Biografie

Otto Grotewohl

Der Buchdrucker und linke Sozialdemokrat stellte von 1949 bis 1964 den Ministerpräsident der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Von 1947 bis 1949 fungierte er außerdem als Präsident des Deutschen Volkskongresses. Davor geriet er während der nationalsozialistischen Herrschaft aus politischen Gründen in Haft. In der unmittelbaren Nachkriegszeit wirkte Otto Grotewohl an der Fusion von KPD und SPD zur SED in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands mit. Wenig später war er als Ministerpräsident der Deutschen Demokratischen Republik maßgeblich am politischen Aufbau des ersten sozialistischen Staates auf deutschem Boden beteiligt...
Otto Emil Franz Grotewohl wurde am 11. März 1894 als Sohn eines Schneidermeisters in Braunschweig geboren.

Nach der Schule machte er von 1908 bis 1912 eine Ausbildung zum Buchdrucker. Nachdem ihn die Mitgliedschaft in der Sozialistischen Arbeiterjugend nachhaltig geprägt hatte, trat Grotewohl 1912 in die SPD ein. In den folgenden beiden Jahren war er als Buchdrucker in Braunschweig, Wolfenbüttel und Krefeld tätig. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Grotewohl 1914 zum Kriegsdienst eingezogen, den er bis zum Kriegsende von 1918 leistete. Unter dem Eindruck der Novemberrevolution desselben Jahres verließ Grotewohl die SPD, um sich nun der USPD zuzuwenden. In Braunschweig wirkte er 1918/19 aktiv am Revolutionsgeschehen mit.

Anschließend arbeitete Grotewohl von 1919 bis 1921 als Angestellter der Ortskrankenkasse Braunschweig. In den Jahren von 1920 bis 1926 saß er im Landtag von Braunschweig, für das er zugleich bis 1922 als Innen- und Volksbildungsminister fungierte. 1922 trat Grotewohl erneut in die SPD ein. Ein Jahr später wurde er zum Justizminister des Freistaates Braunschweig ernannt. als welcher er bis 1924 amtierte. In den folgenden Jahren betrieb Grotewohl außerdem mehrere Studien in Hannover und Berlin. 1928 bis 1933 war er schließlich auch im Reichstag vertreten. Grotewohl wirkte von 1925 bis 1933 als Präsident der Landesversicherungsanstalt in Braunschweig.

Diese Funktion musste er wenige Monate nach der nationalsozialistischen Machtübernahme durch Adolf Hitler im Januar 1933 aufgeben. Er war gezwungen, Braunschweig zu verlassen und ließ sich in Hamburg nieder, wo er bis 1938 als kaufmännischer Angestellter unterkam. Grotewohl wechselte 1938 nach Berlin, wo er wegen seiner Mitgliedschaft in einer illegalen sozialdemokratischen Gruppe in Haft geriet. 1940 aus dem Gefängnis entlassen arbeitete er als Geschäftsführer eines kleinen Unternehmens in Berlin, wo er sich auch im sozialdemokratischen Widerstand engagierte. 1945 konnte er sich seiner Einberufung zum Volkssturm durch Untertauchen entziehen.

Infolge des Zusammenbruchs der nationalsozialistischen Herrschaft wirkte Grotewohl am Wiederaufbau der SPD in Berlin mit. Nach einigem Zögern trug er 1946 den von Wilhelm Pieck unter dem Druck der Besatzungsmacht in der Sowjetischen Besatzungszone vollzogenen Zusammenschluss von SPD und KPD zur SED mit. Bis 1954 leitete er zusammen mit Pieck als Vorsitzender die SED. Grotewohl war von 1946 bis 1950 Abgeordneter im Sächsischen Landtag. Von 1947 bis 1949 fungierte er außerdem als Präsident des Deutschen Volkskongresses. Nach der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik wurde Grotewohl 1949 zu deren Ministerpräsidenten (dann: Vorsitzenden des Ministerrates) erhoben.

Ab diesem Jahr saß er auch in der Volkskammer der DDR. Im September 1960 trat noch die Ernennung zum Stellvertretenden Vorsitzenden des Staatrates hinzu. Wenige Monate später erschwerte eine Krankheit die weitere Wahrnehmung seiner Funktionen. Ab 1962 wurde Grotewohl durch Willi Stoph als Regierungschef vertreten.

Otto Emil Franz Grotewohl starb am 21. September 1964 in Berlin (Ost).


Die Staats- und Parteichefs der Deutschen Demokratischen Republik 1949-1990

NameOtto Grotewohl

Geboren am11.03.1894

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortBraunschweig (D).

Verstorben am21.09.1964

TodesortBerlin, Ost (D).