kriegsdienst. Er wurde mehrfach verwundet und desertierte 1918. Die Kriegserlebnisse hatten Thälmann nachhaltig politisiert. 1918 wechselte er zur radikaleren USPD über, für die er 1919 in die Hamburger Bürgerschaft einzog. Nach der Novemberrevolution und der Gründung der Weimarer Republik kam es zu inneren Konflikten in der USPD. Als sich 1920 die KPD abspaltete, trat Thälmann den Kommunisten bei, wo er alsbald seine politische Karriere vollzog.

Bereits ein Jahr später, 1921, wurde Thälmann hauptamtlicher Parteisekretär der KPD. Er gehörte dem linken, radikaleren Parteiflügel an, der 1924 die Führung in der KPD erlangte. Bei den Reichstagswahlen von 1924 zog Thälmann erstmals für die KPD in das deutsche Parlament ein, in dem er bis 1932 vertreten blieb. Eine große Bekanntheit auf gesamtdeutscher Ebene erreichte Thälmann durch seine zweimalige Kandidatur für das Amt des Reichspräsidenten, bei der er 1925 und 1932 jedoch gegenüber Paul von Hindenburg unterlag. Thälmann wurde 1925 zum Parteivorsitzenden der KPD erhoben, als welcher er eine bedingungslose Loyalität zum sowjetischen Staats- und Parteichef Josif W Stalin an den Tag legte. Infolge der so genannten "Wittorf-Affäre", bei der es um die Unterschlagung seitens eines Hamburger Parteifreundes ging, die Thälmann gedeckt haben soll, wurde er 1928 parteiintern entmachtet.

Auf Weisung Stalins und der Komintern kam es jedoch zu seiner Wiedereinsetzung Thälmanns als Parteivorsitzender. Thälmann schloss nun den rechten Flügel aus der Partei aus, der gegen ihn vorgegangen war, um die KPD in eine straff geführte, stalinistische Partei umzuwandeln. Obgleich gegen Ende der 1920er Jahre der politische Aufstieg des Nationalsozialismus augenscheinlich wurde, konzentrierte Thälmann – entsprechend einer Weisung Stalins - die Hauptressourcen der Partei auf den Kampf gegen die Sozialdemokratie, deren Vertreter als "Sozialfaschisten" galten, und auf den Sturz des demokratischen Systems. Infolge des mit der Weltwirtschaftskrise ab 1929 auch in Deutschland einsetzenden Niedergangs erfuhr die KPD einen enormen Zuwachs an Mitgliedern. Bei den Reichstagswahlen von 1932 wählten sechs Millionen Wähler die KPD.

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme durch Adolf Hitler Ende Januar 1933 sahen sich die Partei und ihre Mitglieder allerdings schwerster politischer Verfolgung ausgesetzt. Thälmann wurde noch bei Machtantritt Hitlers inhaftiert, um die folgenden und letzten 11 Lebensjahre in nationalsozialistischen Gefängnissen zu verbringen. Nachdem das Ermittlungsverfahren gegen Thälmann 1935 mangels Beweisen hatte eingestellt werden müssen, wurde er von der Untersuchungshaft der SS überstellt. Zunächst verbüßte er eine sechsjährige Einzelhaft in Hannover und Bautzen. Die von ihm erhoffte Haftentlassung kam auch nach der Verständigung zwischen Deutschland und der Sowjetunion im Hitler-Stalin-Pakt von 1939 nicht zustande. Nachdem Thälmann von Bautzen in das KZ Buchenwald bei Weimar überführt worden war, wurde er dort am 18. August 1944 von einem SS-Kommando ermordet.

Ein an der Hinrichtung beteiligtes SS-Mitglied, Wolfgang Otto, wurde später in der Bundesrepublik nach mehreren juristischen Verfahren im Frühjahr 1986 zu einer vierjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Thälmanns Standhaftigkeit während der Haft und sein Opfertod lieferten später die Grundlage für eine Heroisierung des Stalinisten, die von 1949 bis 1989 in der DDR zur Legitimierung des SED-Regimes unternommen wurde.

NameErnst Thälmann

Geboren am16.04.1886

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortHamburg (D).

Verstorben am18.08.1944

TodesortBuchenwald (D).