Biografie

Theodor Mommsen

NameTheodor Mommsen

Geboren am30.11.1817

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortGarding, Südschleswig

Verstorben am01.11.1903

TodesortBerlin

Theodor Mommsen

Der promovierte Jurist war maßgeblich an der Entstehung der wissenschaftlichen Geschichtsschreibung im Deutschland des 19. Jahrhunderts beteiligt. Mit seiner nie vollendeten "Römischen Geschichte" und zahlreichen anderen Werken setzte Theodor Mommsen wissenschaftliche Meilensteine. Überdies verknüpfte der Nobelpreisträger das historische mit einem wachen politischen Interesse, das ihn in den Preußischen Landtag und deutschen Reichstag sowie in den so genannten Berliner Antisemitismusstreit trieb...
Theodor Mommsen wurde am 30. November 1817 als Sohn einer Pastorenfamilie in Garding in Südschleswig geboren.

Nach der Schule studierte Mommsen von 1838 bis 1843 Jura an der Universität Kiel. Dort zählte auch der Historiker Johann Gustav Bernhard Droysen zu seinen prägenden Lehrern. Im Anschluss an die Promotion ging Mommsen mit Hilfe eines Stipendiums des dänischen Königs von 1844 bis 1847 auf Forschungsreise nach Italien. In der Revolution von 1848 engagierte sich der Historiker auch politisch. Er setzte sich für das allgemeine Wahlrecht und die nationale Einigung der deutschen Einzelstaaten unter einer konstitutionellen Monarchie ein. In jener Zeit redigierte Mommsen die "Schleswig-Holsteinische Zeitung".

Nachdem Mommsen im Herbst 1848 zum Professor an die Universität Leipzig berufen worden war, engagierte er sich dort im liberalen "Deutschen Verein". Im Zuge der nachrevolutionären Repression wurde Mommsen im Oktober 1850 in Leipzig zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, im Jahr darauf jedoch freigesprochen. Zugleich verlor er allerdings seine Leipziger Professur. Er heiratete die Leipziger Verlegertochter Marie Reimer. Im Frühjahr 1852 konnte Mommsen eine Professur für Römisches Recht an der Universität Zürich antreten. Noch im selben Jahr machte der Historiker mit der Publikation seiner Sammlung der Inschriften des Königreichs Neapel auf sich aufmerksam.

Daraufhin wurde er als korrespondierendes Mitglied in die Preußische Akademie der Wissenschaften aufgenommen, wo er die Herausgabe des Corpus Inscriptionum Latinarum (CIL) leitete. 1854 berief man Mommsen als ordentlicher Professor für Römisches Recht an die Universität Breslau. Nun erschienen auch die ersten drei Bände eines der bedeutendsten Projekte des Historikers, das zum erfolgreichsten deutschsprachigen Geschichtswerk avancierte: Die "Römische Geschichte" (zunächst 1854-1856 Bd. 1-3, dann 1885 Bd. 5, fehlend Bd. 4) machte sich mit Blick auf die Gründe für den Untergang des antiken Roms die nationalliberalen Forderungen nach Volkssouveränität und Verfassung zu eigen, welche die tagespolitische Auseinandersetzung in Mommsens Epoche prägten.

Diese politischen Auffassungen flossen auch in das Hauptwerk Mommsens ein, das er von 1871 bis 1888 mit dem dreibändigen "Römischen Staatsrecht" vorlegte. Im Frühjahr 1858 fand Mommsen als ordentliches Mitglied Aufnahme in die Preußische Akademie der Wissenschaften, wo er nun die Arbeit an der CIL-Edition intensivierte, für die er bis zu seinem Tode noch den vorletzten Band 15 vorlegen konnte. Außerdem berief man Mommsen 1861 nun noch auf einen Lehrstuhl für Römische Alter-tumskunde an der Berliner Universität, als deren Rektor er im Übrigen von 1874 bis 1875 fungierte. Sein neben der wissenschaftlichen Lehr- und Forschungstätigkeit ungebrochenes politisches Engagement verleitete Mommsen 1863 zu einer erfolgreichen Kandidatur für die Deutsche Fortschrittspartei, für die er bis 1866 im Preußischen Landtag saß.

Nach der deutschen Reichsgründung war er 1873 bis 1879 für die Nationalliberale Partei im dortigen Landtag vertreten. Im Zuge der deutschen Reichseinigung sprach sich Mommsen im Sinne eines absoluten Nati-onalismus für die Annexion Schleswig-Holsteins und Elsass-Lothringens aus. Im so genannten Berliner Antisemitismusstreit von 1879 vertrat er gegen seinen Kontrahenten und Historiker-Kollegen Heinrich Gotthard von Treitschke eine eher zweideutige Position, da er dessen antisemi-tische Äußerung ("Die Juden sind unser Unglück!") nur aus taktischen Erwägungen heraus kritisierte.

In den Jahren von 1881 bis 1884 saß Mommsen als Vertreter der "Sezessionisten" im deutschen Reichstag. Nachdem er dort Bismarcks Sozialpolitik als "Schwindel" bezeichnet hatte, strengte der Reichskanzler einen Beleidigungsprozess gegen den Historiker an, der jedoch mit einem Freispruch endete. Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde Mommsen mit dem Orden "Pour le mérite" (1868) und der Ehrenbürgerschaft von Rom geehrt. 1902 erhielt Mommsen für sein Hauptwerk "Römische Geschichte" den Nobelpreis für Literatur.

Theodor Mommsen starb am 1. November 1903 in Berlin.

Aus der Familie Mommsen gingen weitere bedeutende Historiker des 20. Jahrhunderts wie Hans Mommsen und Wolfgang J. Mommsen hervor.


Bedeutende Geschichtsschreiber der Menschheitsgeschichte

NameTheodor Mommsen

Geboren am30.11.1817

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortGarding, Südschleswig

Verstorben am01.11.1903

TodesortBerlin

google-site-verification: google44cc944cebb47e16.html