Biografie

Johann Gustav Droysen

Der Sohn einer einfachen Familie in der pommerschen Provinz stieg an den Universitäten Berlin, Kiel und Jena zum führenden theoretischen Kopf der deutschen Geschichtswissenschaften im 19. Jahrhundert auf. Johann Gustav Droysen trug nicht nur als Altphilologe zur Erforschung des "Hellenismus" bei; infolge seiner aktiven Anteilnahme an den politischen Ereignissen seiner unruhigen Zeit gilt er auch als Kopf der kleindeutsch-borussischen Geschichtsschreibung...

Bedeutende Geschichtsschreiber der Menschheitsgeschichte
Johann Gustav Bernhard Droysen wurde am 6. Juli 1808 in Treptow (Pommern) geboren.

Er wuchs in einfachen Verhältnissen auf, denn sein Vater, ein Schustersohn, war Militärpfarrer und die Mutter entstammte einer Kleinhändlerfamilie. Nachdem sein Vater früh verstorben war, wurde dem ältesten Sohn durch eine Spendensammlung der Besuch des Gymnasiums ermöglicht. So konnte Droysen 1826 an der Berliner Universität ein Studium der Philologie und Philosophie aufnehmen, während dessen auch Georg Wilhelm Friedrich Hegel zu seinen Lehrern zählte. Das Studium finanzierte sich Droysen durch Nachhilfeunterricht und eine Hauslehrertätigkeit bei der Familie Mendelssohn Bartholdy.

Durch diesen Kontakt stieg der Student zum Mentor und Freund von Felix Mendelssohn Bartholdy auf. Nachdem Droysen 1829 das Oberlehrerexamen bestanden hatte, wurde er 1831 promoviert. Im selben Jahr erhielt er eine Anstellung als Lehrer im Berliner Gymnasium zum Grauen Kloster. 1833 folgte die Habilitation in klassischer Philologie an der Universität Berlin. Zwei Jahre später berief man Droysen als außerordentlichen Professor an dieselbe Universität. Hier profilierte er sich mit Forschung und Lehre zur klassischen griechischen Philologie, was die deutschsprachige Edition der Werke des Aischylos und Aristophanes zum Ergebnis hatte.

Mit seinem "Alexander der Große" (1833) und anderen altgriechischen Studien prägte Droysen den Begriff des "Hellenismus" als Epochenbezeichnung. Droysen wurde dann 1840 auf einen Lehrstuhl für Geschichte an die Universität Kiel berufen. Unter dem Eindruck der politischen Ereignisse der Zeit, die von der liberalen Bewegung des Vormärz und – in Kiel – von der schleswig-holsteinischen Unabhängigkeitsbewegung geprägt wurden, entwickelte sich der Gelehrte der Altphilologie zu einem wachen Politiker und Zeithistoriker. Droysens gewandelte Bewusstsein kam bereits in seinem altphilologischen Meisterwerk "Geschichte des Hellenismus" (1843) zum Vorschein und zeigte sich erst recht in seinen "Vorlesungen über die Freiheitskriege", die 1846 veröffentlicht wurden.

An der Revolution von 1848 nahm Droysen als Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung direkten politischen Anteil. Dort unterstützte er die gemäßigt-liberale "Kasino"-Fraktion, die sich an einer kleindeutschen Lösung unter preußischer Führung orientierte. Entsprechend seiner politischen, an Preußen orientierten Position avancierte Droysen mit seiner 14-bändigen "Geschichte der preußischen Politik" (1855-1886) zum Begründer der kleindeutsch-borussischen Geschichtsschreibung. Nach der Revolution war Droysen vorübergehend im schleswig-holsteinischen Landtag vertreten, bevor er eine Professur in Jena annahm und sich aus der Politik zurückzog.

An der thüringischen Universität begann er 1857 mit dem Vorlesungszyklus über "Enzyklopädie und Methodologie der Geschichte", den er ab 1859 an der Berliner Universität fortsetzte. Diese Vorlesungsreihe erfuhr erst 1937 unter dem Titel "Historik. Vorlesungen über Enzyklopädie und Methodologie der Geschichte" eine zusammenfassende Veröffentlichung. Dennoch ging von ihm die nachhaltigste Wirkung Droysens auf die Geschichtswissenschaft im 19. Jahrhundert aus.

Johann Gustav Bernhard Droysen starb am 19. Juni 1884 in Berlin.


Bedeutende Geschichtsschreiber der Menschheitsgeschichte

NameJohann Gustav Droysen

Geboren am06.07.1808

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortTreptow (Pommern)

Verstorben am19.06.1884

TodesortBerlin (D).

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