Biografie

Robert Ley

Der promovierte Chemiker und NS-Politiker machte als Reichsinspekteur und Reichsorganisationsleiter eine erfolgreiche politische Karriere in Hitler-Deutschland, wo er zu den mächtigsten NS-Schergen aufstieg. Innerhalb der DAF gründete er die Organisation "Kraft durch Freude". Damit trug Robert Ley, mit der von ihm aufgebauten Deutschen Arbeiterfront DAF und der Rekrutierung von Zwangsarbeitern im In- und Ausland, wesentlich zur systematischen Verfolgung und massenhaften Ermordung all jener bei, die der nationalsozialistischen Selbstüberschätzung als "fremd" und "minderwertig" galten...
Robert Ley wurde am 15. Februar 1890 im rheinländischen Niederbreidenbach geboren.

Aufgewachsen ist Ley als Sohn eines wohlhabenden Bauern. Nach Abschluss der Schule mit Abitur studierte er Chemie. 1914 legte er in diesem Fach seine Promotion ab. Im selben Jahr, 1914, nahm er freiwillig als Soldat am Ersten Weltkrieg teil. 1917 geriet er in französische Kriegsgefangenschaft, in der er bis 1917 drei Jahre verblieb. 1920 kehrte er nach Deutschland zurück, wo er eine Anstellung bei den Bayer-Werken in Leverkusen erhielt. In der noch jungen Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei NSDAP wurde Ley 1920 Mitglied.

Im Jahr 1925 wurde im von Adolf Hitler die Führung der Gauleitung Rheinland-Süd übertragen. Nach anhaltenden Alkoholproblemen und wegen antisemitischer Angriffe auf einen Bankier, wurde Leys Anstellung bei den Bayer-Werken 1928 gekündigt. Im selben Jahr, 1928, wurde er für die NSDAP Mitglied des preußischen Landtags. Indes übertrug ihm Hitler die hauptamtliche Organisationsleitung im Gau Köln-Aachen. In dieser Position wurde er Mitbegründer des Parteiorgans "Westdeutscher Beobachter", das er vor allem für antisemitische Angriffe auf Waren- und Bankhäuser nutzte. Ab 1930 wurde Robert Ley Mitglied des Deutschen Reichstags.

Ab 1931 diente er als Reichsinspekteur und Stellvertreter Reichsorganisationsleiter unter Gregor Strasser. Im Zuge der Machtergreifung der NSDAP 1933 und der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler, wurde Ley die Leitung des "Aktionskomitees zum Schutz der deutschen Arbeit" übertagen. Darauf erfolgte am 3. Mai 1933 die Zerschlagung der bisher freien und selbstständigen Gewerkschaften, die dann innerhalb der Deutschen Arbeiterfront DAF zusammengefasst wurden. Unter der Führung durch Ley entstanden, mit dem Kapital des Beitragsaufkommens der früheren Gewerkschaftsmitglieder, zahlreiche Wirtschaftsunternehmen und Gesellschaften.

Bis 1938 zählte die DAF 23 Millionen Mitglieder und war damit die größte Massenorganisation des sogenannten Dritten Reiches. Innerhalb der DAF gründete Ley die Organisation "Kraft durch Freude". Populärste Gesellschaft wurde die Volkswagenwerke in Wolfsburg. Der als "Kraft durch Freudewagen" gebaute PKW sollte jeder deutschen Familie das fahren eines Automobils möglich machen. Vom Reichsverband der deutschen Automobilindustrie erhielt dazu Ferdinand Porsche 1934 den Auftrag, einen viersitzigen, sparsamen Familienwagen zu entwickeln, der weniger als 1.000 Reichsmark kosten sollte.

Im Juli 1935 wurde der Prototyp des VW Käfer der Öffentlichkeit präsentiert. 1937 gründete Robert Ley die Gesellschaft zur Vorbereitung des deutschen Volkswagens mbH mit dem Ziel, die größte Autofabrik Europas zu bauen. Weiter organisierte Ley im KdF-Programm umfangreiche und propagandistisch herausgestellte Massentouristik- und Freizeitprogramme, die eine Bindung der Arbeiterschaft an die Partei verstärken sollten. Nach dem Mord an Gregor Strasser wurde Ley 1934 in dessen Nachfolge Reichsorganisationsleiter der NSDAP. 1935 wurde nach Robert Leys Vorstellungen die dritte "Ordensburg" im Allgäu fertiggestellt. Ziel der Parteischule war es, in Form einer Hochschule politische Leiter der NSDAP heranzuziehen.

Um dem Konzept einer Führungsnachwuchs-Einrichtung näher zu kommen, entstanden mit Reichsjugendführer Baldur von Schirach 1937 die "Adolf-Hitler-Schulen" zum Erziehungs- und Ausleseverfahren von der Grundschule bis zur "Ordensburg". Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges verlor Robert Ley im Zuge der Mobilmachung des Reiches an Einfluss gegenüber des Reichsministers für Bewaffnung und Munition, Fritz Todt, sowie gegen dessen Nachfolger Albert Speer. Ley bemühte sich darauf seinen Machtverlust durch brutale antisemitische Agitation auszugleichen. Im Zuge der Niederlage des Deutschen Reiches im Zweiten Weltkrieg geriet Ley 1945 in amerikanische Kriegsgefangenschaft.

Nachdem gegen ihn durch den Internationalen Militärgerichtshof die Anklage eröffnet wurde, wählte Robert Ley am 25. Oktober 1945 in Nürnberg den Freitod durch Erhängen.

(Eine nähere Darstellung der 1933-1945 in Europa begangenen Kriegsverbrechen und Vergehen gegen die Menschlichkeit, insbesondere des Genozids an den Juden und der Verfolgung anderer unerwünschter Bevölkerungsgruppen, muss hier unterbleiben. Der aus Gründen der schnellen und überschaubaren Informationsdarbietung begrenzte Rahmen unseres Lexikons würde jeden Versuch, den Holocaust und Massenmord in angemessener Weise zu thematisieren, ungenügend erscheinen lassen.)

NameRobert Ley

Geboren am15.02.1890

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortNiederbreidenbach (D).