Biografie

Galileo Galilei

Der toskanische Naturwissenschaftler, Mathematiker und Philosoph gilt als Begründer der modernen Astronomie und der klassischen Physik. Neben philosophischen, mathematischen und physikalischen Forschungen trugen vor allem seine astronomischen Erkenntnisse zu einer nachhaltigen, wenn auch verspäteten Korrektur des Weltbildes bei: Galileo Galilei wies die Theorie eines heliozentrischen, also um die Sonne kreisenden Planetensystems, die bereits im Jahrhundert zuvor durch Nikolaus Kopernikus entwickelt worden war, wissenschaftlich nach. Damit verhalf er der sogenannten “kopernikanischen Wende” in der Weltsicht, im menschlichen Selbstverständnis und in der Wissenschaftstheorie der beginnenden Neuzeit zur Durchsetzung. Die katholische Kirche verweigerte sich dieser Erkenntnis lange ...

Erfinder, Entdecker, Erleuchtete
Galileo Galilei wurde am 15. Februar 1564 in Pisa (Italien) als Sohn des Musikers Vincenzo Galilei, der einem Patriziergeschlecht der Stadt angehörte, und von Giulia degli Ammannati geboren.

Im Jahr 1575 zog Galileo mit seinen Eltern nach Florenz. Für das Studium der Mathematik kehrte er 1581 nach Pisa zurück, wo er bis 1585 studierte. An der Florentiner Accademia del Disegno machte er sich mit den Schriften des Archimdes bekannt und konstruirte 1586 eine hydrostatische Waage. 1589 ernannte man ihn an der dortigen Universität in Pisa, 1592 an der Universität von Padua zum Professor für Mathematik. In seiner feinmechanischen Werkstatt entwickelte er einen Proportionszirkel, fand die Gesetze für das Fadenpendel und leitet die Fallgesetze ab. 1600 und 1601 wurden seine Töchter Virginia und Livia und 1606 sein Sohn Vincenzo 1591 geboren.

Der von der Naturwissenschaft begeisterte Galileo tat sich infolge der Erscheinung eines neuen Sterns ab 1606 mit astronomischen Studien hervor. Zu diesem Zweck entwickelte er in Padua ein in Holland gebautes Fernrohr weiter, mit dessen Hilfe ihm der Nachweis der Struktur der Milchstraße und der Mondoberfläche gelang. Im Januar 1610 entdeckte er die vier ersten Jupiter-Monde, die er zu Ehren des Großherzogs von Toskana, Cosimo II. de’ Medici, “Medicea Sidera” nannte. Diese Entdeckung war deshalb so bedeutsam, da das Gravitationssystem des Jupiters den Forscher zur schrittweisen Entwicklung seiner Theorie des solarzentrierten Planetensystems veranlasste.

Nachdem Galilei im Juli 1610 nach Florenz zurückgekehrt war, ernannte ihn noch im selben Jahr der toskanische Großherzog für seine astronomischen Forschungen zum ersten Mathematiker und Philosophen im Staate. Seine astronomischen Forschungsergebnisse, zu denen sich nun auch die Sonnenflecken und der Ring des Saturns gesellten, wurden in der naturwissenschaftlichen und religiös-philosophischen Fachwelt zum Teil äußerst skeptisch, zum Teil mit Begeisterung aufgenommen. Insbesondere zur aristotelischen Philosophie, die von der Perfektion und Unveränderlichkeit des Kosmos ausging, geriet Galilei mit der Entdeckung immer neuer Himmelserscheinungen schon frühzeitig in Gegensatz.

Bei der katholischen Kirche stießen seine wissenschaftlichen Erkenntnisse anfangs durchaus auf Anerkennung. 1611 sah sich Galilei anlässlich seines Besuchs bei Papst Paul V. in die römische “Academia dei Lincei” aufgenommen und von der päpstlichen Gelehrtenwelt geehrt. Zu weitreichenden Konsequenzen für das religiös-philosophische Weltbild der Zeit führte jedoch seine Erforschung des Sonnensystems: Galilei gewann daraus ein heliozentrisches Weltmodell, das auf der wissenschaftlichen Erkenntnis fußte, dass die Planeten um die Sonne kreisten und somit nicht die Erde, sondern die Sonne Mittelpunkt des Systems sei. Damit wies er eine seit 1514 von Nikolaus Kopernikus entwickelte und publizierte Theorie erstmals durch naturwissenschaftlich-astronomische Beobachtungen und Forschungen nach.

Mit zunehmender Verbreitung seiner Lehre, die in klarem Widerspruch zum geozentrischen Weltbild der Bibel stand, wuchs die Beunruhigung der katholischen Instanzen. 1615 denunzierte ein Dominikanermönch Galilei als Häretiker bei der Kongregation des Heiligen Uffiziums in Rom, d. h. beim päpstlichen Inquisitionsgericht. Im Jahr 1616 verurteilte das Inquisitionsgerichts die kopernikanische Lehre als Irrtum. Galilei wurde ihre weitere Verbreitung untersagt, die Lehrschrift des Nikolaus Kopernikus von 1543 auf den Index der verbotenen Literatur gesetzt. In den folgenden Jahren, die Galileo Galilei bis 1631 in Florenz, dann im nahen Arcetri verbrachte, hielt er sich an das ihm auferlegte Gebot, widmete sich aber verstärkt der Widerlegung der aristotelischen-scholastischen Physik.

In dieser Zeit entstand eine seiner geistvollsten Schriften, der "Saggiatore" (Prüfer mit der Goldwaage). Infolge des Papstwechsels (Urban VIII ) konnte er 1632 die anfängliche kirchliche Zustimmung zur Veröffentlichung einer weiteren Schrift erhalten, dem "Dialog über die beiden hauptsächlichen Weltsysteme, das ptolemäische und das kopernianische". Bald darauf erreichten jedoch die Jesuiten das Verbot der Publikation. Noch im selben Jahr zitierte man Galilei erneut vor das römische Inquisitionsgericht, das ihn am 22. 06. 1633 dazu verurteilte, der beanstandeten Lehre abzuschwören. Die ihm auferlegte Gefängnisstrafe wurde durch Papst Urban VIII. wenige Monate später in eine Verbannung umgewandelt.

Als historisch umstritten gilt die Legende, wonach Galilei unmittelbar nach der erzwungenen Abschwörung mit der Äußerung “Und sie (die Erde) bewegt sich doch!” auf der Gültigkeit der kopernikanischen Theorie von der um den Fixstern Sonne kreisenden Erde bestanden hätte. Die folgenden Jahre verbrachte Galilei in der Verbannung auf seinem Landgut in Arcetri bei Florenz, wo er seine früher begonnenen Forschungen im Bereich der Mechanik, Bewegungs- und Gravitationslehre fortführte. Erst 1638 erreichte er eine partielle Lockerung des Verbannungsurteils, um sich auch in Florenz aufhalten zu dürfen. 1634 starb seine liebste Tochter Virginia. Ein weiterer Schicksalsschlag traf ihn im selben Jahr selbst, da er erblindete und seine Arbeit nur noch in eingeschränktem Rahmen fortsetzen konnte.

Galileo Galilei starb am 8. Januar 1642 im Alter von 77 Jahren in Arcetri und wurde in Santa Croce, der Heilig-Kreuz-Kirche, zu Florenz begraben.

Die Katholische Kirche brauchte noch mehr als ein Jahrhundert, um 1757 die Lehre von Kopernikus und Galilei anzuerkennen und ihre Werke aus dem Index der verbotenen Bücher zu nehmen. Erst unter Papst Johannes Paul II. gestand sie 1992/93 mit der Rehabilitation beider Gelehrten auch den einst begangenen Justizirrtum ein. In der neueren Forschung wird immer mehr die Theorie vertreten, Galilei sei damals wegen seiner Abweichung von der tridentinischen Eucharastielehre veruteilt worden. Galilei begründete mit René Descartes ein neues Zeitalter der Wissenschaftslehre durch eine Methodenänderung. Er fragt nicht nach dem "Warum" eines Ablaufpozesses sondern nach dem "Wie."


Erfinder, Entdecker, Erleuchtete

NameGalileo Galilei

Geboren am15.02.1564

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortPisa (I).

Verstorben am08.01.1642

TodesortArcetri, Florenz (I).