Biografie

Jean Gabin

Der französische Schauspieler avancierte zu einem der bedeutendsten Nachkriegs-Darsteller und zu einem Vorzeigemimen des französischen Films. 1928 vom Film entdeckt, wurde Jean Gabin bald zum Star des "poetischen Realismus" - spröde, schroff, aber dennoch verletzlich und gefühlvoll. Der mehrfach ausgezeichnete Charaktertyp stand mit den namhaftesten Kollegen seiner Zeit vor der Kamera. Im Laufe seiner beeindruckenden Leinwandkarriere war Gabin in knapp fünf Jahrzehnten in 95 Filmen zu sehen. Zu seinen populärsten Werken zählen "Wenn es Nacht wird in Paris" (1953) "Ein Affe im Winter" (1962), "Der Clan der Sizilianer" (1969), "Die Katze" (1970) und "Die Affäre Dominic" (1973)...
Jean Gabin, mit bürgerlichem Namen Jean-Alexis Moncorgé, wurde als Sohn eines Schauspielers und einer Sängerin am 17. Mai 1904 in Mériel, Frankreich, geboren.

Gabins Vater spielte kleine Opernrollen und seine Mutter sang in Cafés. Nach Abbruch der Schule schlug sich Gabin sechs Jahre mit Gelegenheitsjobs durch und zog durchs Land. Er arbeitete als Laufbursche, als Eisengießer, als Magazinverwalter und als Mechaniker. Mit 18 Jahren ging er zurück nach Hause, wo er sich nun doch auf das Theater einließ. Er trat als Statist, später als Sänger und Tänzer in der Revue der "Folies Bergéres" in Paris auf und wurde unter anderem durch seine Imitationen von Maurice Chevalier berühmt. Bald feierte er Erfolge im Moulin Rouge und auf Tournee. Im Jahr 1930 kam Jean Gabin zum Film und etablierte sich bald durch die Darstellung harter und pessimistischer Charaktere. Jean Gabin hatte in erster Ehe 1927 Gaby Basset geheiratet. 1949 heiratete er Christiane "Dominique" Fournier, mit der er fortan zusammen lebte. Aus der Ehe gingen die drei Kinder Florence (1950), Valérie (1952) und Mathias (1956) hervor.

Gabin gab sein Leinwanddebüt in "Chacun sa chance" (Jedem seine Chance), unter der Regie des Deutschen Hans Steinhoff. Der 1936 gedrehte Film "Les basfonds" (Nachtasyl) war Jean Gabins erste Zusammenarbeit mit Jean Renoir, unter dessen Regie er seine erfolgreichsten Leistungen erbrachte. 1937 folgte "La grande illusion" (Die große Illusion), wo er die Rolle eines Arbeiters, der zum Offizier wird, eindrucksvoll darstellte. In Renoirs Zola-Verfilmung "La bête humaine" (Bestie Mensch) mimte er dann 1938 einen obsessiven Lokomotivführer, und im selben Jahr in Carnés "Quai des brumes" (Hafen im Nebel) einen zynischen Deserteur. 1939 folgte die Rolle des desillusionierten Mechanikers in "Le jour se lève" (Der Tag bricht an). Während der Besetzung Frankreichs reiste Gabin in die USA.

Im Jahr 1951 wurde Jean Gabin beim Festival in Venedig die "Coppa Volpi" für seine Rolle des blinden Lokomotivführers in "Die Nacht ist mein Reich" verliehen. Drei Jahre danach bekam er die Trophäe ein weiteres Mal, diesmal für seine Rolle als Gangsterboss im Ruhestand in "Wenn es Nacht wird in Paris". Nach den Werken des poetischen Realismus "Hafen im Nebel" (1938) und "Der Tag bricht an" (1939) sowie der grandiosen Simenon-Verfilmung "Die Marie vom Hafen" (1949) wurde "Die Luft von Paris" aus dem Jahr 1954 die vierte und letzte Zusammenarbeit von Marcel Carné und Gabin. Ab 1957 spielte er den "Kommissar Maigret" in den Verfilmungen der Romane von G. Simenon. Er war neben Lino Ventura zu einem Publikumsliebling des französischen Films avanciert. Vor allem wurde er aber durch seine Rollen als durchtriebener und gerissener Gangster berühmt, wie in den Kultfilmen "Wenn es Nacht wird in Paris" (1953) neben Lino Ventura und in "Der Clan der Sizilianer" (1969) an der Seite von Alain Delon.

In "Ein Affe im Winter" (1962) zog er gemeinsam mit Jean-Paul Belmondo übers Land. Ein weiterer Preis ehrte Gabin 1959 bei den 12. Internationalen Filmfestspielen in Berlin. Hier wurde er für seine komödiantische Leistung in "Im Kittchen ist kein Zimmer frei" mit einem "Silbernen Bären" geehrt. 1960 wurde Jean Gabin zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. 1976 erhielt Gabin den "Cesar" für sein Lebenswerk. Im selben Jahr glänzte er als Charakterdarsteller in "Zwei scheinheilige Brüder".

Jean Gabin starb auf seinem Landsitz in Neuilly-sur-Seine am 15. November 1976.
1930 - Chacun sa chance

1931 - Mephisto

1931 - Coeur de lilas

1932 - Gloria

1933 - Die schönen Tage von Aranjuez

1934 - Zouzou

1936 - Nachtasyl

1937 - Die Grosse Illusion

1937 - Eine Fresse zum Verlieben

1938 - Hafen im Nebel

1939 - Der Tag bricht an

1939 - Bestie Mensch

1948 - Die Mauern von Malapaga

1951 - Pläsier

1952 - Das Fleisch ist schwach

1953 - Wenn es Nacht wird in Paris

1954 - Die Luft von Paris

1954 - Napoleon

1956 - Dr. Laurent

1956 - Zwei Mann, ein Schwein und die Nacht von Paris

1957 - Kommissar Maigret stellt eine Falle

1958 - Im Mantel der Nacht

1958 - Les Misérables

1959 - Wiesenstrasse Nr. 10

1959 - Im Kittchen ist kein Zimmer frei

1960 - Der Präsident

1960 - Der Himmel ist schon ausverkauft

1961 - Der Herr mit den Millionen

1962 - Ein Affe im Winter

1964 - Das Flegelalter

1965 - Rififi in Paris

1966 - Action Man

1968 - Balduin, das Nachtgespenst

1969 - Der Clan der Sizilianer

1971 - Die Katze

1972 - Der Killer und der Kommissar

1973 - Endstation Schafott

1973 - Die Affäre Dominic

1974 - Das Urteil

1976 - Zwei scheinheilige Brüder
1951
Festival in Venedig, "Coppa Volpi" für "Die Nacht ist mein Reich"

1954
Festival in Venedig, "Coppa Volpi" für "Wenn es Nacht wird in Paris"

1959
12. Internationale Filmfestspiele in Berlin "Silberner Bär" für "Im Kittchen ist kein Zimmer frei"

1960
Ritter der Ehrenlegion

1971
12. Internationale Filmfestspiele in Berlin "Silberner Bär" für "Die Katze"

1976
"Cesar"; Lebenswerk

NameJean Alexis Moncorgé

AliasJean Gabin

Geboren am17.05.1904

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortMeriel (F).

Verstorben am15.11.1976

TodesortSeine (F)..sur.Neuilly