Biografie

Franz Kafka

NameFranz Kafka

Geboren am03.07.1883

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortPrag (CZ).

Verstorben am03.06.1924

TodesortKierling bei Wien (A).

Franz Kafka

Der Schriftsteller wurde mit seinen Erzählungen besonders nach 1945 weltweit bekannt. Er wurde als Ausdruck der Entfremdung und Orientierungslosigkeit des Menschen in der modernen Gesellschaft rezitiert. Die Verwirrung der modernen Welt, mit der sich Franz Kafka in seinen Erzählungen befasst, wurde später in dem Begriff des "Kafkaesken" weltweit bekannt. Bezeichnend für seine Erzählungen ist die fließende Grenze zwischen Traum und Realität. Sein Hauptwerk bilden neben drei Romanen bzw. Romanfragmenten, "Der Process", "Das Schloß" und "Der Verschollene", zahlreiche Erzählungen sowie Briefwechsel mit Felice Bauer und Milena Jesenská. Zum größeren Teil wurden Kafkas Werke erst nach seinem Tod und gegen seinen erklärten Willen von Max Brod, einem Schriftstellerkollegen und engen Freund, veröffentlicht. Sie übten bleibenden Einfluss auf die Weltliteratur des 20. Jahrhunderts aus...
Franz Kafka wurde als Sohn des jüdischen Kaufmanns Herrmann Kafka und seiner Frau Julie, geborene Löwy, am 3. Juli 1883 in Prag, damals Österreich-Ungarn, geboren.

Bereits in seiner Schulzeit beschäftigte sich Kafka mit Literatur. Sein umfangreiches Frühwerk ist jedoch verschollen, vermutlich hat er es selbst vernichtet, ebenso die frühen Tagebücher. 1901 legte er in Prag und in deutscher Sprache das Abitur ab. Ab demselben Jahr studierte Franz Kafka zunächst Germanistik und dann Jura an der Karl-Ferdinands-Universität zu Prag. Im Jahr darauf, 1902, lernte er Max Brod kennen, der ihn bei den Veröffentlichungen seiner Werke behilflich war. 1903 erfolgte die Staatsprüfung und 1906 schloss er seine Promotion ab. In den Jahren 1905 und 1906 entstand das früheste erhaltene Werk mit dem Titel "Beschreibung eines Kampfes".

Kafka vernichtete einen Großteil seiner Frühwerke, da sie nicht mehr seinem Kunstanspruch, den er sehr hoch ansetzte, genügten. Im Anschluss an sein Studium, im Jahr 1907, war er als Versicherungsjurist tätig. In dieser Zeit entstand auch sein Romanfragment "Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande". 1910 begann er mit seinen Notierungen ins Tagebuch. Zwei Jahre später fing der Schriftsteller mit den ersten Arbeiten zu dem Roman "Der Verschollene" an, der später von Max Brod mit dem Titel "Amerika" versehen wurde. Im selben Jahr wurde die Arbeit mit dem Titel "Betrachtung", eine Sammlung von 18 Kurzprosastücken, publiziert. Neben seiner bürgerlichen Berufsausübung schrieb Kafka seine Texte oftmals in der Nacht. So entstand in nur einer Nacht vom 22. zum 23. September 1912 die erste große Erzählung "Das Urteil".

Damit wurde Franz Kafka bekannt. Das frühe Werk trug bereits das Merkmal seines eigenen Sprachstils, der sich durch einen exakten Ausdruck und realistische Detailaufnahmen kennzeichnet. Gleichfalls war dort schon das grundsätzliche Thema der als Verwirrung empfundenen modernen Welt und seine meisterhafte Ausführung deutlich angelegt, die ihm seinen weltweiten Ruhm einbrachte und den Begriff des "Kafkaesken" prägte. Ein Grundzug seines literarischen Schaffens wurde gleich in diesem Erfolg offenbar: Kafka verstand es meisterhaft, die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verschwimmen zu lassen. Der Übergang von der Realität in die Phantasie und das Groteske bedeuten den Zugang in das Unbewusste und auch des unbewussten Schuldgefühls.

Franz Kafkas Erzählungen bleiben nicht an der Oberfläche, dahinter verbirgt sich eine vielfältig deutbare Realität - so wie auch der erste große Erfolg "Das Urteil" aufgebaut ist. Darin nahm er das Thema der bürgerlichen Familie, ihre Widersprüche und Zwänge, in denen sie lebt, auf und variierte es immer wieder in seinen anderen Stücken – wie zum Beispiel in "Die Verwandlung" (1916), "Ein Landarzt. Kleine Erzählungen" (1919), "Brief an den Vater", "Das Schloß" (1926) oder "Der Verschollene". 1914 arbeitete er an seinem Hauptwerk "Der Prozeß". Im Jahr darauf wurde der Schriftsteller mit dem Fontane-Preis geehrt. 1917 wurde bei ihm Lungentuberkulose festgestellt und er zog zu seiner Schwester Ottla nach Zürau. Fünf Jahre später, 1922, wurde er wegen seiner Erkrankung pensioniert. Kafka hatte mehrere Frauenbeziehungen, die zur Verlobung und Entlobung führten.

Eine Beziehung dieser Art führte er in der Zeit von 1923 bis März 1924 mit Dora Diamant, bei der er in Berlin wohnte. Im Mittelpunkt der Betrachtungen zu Kafkas Beziehungen zu Frauen stehen Kafkas Briefe an seine Verlobte Felice Bauer, eine Berliner Angestellte, die Kafka am 13. August 1912 in der Wohnung Max Brods kennen gelernt hatte. 1923 entstand die Erzählung "Eine kleine Frau". Das Stück handelt von den Ängsten vor dem neuen Leben. Weiterhin verfasste Kafka die unvollendet gebliebene autobiografische Erzählung "Der Bau". Die Entfremdung in der verwirrenden modernen Welt ist ein zentrales Thema von Kafka, das er festmacht an gesellschaftlichen Einrichtungen, wie zum Beispiel Bürokratie, Technik oder Justiz. Dafür stehen Stücke mit Titeln wie "In der Strafkolonie" (1919), "Der Prozeß" (1925) oder wiederum "Das Schloß".

Ein ausdrücklicher Gegenentwurf dazu bilden Kafkas Tiergeschichten, die gleichbedeutend sind mit einer Welt von naturhaftem Charakter. Das Thema Kunst in der Gesellschaft wird in dem Erzählwerk "Ein Hungerkünstler. Vier Geschichten" (1924) dargestellt. In den beiden Jahren 1923 und 1924 verschlimmerte sich seine Tuberkulose-Krankheit zusehends. Kafka kehrte nach Prag zurück. Dort entstand "Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse", sein letztes Werk, das sich mit der Tradition der Juden befasst.

Franz Kafka starb am 3. Juni 1924 im Sanatorium in Kierling bei Wien.

Kafkas genuine Stärken lagen im Erzählen, darüber hinaus schrieb er drei Romane, "Der Prozeß" (1925), "Das Schloß" beziehungsweise "Amerika" (1927), die aber Fragment blieben. Der Autor selbst stufte sie als missglückt ein. Veröffentlicht wurden sie von Max Brod aus dem Nachlass, der nach dem Willen von Kafka eigentlich vernichtet werden sollte. Auf diesem Wege kamen auch andere Arbeiten zur Veröffentlichung. Besonders nach 1945 wurde Kafkas Werk weltweit rezitiert und auch vielfältig ausgedeutet.
1909
Ein Damenbrevier

1909
Gespräch mit dem Beter

1909
Gespräch mit dem Betrunkenen

1909
Die Aeroplane in Brescia

1912
Großer Lärm (1912)

1913
Betrachtung (Buch mit 18 Prosatexten)

1913
Das Urteil

1913
Der Heizer (Erstes Kapitel des Romanfragments - Der Verschollene)

1913
Entschlüsse

1915
Die Verwandlung

1915
Vor dem Gesetz Bestandteil des Romanfragments Der Process

1918
Der Mord (1918; frühere Fassung von Ein Brudermord (1919))

1918
Ein Landarzt (Erzählung von 1918 und Titel des Buches mit 13 weiteren Prosatexten)

1919
In der Strafkolonie

1919
Ein Landarzt

1921
Der Kübelreiter

1924
Ein Hungerkünstler


Auswahl postumer Veröffentlichungen

1904–1905
Beschreibung eines Kampfes

1907–1908
Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande

1914–1915
Der Dorfschullehrer (Brods Titel: Der Riesenmaulwurf)

1915
Blumfeld, ein älterer Junggeselle

1916–1917
Der Gruftwächter

1916–1917
Die Brücke (Titel von Brod)

1917
Eine Kreuzung

1917
Der Jäger Gracchus (Titel von Brod)

1917
Beim Bau der Chinesischen Mauer

1917
Eine alltägliche Verwirrung (Titel von Brod)

1919
Brief an den Vater

1920
Heimkehr (Titel von Brod)

1920
Das Stadtwappen (Titel von Brod)

1920
Kleine Fabel (Titel von Brod)

1922
Forschungen eines Hundes (Titel von Brod)

1922
Das Ehepaar

1923–1924
Der Bau (Titel von Brod)

1925
Der Process

1926
Das Schloß (Niederschrift 1922; Romanfragment)

1927
Der Verschollene

NameFranz Kafka

Geboren am03.07.1883

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortPrag (CZ).

Verstorben am03.06.1924

TodesortKierling bei Wien (A).

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