Biografie

Wolfgang J. Mommsen

Der Sprössling einer Historiker-Dynastie trat wie sein Bruder in die Fußstapfen des Urahnen Theodor Mommsen und gehörte der neuen sozialliberalen Historikergeneration an, die seit Beginn der 1960er Jahre die westdeutschen Geschichtswissenschaften für neue Fragen und Methoden der internationalen Disziplin öffneten. Wolfgang J. Mommsen machte sich vor allem durch seine Max-Weber-Studien einen Namen. Im Rahmen der Ursachenforschung zum Nationalsozialismus befasste er sich mit der Vorgeschichte des Kaiserreichs...

Bedeutende Geschichtsschreiber der Menschheitsgeschichte
Wolfgang J. Mommsen wurde am 5. November 1930 in Marburg an der Lahn geboren.

Sein Vater, der Marburger Historiker Wilhelm Mommsen (1892-1966), war ein Enkel des großen Historikers Theodor Mommsen und büßte allerdings nach dem Zusammenbruch des Hitler-Regimes auch seine Professur ein. Wolfgangs Zwillingsbruder, Hans Mommsen, sollte sich ebenfalls der Historie verschreiben. Nachdem er 1950 das Abitur abgelegt hatte, studierte Mommsen 1951-1958 an den Universitäten Marburg und Köln Geschichte, Kunstgeschichte, Philosophie und Soziologie. Im Anschluss an die Promotion, die er bei Theodor Schieder in Köln mit einer Arbeit über "Max Weber und die deutsche Politik 1880 bis 1920" bestand, absolvierte Mommsen als Stipendiat 1958-1959 ein Studienjahr an der Universität Leeds in England. Seine wissenschaftliche Karriere begann Mommsen als Assistent am Historischen Seminar von Theodor Schieder an der Universität Köln, wo er sich 1967 habilitierte.

Nach einer halbjährlichen Lehrstuhlvertretung an der Universität Karlsruhe berief man Mommsen 1968 zum ordentlichen Professor für Mittelalterliche und Neuere Geschichte an die Universität Düsseldorf. Hier tat sich Mommsen vor allem durch intensive Studien über Max Weber hervor. Zum Teil als Mitherausgeber trieb er das Projekt einer Max-Weber-Gesamtausgabe voran. Darüber hinaus profilierte sich Mommsen im Rahmen der Ursachenforschung zum Nationalsozialismus durch eine intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte Deutschlands und Englands sowie des europäischen Imperialismus im 19. und 20. Jahrhundert. Der Historiker legte auch wertvolle Arbeiten zur Geschichte der Geschichtsschreibung und zur Theorie der Geschichte vor.

In den Jahren 1977-1985 war Mommsen als Direktor des Deutschen Historischen Instituts in London tätig. Nach seiner Rückkehr nahm er die Lehrtätigkeit in Düsseldorf wieder auf. 1988-1992 fungierte Mommsen überdies als Vorsitzender des Verbandes der Historiker und Historikerinnen in Deutschland, als welcher er wesentlichen Anteil an der Integration der DDR-Historiker in die bundesdeutsche Geschichtswissenschaft hatte. 1990-1995 war er außerdem Präsident der Internationalen Kommission für Geschichte und Geschichtsschreibung. 1996 wurde der Professor emeritiert. Im Ruhestand übernahm Mommsen jedoch 1998-1999 noch eine Robert-von-Mohl-Professur am Europäischen Zentrum für Staatswissenschaften und Staatspraxis in Berlin.

Außerdem leitete er die Arbeitsstelle Düsseldorf der Max-Weber-Gesamtausgabe. Mommsen war Ehrenmitglied der Historical Association und des PEN-Clubs.

Wolfgang J. Mommsen starb am 11. August 2004 bei einem Badeunfall auf Usedom. Der Historiker hinterließ seine Frau Sabine von Schalburg, mit der er seit 1965 verheirat war, und vier erwachsene Kinder.


Bedeutende Geschichtsschreiber der Menschheitsgeschichte

NameWolfgang J. Mommsen

Geboren am05.11.1930

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortMarburg (a.d. Lahn)

Verstorben am11.08.2004

TodesortUsedom