Biografie

Robert Walser

Der Schweizer Schriftsteller gilt als wichtiger Schriftsteller des Übergangs zur Moderne. Bekannt wurde er mit den Werken "Geschwister Tanner" (1907), "Der Gehülfe" (1908) und "Jakob von Gunten" (1909). Sie thematisieren die Unangepasstheit an die bürgerliche Welt. Sein Erzählstil war heiter, obwohl Robert Walser pessimistische Inhalte vortrug. Trotz Verklärung sowie traum- und märchenhafter Tendenz, kommen in Walsers Werken die gesellschaftlichen Realitäten zum Ausdruck. Der sensible Autor, der zwar die gesellschaftliche Anerkennung verachtete, starb nach persönlicher und künstlerischer Schaffenskrise in einer Nervenheilanstalt, in welcher Walser die letzten 27 Jahre seines Lebens zugebracht hatte...
Robert Walser wurde am 15. April 1878 als Sohn eines Kaufmanns und Buchbinders im schweizerischen Biel im Kanton Bern geboren.

Walster stammte aus einer kinderreichen Familie. Sein Bruder Karl Walser wurde ein bekannter Bühnenbildner und Maler. Walser wuchs in Biel, das an der deutsch-französischen Sprachgrenze liegt, zweisprachig auf. Er besuchte dort die Primarschule und das Progymnasium, das er, da die Familie den Schulbesuch nicht mehr bezahlen konnte, vor dem Examen verließ. Darauf absolvierte Walser in der Zeit von 1892 bis 1895 eine Lehre als Bankkaufmann. Nach seinem Abschluss arbeitete er kurzzeitig in diesem Beruf. Dann wechselte er in verschiedene andere Tätigkeiten, die er unter anderem auch in Deutschland ausübte. 1905 siedelte Walser nach Berlin über. Dort kam er bei seinem Bruder unter. Walser arbeitete als Berufsschriftsteller und etablierte sich in seiner Berliner Zeit, die bis zum Jahr 1913 andauerte.

Während seiner Berliner Zeit machte er die Bekanntschaft von Otto Julius Bierbaum, Frank Wedekind und Gerhart Hauptmann. Danach zog es ihn wieder in die Schweiz, wo er sich zunächst in seiner Geburtsstadt Biel niederließ. Um die Jahrhundertwende veröffentlichte Robert Walser indes erste Gedichte und Kurzprosa. Mit seinen drei Romanen "Geschwister Tanner" (1907), "Der Gehülfe" (1908) und "Jakob von Gunten" (1909) aus seiner Berliner Zeit feierte der Autor literarische Erfolge, die ihm aber keine finanziellen einbrachten. Damit schrieb sich Walser in den Kreis der Berliner Moderne. Alle drei Werke sind autobiografisch gefärbt, und die Thematik der Unangepasstheit an die bürgerliche Welt und ihre Ideale sind bezeichnendes Thema für sie. Die oftmals heitere Schreibweise des Autors steht merklich im Gegensatz zum pessimistisch-düsteren Inhalt.

Das Werk "Geschwister Tanner" ist in den Bereich der Angestellten verlegt. "Der Gehülfe" erzählt die Geschichte von der Entwicklung des Joseph Marti als Hauptperson sowie von einem erfolglosen Ingenieur und seinen skurrilen Erfindungen wie der Reklame-Uhr. Das Stück kam durch die Vermittlung von Christian Morgenstern an den Berliner Verleger Ernst Cassirer. "Jakob von Ganten" kann als Anti-Bildungsroman gelten, in dem er seine typischen Verfremdungseffekte, die in den spielerisch-naiven Bereich weisen, einsetzt. Mit seinem traumhaften Charakter erinnert das Stück an den Schreibstil von Franz Kafka, der das Buch ausdrücklich auslobte. 1925 entstand das Romanwerk "Der Räuber", das aber erst nach Walsers Tod veröffentlicht wurde. 1921 zog er nach Bern.

Anfang 1929 begab sich Walser, der schon seit einiger Zeit von Angstzuständen und Halluzinationen geplagt wurde, nach einem geistigen Zusammenbruch, auf Rat eines Psychiaters und Drängen seiner Schwester Lisa Walser, in die Heilanstalt Waldau bei Bern. Im selben Jahr wurde er gegen seinen Willen in die Heilanstalt Herisau überstellt. Ab dieser Zeit hörte er mit der Schreiberei auf. Erst im Jahr 1936 erhielt er Besuch von dem Schriftsteller und Literaturkritiker Carl Seelig. Er erklärte sich im Jahr 1944 bereit, als Vormund für Robert Walser zu fungieren. In der Zeit der Heilanstalt verfasste Robert Walser sogenannte Mikrogramme, die gleichfalls posthum ediert wurden. Dabei handelt es sich um Texte in äußerst klein gehaltener Sütterlinschrift, die er auf 256 Blättern verfasste. Die unleserlichen, nicht zur Veröffentlichung bestimmten Aufzeichnungen, wurden zunächst für eine Art Geheimschrift eingestuft.

Erst in den 1970er und 1980er Jahren kam man dahinter, dass es sich um literarische Notizen handelt, darunter befand sich auch das Skript zu seinem Roman "Die Räuber". Der Schriftsteller Walser wurde erst in den 1950er Jahren entdeckt und gelesen. Zu seinen weiteren Formen gehören kleine Prosatexte oder Miniaturen im impressionistischen Stil, die in Sammelbänden, Zeitschriften und anderen Medien zur Veröffentlichung kamen. Walser war ein Meister der literarischen Kleinform. Er schuf rund 2.000 Kurzprosatexte. Zu seinen weiteren Werken zählen unter anderem "Fritz Kocher`s Aufsätze" (1904), "Gedichte" (1909), "Aufsätze" (1909), "Kleine Dichtungen" (1914), "Geschichten" (1914), "Der Spaziergang" (1917), "Kleine Prosa" (1917), "Poetenleben" (1918), "Komödie" (1919), "Seeland" (1919) oder "Die Rose" (1925).

Robert Walser starb am 25. Dezember 1956 im schweizerischen Herisau in der Nervenheilanstalt.

NameRobert Walser

Geboren am15.04.1878

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortBiel, Bern (CH).

Verstorben am25.12.1956

TodesortHerisau, Appenzell Ausserrhoden (CH).

google-site-verification: google44cc944cebb47e16.html