Biografie

Lothar Späth

Der Politiker stellte von 1978 bis 1991 den Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg. Nach seinem Rücktritt wurde Lothar Späth von 1991 bis 2003 als Geschäftsführer der Jenoptik GmbH in Jena in der Wirtschaft aktiv. Späth führte 1998 das Unternehmen als Vorstandsvorsitzender der daraus hervorgegangenen Aktiengesellschaft Jenoptik AG an die Börse. Von 1997 bis 2001 moderierte er die wöchentliche Gesprächssendung "Späth am Abend" auf n-tv. Im Vorfeld der Bundestagswahl 2002 gehörte der Politiker als möglicher Wirtschaftsminister zum Schattenkabinett des CSU-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber, dessen Wahlniederlage Späths Rückkehr in die Politik aber verhinderte. Von 2008 bis 2012 war er weiter Vorsitzender des Kuratoriums der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. Zuletzt war Späth u.a. von 2007 bis 2013 Aufsichtsratsvorsitzender der J&M Management Consulting AG, Mannheim...
Lothar Späth wurde am 16. November 1937 in Sigmaringen geboren.

Nach Abschluss der Schule begann Lothar Späth seine politische Karriere im Verwaltungsbereich und später als Finanzreferent. In den Jahren von 1953 bis 1967 ließ er sich im Verwaltungsdienst ausbilden und spezialisierte sich dann auf Finanzverwaltung an der Staatlichen Verwaltungsschule Stuttgart. 1967 wurde er Mitglied der CDU. Im gleichen Jahr wurde er zum Bürgermeister der Stadt Bietigheim gewählt. Späth wurde 1968 Mitglied des Landtages in Baden-Württemberg. 1970 erfolgte die Ernennung zum Geschäftsführer der gewerkschaftseigenen Baugesellschaft "Neue Heimat Baden-Württemberg" in Stuttgart und die Wahl zum Vorstandsmitglied der "Neuen Heimat" in Hamburg. In den Jahren 1970 bis 1977 war Späth Aufsichtsrats- beziehungsweise Vorstandsmitglied der Stuttgarter Baufirma Baresel AG.

Von 1972 bis 1978 war er CDU-Fraktionsvorsitzender des Baden-Württembergischen Landtages. Von 1973 bis 1974 war er Mitglied im Zentralvorstand der Neuen Heimat und von 1975 bis 1977 Vorstandsmitglied im Bauunternehmen Hoch Tief. In der Zeit von 1977 bis 1978 war er zunächst Innenminister und dann von 1978 bis 1991 Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Im gleichen Zeitraum hatte er den Landesvorsitz der CDU inne. 1985 wurde Lothar Späth Präsident des Deutsches Bundesrates. In Verbindung mit dem Vertrag über die deutsch-französische Freundschaft übte er von 1987 bis 1990 den Posten des Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten aus. In seiner Amtszeit verschaffte er sich durch sein wirtschaftliches Verständnis bundesweit höchstes Ansehen als Vordenker und Politiker.

Seine größten Erfolge feierte er im Einsatz und dem Ausbau der Hochtechnologie sowie der Kulturförderung in Baden-Württemberg. Lothar Späth zählte zu den beliebtesten Politikern der CDU und wurde bereits als potenzieller Kanzlerkandidat der CDU in der Nachfolge von Helmut Kohl gehandelt. Späths politische Karriere endete vorläufig 1991 mit dem Rücktritt vom Amt des Ministerpräsidenten als Vorwürfe der Vorteilnahme und persönlichen Zuwendung gegen ihn laut wurden. Demnach hat er u.a. Einladungen für Flüge mit Privatmaschinen angenommen. Späth argumentierte darauf, dass er Zuwendungen an seine Person in der Funktion des Ministerpräsidenten als Zuwendungen an das Land betrachte. Nach seinem Rücktritt wurde Lothar Späth im Juni 1991 Geschäftsführer der Jenoptik GmbH in Jena (Rechtsnachfolger des VEB Carl Zeiss Jena). Unter seiner Führung wurde das Traditionsunternehmen der ehemaligen DDR zum führenden High-Tech-Konzern ausgebaut.

Er zeichnete sich ebenso verantwortlich für die 1996 erfolgte Umfirmierung des Betriebes in eine Aktiengesellschaft, deren Vorstandsvorsitzender er wurde. Späth führte 1998 das Unternehmen an die Börse. 1992 wurde Späth Königlich Norwegischer Generalkonsul für Thüringen und Sachsen-Anhalt. Vier Jahre später leitete er als Präsident die Industrie- und Handelskammer Ostthüringen. Auch als Fachautor verbuchte der Politiker und Wirtschaftspezialist Erfolge, unter anderem mit Werken wie "Countdown für Deutschland" (1995), "Die zweite Wende" (1998), "Die Stunde der Politik" (1999) oder "Jenseits von Brüssel" (2001). Der verdiente Politiker und Wirtschaftsfachmann wurde mehrfach ausgezeichnet. So ist er Ehrendoktor der Universitäten Karlsruhe und Pecs. Die Universität Ulm verlieh ihm den Titel des Ehrensenators. Die Friedrich-Schiller-Universität in Jena ehrte ihn mit der Würde des Ehrensenators und machte ihn zum Honorarprofessor für das Fachgebiet Medien und Zeitdiagnostik.

Im Jahr 2000 erhielt er den J.McCloy-Preis des American Council on Germany. Darüber hinaus führte Späth von 1997 bis 2001 beim Privatsender N-TV die Moderation der Sendung "Späth am Abend", die sich in Form einer Talk-Show mit aktuellen Themen aus Politik und Wirtschaft auseinander setzte. Ab 2002 kommentierte er in der Sendung "Späth zur Woche" im selben Sender das aktuelle politische Geschehen. Im Vorfeld der Bundestagswahl 2002 gehörte Späth als Wirtschaftsminister dem Schattenkabinett des CSU-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber an. Im Mai 2005 wurde er Vorsitzender der Geschäftsführung der Investmentbank Merrill Lynch für Deutschland und Österreich, zudem wurde er Aufsichtsratsvorsitzender der Holtzbrinck-Verlagsgruppe. Daneben engagierte er sich für das Sozialprojekt "Wir helfen Afrika" zur "Fußball-Weltmeisterschaft 2010" in Südafrika, bei dem Späth Stadtpate für seinen Geburtsort Sigmaringen wurde. Von Juli 2007 bis Apüril 2013 wurde er weiter Aufsichtsratsvorsitzender der J&M Management Consulting AG, Mannheim sowie der Herrenknecht AG, Schwanau. Von 2008 bis 2012 war er weiter Vorsitzender des Kuratoriums der Denkmalstiftung Baden-Württemberg.

Lothar Späth starb am 18. März 2016 im Alter von 79 Jahren in Stuttgart.


Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland

NameLothar Späth

Geboren am16.11.1937

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortSigmaringen (D).

Verstorben am18.03.2016

TodesortStuttgart (D).