Biografie

Roman Herzog

Der deutsche Jurist und Hochschullehrer stellte von 1994 bis 1999 den 7. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Während seiner Amtszeit profilierte er sich als Staatsoberhaupt, das immer wieder zu den gesellschaftlichen und politischen Fragen der Bundesrepublik Stellung bezog. Als Mitglied der CDU war Roman Herzog zuvor von 1978 bis 1980 Kultus-, von 1980 bis 1983 Innenminister des Landes Baden-Württemberg und von 1987 bis 1994 Präsident des Bundesverfassungsgerichts. Er entwickelte sich als Staatsoberhaupt, in West und Ost, durch seine politischen Stellungnahmen zur gesamtdeutschen Integrationsfigur. Weiter erarbeitete Herzog zentral die Europäische Grundrechtecharta und war Vorsitzender des Europäischen Konvents zur Erarbeitung einer Europäischen Verfassung...

Richard von Weizsäcker < > Johannes Rau
Roman Herzog wurde am 5. April 1934 in Landshut geboren.

Nach dem Abitur nahm er ein Jura-Studium an der Universität München auf, das er 1961 mit der zweiten Staatsprüfung abschloss. Zugleich hatte er 1958 die Promotion erlangt. Bis zu seiner Habilitation, die Herzog 1964 ablegte, war er als wissenschaftlicher Assistent an der Münchener Universität tätig. Daran schloss sich eine Privatdozentur an derselben Hochschule an, bis er zum Wintersemester 1965/66 eine Berufung auf den Lehrstuhl für Staatsrecht und Politik an der Freien Universität Berlin erhielt. Ab 1969 lehrte Roman Herzog dieselben Fächer an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer. Dort nahm er 1971 bis 1972 auch die Funktion des Rektors wahr. Das politische Engagement Herzogs begann 1970 mit seinem Eintritt in die CDU. 1973 legte er seine wissenschaftliche Lehrtätigkeit nieder, um die rheinland-pfälzische Landesvertretung in Bonn zu leiten.

Unter Ministerpräsident Filbinger wurde Herzog 1978 zum Kultusminister Baden-Württembergs berufen. Nachdem er 1980 in den Stuttgarter Landtag gewählt worden war, übernahm er unter Ministerpräsident Lothar Späth die Leitung des Innenministeriums. In dieser Funktion machte er in den folgenden Jahren vor allem durch eine harte Auslegung des Demonstrationsrechts und eine Aufrüstung der Polizei auf sich aufmerksam. 1983 wurde Roman Herzog zum Vizepräsidenten und Vorsitzenden des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts berufen. 1987 rückte er zum Präsidenten des Karlsruher Gerichts auf. Als solcher begleitete er in der ersten Hälfte der 1990er Jahre die deutsche Wiedervereinigung mit bedeutenden Urteilen. Er setzte sich 1992 auch für eine neue Rentenregelung ein, die die Altersversorgung der "Trümmerfrauen" und Mütter verbesserte.

Am 23. Mai 1994 wurde Roman Herzog als Nachfolger Richard von Weizsäckers zum Bundespräsidenten gewählt. Sein SPD-Gegenkandidat Johannes Rau erzielte nicht die nötige Stimmmehrheit. Eine erste Amtshandlung von historischer Bedeutung vollzog der neue Bundespräsident bereits im August 1994 mit seinem Staatsbesuch in Polen, wo er anlässlich des 50. Jahrestages des Warschauer Aufstandes für die deutsch-polnische Versöhnung eintrat. Von 1996 bis 1997 wirkte er auch für eine Aussöhnung zwischen Deutschland und Tschechien. Während seiner Amtszeit profilierte sich Herzog als Staatsoberhaupt, das immer wieder zu den gesellschaftlichen und politischen Fragen der Bundesrepublik Stellung bezog. In mehreren Berliner Grundsatzreden mahnte er zu einem geistig-politischen Neubeginn. 1996 führte Herzog den 27. Januar als Gedenktag "Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus" ein.

Im Jahr 1998 wurde ihm der Leo-Baeck-Preis verliehen. Ebenfalls 1998 wurde er Ehrenbürger von Berlin. Der Bundespräsident entwickelte sich als Integrationsfigur in West und Ost zu einer der beliebtesten politischen Persönlichkeiten im Lande. 1999 wurde Herzog durch seinen früheren Kontrahenten Johannes Rau als Bundespräsident abgelöst. Herzog war darauf ab 1999 Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung "Brandenburger Tor" der Bankgesellschaft Berlin und ab 2000 in derselben Funktion auch für die Konrad-Adenauer-Stiftung tätig. Der ehemalige Bundespräsident betätigte sich außerdem wissenschaftlich und publizistisch in München. Herzog wurde durch zahlreiche Auszeichnungen wie die Ehrendoktorwürde der Universitäten Oxford, Notre Dame, South Bend, Ben-Gurion und Breslau, dem European Statesman Award und den Ehrebürgerschaften von Berlin und Bonn geehrt.

Von 2000 bis 2008 gehörte er der Jury zur Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises an. 2005 ehrte ihn der Presse Club Hannover mit dem Leibniz-Ring-Hannover. 2006 erhielt Roman Herzog den Landshuter Friedenspreis (Süddeutsche Zeitung). 2008 prägte er den Begriff "Rentnerdemokratie". Als Schirmherr der Deutschen Wildtier Stiftung engagierte er sich für den Artenschutz.

Roman Herzog starb am 10. Januar 2017 in Bad Mergentheim.

NameRoman Herzog

Geboren am05.04.1934

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortLandshut (D).

Verstorben am10.01.2017

TodesortBad Mergentheim (D).

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