Biografie

Stephen Hawking

Der britische Naturwissenschaftler und Astrophysiker wurde mit seinen Theorien zur Kosmologie weltbekannt. Durch ihre populärwissenschaftliche Veröffentlichung erreichte Stephen William Hawking eine große Verbreitung, auch im breiten Publikum. Der Wissenschaftler forscht besonders über das Phänomen der Schwarzen Löcher. Als Ursache für die Entstehung des Universums vertritt er die These vom Urknall. Seit 1979 hält er den Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik an der Universität Cambridge, der vor ihm von Sir Isaac Newton und Paul Dirac belegt wurde...

Erfinder, Entdecker, Erleuchtete
Stephen William Hawking wurde am 8. Januar 1942 in dem Londoner Vorort Highgate als Sohn des Facharztes für Tropenmedizin, Frank Hawking, und seiner Frau Isabel geboren.

Nach Abschluss der Hochschule studierte er ab 1959 Physik in Oxford. Während dieser Zeit begannen die ersten Anzeichen für seine Erkrankung, die sich während seiner Studienzeit ab 1963 in Cambridge verstärkten. 1965 wurde ALS, eine Erkrankung des Nervensystems, einer unheilbaren amyotrophischen Lateralsklerose diagnostiziert. 1963 begegnete er Jane Wilde, die er zwei Jahre später heiratete. Sie wirkte positiv auf den schon damals von Krankheit gezeichneten Mann. Hawking legte seine Promotion an der Universität in Cambridge ab. Dort lehrt er seit 1979 als Professor für Mathematik.

Das krankheitsbedingte Absterben von Nervenzellen und der Abbau der Muskulatur bewirkte bald schwerwiegende Lähmungserscheinungen, die ihn im Laufe der Jahre fast bewegungslos an den Rollstuhl fesselten. 1967 wurde der erste Sohn, Robert, geboren, dann 1970 die Tochter Lucy und schließlich 1979 der zweite Sohn, Timmy. 1974 wurde Hawking Mitglied der Royal Society. In seinen allgemein bekannt gewordenen Theorien zur Kosmologie, mit denen er sich befasst, versucht der Wissenschaftler, die Wechselwirkungen miteinander in Verbindung zu bringen. Für seine Lösungsversuche, die Relativitätstheorie mit der Quantenphysik zusammenzufassen, bekam er den Titel "Lucasian Professorship", ein angesehenes Lehramt, das beispielsweise schon Isaac Newton innehatte.

Das Ziel des eingeschlagenen Wegs in der Naturwissenschaft soll eine "Große Vereinheitlichte Theorie" (GUT) sein. Hawkings wissenschaftliche Vorstellungen zu dem Phänomen der Schwarzen Löcher wurden viel beachtet. Er vertritt die These vom Urknall als Entstehungsursache für das Universum. Er bezieht sich dabei auf die allgemeine Relativitätstheorie. Er versteht den Urknall als einmaliges Ereignis, beziehungsweise als ein Ereignis an einem Punkt unendlicher Verzerrung von Raum und Zeit. Laut einer seiner Theorien gibt es keinen zeitlichen und räumlichen Anfang und auch kein Ende. Das Universum ist zwar in diesem Denkmodell räumlich endlich, aber auch unbegrenzt – ähnlich einem Ball. Raum und Zeit machen eine geschlossene, unbegrenzte Oberfläche aus.

Hawking entwickelte diese Theorie aus einer vorigen Überlegung, die den Ursprung des Universums aus einem früheren Schwarzen Loch erklärte. Mit seinem Buch "A Brief History in Time" (1988, dt.: Eine kurze Geschichte der Zeit) wurde Hawking weltweit bekannt. Der Titel verkaufte sich bis 1990 über acht Millionen Mal und führte monatelang die Bestsellerlisten an. In diesem Buch macht der Wissenschaftler die Denkmodelle der Physik und Kosmologie allgemein verständlich. Darin erläutert er mit Hilfe historischer Theorien von Galileo Galilei, Isaac Newton oder Albert Einstein das Universum. Seine eigene Theorie versucht die Entstehung des Universums zu erklären.

Das Buch wurde verfilmt und mit einer Biografie des Naturwissenschaftlers verbunden. Durch einen Luftröhrenschnitt Im Jahr 1985 verlor Hawking die Fähigkeit zu sprechen. Er ist seither für die verbale Kommunikation auf die Benutzung eines Sprachcomputers angewiesen. Durch die Folgen seiner Krankheit konnte Hawking seit den 1990er Jahren nichts schriftlich fixieren. Er begann in Bildern und Diagrammen zu denken. Diese Denkweise beeinflusste auch seine anschauliche Darstellungsweise, selbst der kompliziertesten Fachprobleme. Von seiner Beschäftigung mit naturwissenschaftlichen Problemen, kam Stephen Hawking in jüngster Zeit auch auf das Thema Gott.

Weitere populäre Buchtitel von Stephen William Hawking sind "Expeditionen an die Grenzen der Raumzeit", "Das Universum in der Nussschale", "Einsteins Traum", "Leben im Universum" oder "Raum und Zeit". Inzwischen ist Stephen Hawking ein hoch dekorierter Wissenschaftler mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen und Ehrungen, darunter der Albert-Einstein-Preis, die britische Auszeichnung "Commander of the British Empire", die 1989 erfolgte Ernennung zum "Companion of Honor" durch die britische Königin sowie viele Ehrendoktortitel.


Erfinder, Entdecker, Erleuchtete
1973
The Large Scale Structure of Spacetime

1993
Hawking on the Big Bang and Black Holes, World Scientific (Sammlung seiner wissenschaftlichen Arbeiten)

1979
General Relativity: An Einstein Centenary Survey (Hrsg., gemeinsam mit W. Israel)

1984
Quantum Cosmology, Les Houches Lectures


1977
Quantum Mechanics of Black Holes

1989
The Edge of Spacetime, in Davies (Hrsg.) The New Physics

1975
Particle Creation by black holes, Communications in Mathematical Physics

1988
A brief history of time (Eine kurze Geschichte der Zeit, 1991)

1996
Original: Black holes and baby universes and other essays (Einsteins Traum. Expeditionen an die Grenzen der Raumzeit)

1997
Sechsteilige BBC-Reihe - Teil 1: Sehen ist Glauben, Teil 2: Am Anfang von Raum und Zeit, Teil 3: Kosmische Alchemie, Teil 4: Der Joker: Dunkle Materie, Teil 5: Schwarze Löcher und noch darüber hinaus, Teil 6: Eine Antwort auf alles

2000
The Nature of Space and Time (Raum und Zeit)

2003
The Universe in a Nutshell (Das Universum in der Nussschale)

2004
Hawking – Die Suche nach dem Anfang der Zeit (Fernsehfilm, Großbritannien, ARTE, Regie: Philip Martin)

2005
Die kürzeste Geschichte der Zeit

2007
Der geheime Schlüssel zum Universum
1974
Mitglied (Fellow) der Royal Society

1975
Eddington-Medaille

1976
Dannie-Heineman-Preis

1979
Albert-Einstein-Medaille

1982
Commander of the British Empire

1985
Goldmedaille der Royal Astronomical Society

1988
Wolf Prize in Physics

1989
Companion of Honour

1999
Julius Edgar Lilienfeld Prize of the American Physical Society

2005
Smithson Bicentennial Medal der Smithsonian Institution

2006
Copley Medal der Royal Society

NameStephen Hawking

Geboren am08.01.1942

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortLondon (GB).