Biografie

Christian Morgenstern

Der deutsche Dichter, Schriftsteller und Übersetzer wurde besonderst durch seine witzig-groteske Lyrik bekannt. Diesbezüglich sind die Werke "Galgenlieder" (1905), "Palmström" (1910) und "Der Ginganz" (postum 1919) zu nennen. Solche Werke verfasste er für seine Freunde aus der Berliner Boheme. In seinen frühen lyrischen Werken thematisierte der Dichter das Schaurige und Groteske. Später wandte er sich der Sprache als inhaltlichem Gegenstand seiner Gedichte zu. Dabei schloss er sich der skeptischen Sprachauffassung von Fritz Mauthner an. Christian Morgenstern erkannte in der Sprache die Fähigkeit zum Spiel, die er selbst zur Erschaffung einer virtuosen Sprachwelt nutzte...
Christian Morgenstern wurde als Sohn des Landschaftsmalers Carl Morgenstern und dessen Frau Charlotte, geborene Schertel, am 6. Mai 1871 in München geboren.

Morgenstern begann im Jahr 1892 ein Studium der Wirtschaftswissenschaften. Im Jahr darauf erkrankte er an Tuberkulose, so dass er das Studium aufgab. In dieser Zeit gab er zusammen mit Freunden die kulturkritische Zeitung "Deutscher Geist" heraus. Wegen seiner Krankheit, mit der er zeit seines Lebens zu tun hatte, ging er zu Kuraufenthalten nach Berlin. 1894 zog er ganz nach Berlin. Dort verfasste er Kritiken, Kulturberichte und andere Artikel für die Zeitschriften "Neue Deutsche Rundschau" und "Der Kunstwart". Darüber hinaus lieferte er in den Jahren zwischen 1894 und 1899 Beiträge und Glossen in Kulturzeitschriften wie "Jugend", "Freie Bühne" oder "Die Gesellschaft". Überdies betätigte er sich als Übersetzer von Werken von Henrik Ibsen, Knut Hamsun und August Strindberg.

Im Jahr 1895 erschien sein erster Gedichtband mit dem Titel "In Phantas Schloß. Ein Zyklus humoristisch-phantastischer Dichtungen". Im Anschluss kamen 14 weitere Sammelbände zur Veröffentlichung. Wegen seiner Schriftstellertätigkeit kam es zum Streit mit seinem Vater. In den Jahren von 1900 bis 1902 hielt er sich wegen seiner Tuberkulosekrankheit in der Schweiz zur Kur auf. Dort arbeitete er für das Berliner Kabarett "Schall und Rauch" von Max Reinhard und fertigte satirische Szenen und Parodien. Ab 1902 war er Lektor bei dem Berliner Verleger Ernst Cassirer. Ab dem Jahr 1903 redigierte er für die Zeitschrift "Das Theater" im Verlag von Cassirer. Christian Morgenstern lieferte Erklärungen zur Bühnenreform von Max Reinhardt und rezensierte seine Theateraufführungen.

Nach 1905 setzte sich Morgenstern auch mit der Philosophie Friedrich Nietzsches, dem Buddhismus und der Anthroposophie Rudolf Steiners auseinander. 1909 beschäftigte er sich mit der Anthroposophie von Rudolf Steiner und schloss sich seinem Kreis an. Ihm widmete er seinen letzten Gedichtband "Wir fanden einen Pfad" (1914). 1910 heiratete er Margareta Gosebruch. Morgensterns Gedichte waren zum Teil im ernsten Ton und in traditioneller Weise verfasst. "Die Galgenlieder" aus dem Jahr 1905 machten ihn bekannt, sie erfuhren drei Jahre später eine Erweiterung. Im Jahr darauf wurde der Folgeband "Melancholie" veröffentlich. Die beiden Sammlungen zeigen Morgensterns vielfältige Dichterveranlagung zur humorvollen und zur ernsten Lyrik. Der Natur- und Stimmungspoetik stehen komische Sprachspiele gegenüber, die durch individuelle Wortschöpfungen geprägt sind.

In dieser Zeit wandte sich der Dichter während eines Kuraufenthalts dem religiösen Glauben zu. Diese geistige Neuerung verarbeitete er in dem Gedichtband mit dem Titel "Einkehr" (1910). In Morgensterns früher Lyrik kommen seltsame Wesen vor wie Mitternachtsmaus, Mondschaf oder Höllengaul. Sie beschwören das Groteske und Schaurige. Später wie zum Beispiel in "Ginganz" (posthum erschienen 1919) oder "Palmström" (1910, erweitert 1912) löste er sich von diesem Thema und reflektierte über die Sprache. Damit knüpfte er an die sprachskeptische Haltung von Fritz Mauthner an. Christian Morgenstern schuf einer meisterliches Sprachspiel mit zahlreichen Manipulationen. In diesen lyrischen Werken generierte er eine phantasiereiche Sprach- und Spielwelt, denn er war der Auffassung, dass Sprache nichts zur Erkenntnis der Welt beisteuere, sondern allein zum kunstvollen Umgang mit dem Wort fähig sei.

Zu seinen weiteren Werken zählen unter anderem "Horatius travestitus" (1896, erweitert 1911), "Auf vielen Wegen" (1897), "Ich und die Welt" (1898), "Ein Sommer" (1900), "Und aber ründet sich ein Kranz" (1902), "Ich und Du" (1911) und "Wir fanden einen Pfad" (1914). Postum folgenden die Werke "Palma Kunkel" (1916), "Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuchnotizen" (1918) und der satirische Eigenkommentar "Über die Galgenlieder" (1921) im Berliner Verlag von Ernst Cassirer.

Christian Morgenstern starb am 31. März 1914 in Meran an den Folgen seiner Tuberkulosekrankheit.

NameChristian Morgenstern

Geboren am06.05.1871

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortMünchen (D).

Verstorben am31.03.1914

TodesortMeran, Trentino-Südtirol (I).

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