Biografie

Heinrich von Treitschke

Der Historiker und Publizist war ein bedeutender Vertreter der borussisch-deutschen Nationalgeschichtsschreibung im Zeichen des Historismus des 19. Jahrhunderts und Mitglied des Reichstags. Heinrich von Treitschke begleitete mit seinem Werk die nationale Einigung und den Aufstieg Deutschlands zur imperialistischen Großmacht unter dem "Eisernen Kanzler" Otto von Bismarck. Mit antisemitischen Untertönen und Stellungnahmen gegen die Sozialdemokratie profilierte er sich im Innern als "Eiserner Historiker"...
Heinrich Gotthard von Treitschke wurde am 15. September 1834 in Dresden als Sohn eines Offiziers geboren.

Nach der Schule studierte Treitschke in Bonn, Leipzig, Tübingen und Freiburg. 1858 erlangte er mit einer Schrift über Gesellschaftswissenschaft die Habilitation. Nach Dozenturen in Leipzig, Freiburg, Heidelberg und Kiel erhielt er 1874 eine Professur für Geschichte an der Universität Berlin. Neben Studium und Lehre war Treitschke auch publizistisch und politisch engagiert. So schrieb er für die "Preußischen Jahrbücher". Von 1871 bis 1874 war er außerdem im Reichstag vertreten, zunächst für die Nationalliberale Partei, dann als parteiloser Abgeordneter. Bis etwa 1866, d.h. dem Ende des preußischen Verfassungskonflikts zwischen Otto von Bismarck und den Liberalen, vertrat Treitschke in Publizistik und Lehre die Positionen der libe-ralen Seite.

Mit seinem "Freiheitsaufsatz" trat er 1861 für die nationale Freiheit ein, die er jedoch schon frühzeitig dem Gebot einer straffen nationalen Einheit untergeordnet sehen wollte (Aufsatz "Bundesstaat und Einheitsstaat", 1864). Die liberale Grundeinstellung änderte sich mit der Annäherung zwischen Bismarck und den Nationalliberalen im Vorfeld und Verlauf der deutschen Reichseinigung: Der Historiker machte sich nun zunehmend die Positionen borussisch-nationalistischer Kreise zu eigen. Dies zeigte sich bereits deutlich in einem Aufsatz, mit dem er 1870 für die Annexion Elsass-Lothringens an den neuen deutschen Nationalstaat plädierte. 1874 zog er in einem weiteren Essay gegen Sozialdemokratie und Kathedersozialismus zu Felde.

Nachdem sich Treitschke zu der Behauptung "Die Juden sind unser Unglück!" verstiegen hatte, verteidigte er 1879 im so genannten "Berliner Antisemitismusstreit" erbittert seinen kulturellen Antisemitismus gegen die Einwände des Fachkollegen Theodor Mommsen. Unter der Perspektive eines nationalen Führungsanspruchs Preußens über Deutschland beschrieb Treitschke dann auch in seinem ersten Hauptwerk die Geschichte der deutschen Einzelstaaten bis 1848: "Deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert" (5 Bde., 1876-1894). Das zweite Hauptwerk Treitschkes atmete bereits ganz den Geist des Imperialismus, der sich im deutschen Kaiserreich in typischer Kombination mit antisemitischen Grundtönen zeigte: Die posthum erschienene "Politik" (2 Bde., 1897-1898) rechtfertigte das Großmachtstreben des monarchischen Einheitsstaates.

Treitschke starb am 28. April 1896 in Berlin. Das Werk des Historikers begründete einen unkritischen und lang anhaltenden Nachruhm, auf den erst seit der zweiten Nachkriegszeit die fragwürdigen zeitpolitischen Positionen Treitschkes einen dunklen Schatten werfen.


Bedeutende Geschichtsschreiber der Menschheitsgeschichte

NameHeinrich von Treitschke

Geboren am15.09.1834

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortDresden (D).

Verstorben am28.04.1896

TodesortBerlin (D).

google-site-verification: google44cc944cebb47e16.html